«Wir hatten ein gutes Hüttenjahr»

Die neuste Übernachtungsstatistik des SAC zeigt eine für die meisten Hütten positive Bilanz auf. Die Konkordia- und die Blümlisalphütte gehören mit ihren je rund 5500 Logiernächten zu den meistfrequentierten SAC-Hütten der Schweiz.

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«Ich bin nach wie vor dabei, meinen Bubentraum auszuleben»: Hans Hostettler steht vor seiner zehnten Sommersaison als Hüttenwart der Blümlisalphütte. Zufrieden blickt er auf die neusten Logierzahlen des SAC: «Wir hatten ein gutes Jahr mit fast 5500 Übernachtungen und nochmals so vielen Tagesgästen.»

Somit hatte die Blümlisalphütte im letzten Sommer die höchste Anzahl Übernachtungen aller auf Berner Kantonsgebiet liegenden SAC-Hütten. Landesweit war sie sogar die meistbesuchte aller Sommerhütten. In den Berner Alpen, jedoch auf Walliser Hoheitsgebiet, erreichte nur die Konkordiahütte, die zu einem grossen Teil auch von der Skitourensaison lebt, noch 46 Übernachtungen mehr.

Hütten und Übernachtungen 2016

Trotz Umbau auf neuntem Platz

Etwas verfälscht wird die aktuelle Top-Ten-Statistik durch die Lämmerenhütte, welche während rund eines halben Jahres für fast 2,5 Millionen Franken umgebaut und vergrössert worden ist und entsprechend bereits Anfang August geschlossen werden musste. «Wir gehen davon aus, dass wir die üblichen Frequenzen ohne diesen Umbau bestimmt wieder erreicht hätten», sagt David Wäfler, Sohn der seit 25 Jahren die Lämmerenhütte betreuenden Hüttenwarte Christian und Barbara Wäfler.

Der Umbau dürfte die Sektion Angenstein über 1000 Logiernächte gekostet haben. So gesehen ist der neunte Platz in den Top Ten aller 152 Schweizer SAC-Hütten für die ansonsten am meisten frequentierte Hütte der Berner Alpen immer noch ein hervorragendes Resultat.

Die Top Ten aller 152 SAC-Hütten der Schweiz Die Hütten mit den höchsten Übernachtungszahlen

Quelle: SAC / bpm

Die markantesten Zunahmen

Fast 50 Prozent mehr Übernachtungen und nochmals fast so viel mehr Tagesgäste betreute in ihrem ersten «Dienstjahr» die Hüttenwartin der Doldenhornhütte, Yvonne Feuz. «Jeder neue Besen wischt gut», spasst die 48-jährige Habkerin bescheiden. «Ich glaube aber auch, dass die Schweizer wieder vermehrt im eigenen Land Ferien machen. Und die Medienberichterstattungen über die neue Hüttenwartin dürften auch das ihrige dazu beigetragen haben.»

Jedenfalls habe sie daraufhin einige Reaktionen von Leuten bekommen, die später unbedingt ihre selbst gemachten Aprikosenkuchen und Cremeschnitten degustieren kommen wollten.

SAC-Hüttenbelegung Berner Alpen 2016

Quelle: SAC / bpm

Mit 40 Prozent Zunahme erzielte auch Jolanda Stettler in der Baltschiederklause in ihrem fünften Hüttensommer ein sehr gutes Resultat. Auch die Balmhornhütte hat nach zwei negativen Jahren wieder 35 Prozent Steigerung.

Weitere Zunahmen wie die 122 Prozent des unbewarteten Rosenlauibiwaks oder die 47 Prozent beim Stockhornbiwak sind auf die normalerweise meist geringen Besucherzahlen zurückzuführen. Übernachten dort mal wiederholt grössere Gruppen wie letztes Jahr, steigt die Zahl der Logiernächte in solchen Fällen rasch mal über das Doppelte der Vorjahre an.

Mutthorn: Grosses Auf und Ab

Es gibt aber auch zehn Hütten mit weniger Logiernächten im Jahr 2016. Mit 19 Prozent Abnahme hatte die Mutthornhütte den grössten Einbruch. «Erklärbar ist der Rückgang damit, dass nach dem seit Jahren schlechtesten Sommer 2014 das Folgejahr ein extrem gutes mit fast 40 Prozent Zunahme war, 2016 dann aber wieder ein Durchschnittsjahr», sagt Hüttenwart Toni Brunner.

Kommt dazu, dass die Mutthornhütte mit sechs Stunden über einen der längsten Zustiege verfügt, was bei den im letzten Jahr oft unsicheren Wetterlagen viele Alpinisten von längeren Bergtouren abgehalten hat.

Die Hütten in den Walliser Alpen Auswahl der Walliser SAC-Hütten, und die Zahlen landesweit

Quelle: SAC / bpm (Berner Oberländer)

Erstellt: 25.04.2017, 21:10 Uhr

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