Ulrich will quer durch die Schweiz

Am Montag startet Thomas Ulrich zu einer Direttissima quer durch die Schweiz. Die Route wird ihn auch über den Jaunpass, die Schwalmere und das Schreckhorn führen. Ulrich geht es dabei nicht um einen Rekord, sondern darum, ein Abenteuer zu erleben.

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Nach mehreren Dutzend Touren zum Nordpol und vielen weiteren Abenteuern in der Einsamkeit nördlich des Polarkreises will es Thomas Ulrich jetzt etwas gemächlicher angehen.

Nein, mit Komfort hat es trotzdem nichts zu tun, was der Beatenberger Abenteurer in den kommenden Wochen vorhat: Der 49-Jährige will am kommenden Montag an der französischen Grenze beim Lac de Joux zu einer Direttissima quer durch die Schweiz aufbrechen und dabei unser Land auf dem 1160. Breitenkilometer durchqueren - zu Fuss oder mit dem Gleitschirm, ohne Zuhilfenahme jeglicher Transportmittel.

«Mir geht es nicht um irgendeinen Rekord, sondern darum, viele schöne Erlebnisse zu haben.»Thomas Ulrich

Wann er an seinem Ziel auf der Cima piccola di Tarres auf dem Stilfserjoch ankommen wird, lässt Thomas Ulrich offen: «Mir geht es nicht um irgendeinen Rekord, sondern darum, viele schöne Erlebnisse zu haben und die Durchquerung der Schweizer Alpen so richtig zu geniessen.»

Er will denn die Nächte auch weitgehend in freier Natur verbringen, im Schlafsack unter einem schützenden Schutzsegel. Wenn es die Wind- und Wetterverhältnisse erlauben, will Ulrich die Rückkehr von den Berggipfeln ins Tal hinunter fliegend mit dem Gleitschirm bewältigen. Wenn er dann mal wieder die Zivilisation quert, wartet dort hie und da jeweils seine Partnerin Sylvia mit einer guten Mahlzeit auf ihn.

45'000 Höhenmeter

Es ist 34 Jahre her, dass das Schweizer Radio eine vierköpfige Bergsteigergruppe unter Leitung des Initianten Markus Liechti auf ihrer Direttissima begleitet hatte. Diese Alpinisten leisteten sich auf ihrer Tour einen Korridor von einem Kilometer auf der Achse des 1160. Kilometers.

Wenn es die Wetterverhältnisse erlauben, will Ulrich die Rückkehr von den Berggipfeln ins Tal mit dem Gleitschirm bewältigen.

Ulrich will dies genau gleich handhaben – womit ihn in den nächsten drei bis vier Wochen 333 Kilometer Luftlinie, rund 400 Kilometer Weglänge und 45'000 Höhenmeter erwarten.

Mit dem Gleitschirm ins Tal

Ausser an steilen Bergflanken wie dem Meniggrat im Diemtigtal, dem Dreispitz oder am Eiger gibt es für den erfahrenen Bergführer keine besonderen Schwierigkeiten. Schon etwas anspruchsvoller dürften sich Passagen wie beispielsweise die Mürrenfluh gestalten, wo er sich abseilen muss, falls er des Wetters wegen nicht nach Lauterbrunnen fliegen kann.

Quelle: Swisstopo.ch

Auch am Mittellegigrat und vom Schreckhorn hinunter warten echte Herausforderungen auf ihn, während es nach Verlassen des Berner Oberlands östlich des Räterichsbodens (Grimsel) auf dem Weg durch das Graubünden wieder gutmütigeres Gelände zu durchqueren gilt.

Ulrichs Diretissima kann via Livetracking auf seiner Website sowie auf unserer Website rund um die Uhr mitverfolgt werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.06.2017, 09:48 Uhr

Das grosse Radio-Abenteuer vor genau 34 Jahren

Es ist die längste Linie der Schweiz, welche dem Bergfotografen Markus Liechti im Jahr 1982 ins Auge gestochen ist: Der Breitenkilometer 1160, der die Schweiz in eine nördliche und eine südliche Hälfte trennt. Aus einer Idee wurde ein Jahr später das grosse Sommerprojekt des Schweizer Radios: Am 3. Juli 1983 starteten am Grenzstein 183 beim Lac de Joux die vier Alpinisten Toni Steiner, Daniel Bähler, Kurt Saurer und Markus Liechti zur Landesquerung.

23 Tage später trafen sie im Münstertal ein. Vom «Morgenjournal» über das «Rendez-vous am Mittag» bis hin zu den Sport- und Abendsendungen übertrug Radio DRS täglich mehrmals Berichte und Interviews über die laufende Direttissima Schweiz; die populären Radioreporter Roland Jeanneret und Peter Marthaler waren fast rund um die Uhr im Einsatz.

Das Echo auf die täglichen Sendungen war phänomenal; Tausende von Hörerbriefen trafen im Radiostudio ein. Dass «etwas so Verrücktes» im eigenen Land stattfindet, hat damals offenbar den Nerv des Radiopublikums getroffen. bpm

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