Visionen für das neue Dorfzentrum

Sigriswil

Der Neubau der Gemeindeverwaltung von Sigriswil hat ein Gesicht. Das Projekt mit dem Namen «Die Würfel sind gefallen» hat die Wettbewerbsjury überzeugt. Nun muss sich weisen, ob das Vorhaben auch den Sigriswilern zusagt.

So wie auf dieser Visualisierung könnte das Dorfzentrum Sigriswil mit dem neuen Gemeindehaus dereinst aussehen.

(Bild: zvg)

Am Donnerstagabend liess der Sigriswiler Gemeinderat die Katze aus dem Sack. Im Rahmen einer Vernissage präsentierte er das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs für den Neubau der Gemeindeverwaltung.

Gewinner sind die Ernst Gerber Architekten+Planer AG Bern und die Landplan AG Lohnstorf, die gemeinsam das Projekt «Die Würfel sind gefallen» erarbeitet haben. Insgesamt nahmen zehn Planerbüros am Wettbewerb teil, für den die Sigriswiler vor rund einem Jahr einen Kredit in Höhe von 295'000 Franken gesprochen hatten.

Aufwertung des Zentrums

Das Siegerprojekt überzeuge durch die Funktionalität des Gebäudes, die städtebauliche Qualität sowie die Gestaltung, sagt Alfred Santschi. Der Gemeinderatspräsident war auch Präsident der Wettbewerbsjury, die sich laut Aussagen Santschis einig über das Siegerprojekt war. «Es erfüllt unsere Erwartungen.»

Anstelle des heutigen Verwaltungsgebäudes entsteht ein grösserer, multifunktionaler Dorfplatz. Dadurch wird das Ortszentrum aufgewertet. «Das bestehende Gemeindehaus kann während der Bauphase weiter genutzt werden und muss erst ganz am Schluss weichen», sagt Santschi.

Damit sei kein aufwendiger und teurer Umzug der Verwaltung nötig. Das neue Gebäude würde im nordwestlichen Teil der Parzelle zu stehen kommen. Damit wird ein zweiter Zugang von der Westseite her möglich, was den hinteren Teil der Dorfstrasse beleben würde.

Im neuen Verwaltungsgebäude fänden auch Post und das Tourismusbüro Platz. Die Bibliothek soll im Chorrichterhaus einquartiert werden.

Erweiterung möglich

In einer späteren Phase hat die Gemeinde die Möglichkeit, auf der Parzelle weitere Bauten zu realisieren. «Dies könnten Wohnungen, aber auch Gewerberäume sein», sagt Gemeinderatspräsident Santschi. Noch vor einem Jahr war vorgesehen, eine Einstellhalle zu bauen. Davon ist nun aber keine Rede mehr. «Sie würde sich aktuell schlicht nicht rechnen», sagt Santschi. Zu einem späteren Zeitpunkt – vielleicht wenn zusätzliche Bauten entstünden – könne sie durchaus wieder ein Thema werden.

Santschi ist überzeugt, dass mit dem vorliegenden Projekt das definierte Kostendach von sieben Millionen Franken eingehalten werden kann. «Da eine Etappierung möglich ist, könnte die Gemeinde das Projekt finanziell verkraften.» Noch fahren aber keine Baumaschinen auf. «Mit der Ausstellung soll die Diskussion in Gang kommen», sagt Santschi.

Nach den Herbstferien folgt eine Informationsveranstaltung und danach eine Vernehmlassung. «Wir möchten Nägel mit Köpfen machen, weil der Handlungsbedarf gross ist», sagt Santschi, drosselt aber sogleich das Tempo. «Wir wollen die Bevölkerung unbedingt mit an Bord nehmen.» Dies war beim ersten Projekt, das Schiffbruch erlitt, zu wenig gemacht worden.

Sollte das Siegerprojekt auf breite Zustimmung stossen, könnten die Stimmbürger frühestens nächstes Jahr über das Projekt und damit den Kredit befinden.

Öffnungszeiten der Ausstellung in der Schulanlage Raft: Heute Abend von 18 bis 20 Uhr, morgen Samstag von 9 bis 11 Uhr, am 27./28.August von 18 bis 20 Uhr und am 29.August von 9 bis 11 Uhr.

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