Ab Dezember ist auch das Oberland «Libero»

Mit dem anstehenden Fahrplanwechsel am 15. Dezember wird es den Libero-Tarifverbund auch im Berner Oberland geben. Das bisherige Beo-Abo wird eingestellt.

Christian Aebi, Vorsteher des kantonalen Amts für öffentlichen Verkehr (l.), und Daniel Hirt informierten in Thun über die Erweiterung des Libero-Tarifverbunds ins Berner Oberland.Foto: Stefan Kammermann

Christian Aebi, Vorsteher des kantonalen Amts für öffentlichen Verkehr (l.), und Daniel Hirt informierten in Thun über die Erweiterung des Libero-Tarifverbunds ins Berner Oberland.Foto: Stefan Kammermann

(Bild: Christian Pfander)

«Für Pendlerinnen und Pendler wird einiges einfacher», hielt Libero-Geschäftsführer Daniel Hirt am Mittwoch in Thun vor den Medien fest. Was er damit meinte, war die Ausdehnung des Libero-Tarifverbunds für den öffentlichen Verkehr ins Berner Oberland. Dieser wird mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember Tatsache. Die Erweiterung umfasst die Regionen von Bern bis Thun, den Korridor Thun-Interlaken auf beiden Seeseiten sowie die Seitentäler ab Spiez und Interlaken.

Wer also künftig zum Beispiel von Oberhofen über Thun nach Bern pendelt und dort noch auf den Bus umsteigen muss, benötigt nur noch ein Abonnement unabhängig vom gewählten Transportmittel. Bislang waren für diese Strecke sowohl ein Beo-Abo wie auch ein Libero-Abo nötig. «Das Beo-Abo wird eingestellt, bleibt aber auch nach dem Fahrplanwechsel bis zum Ablaufdatum gültig», erläuterte Daniel Hirt.

Auch Einzeltickets

Neben den Abonnementen gibt es zwischen Bern und Thun sowie im Korridor Thun-Interlaken neu auch Einzeltickets des Libero-Verbunds. In diesem Fall spricht man vom integralen Tarifverbund. Die Einzeltickets sind dort nicht für eine bestimmte Strecke, sondern für eine frei wählbare Anzahl Tarifzonen gültig. Während einer bestimmten Zeit können sich Fahrgäste in den Zonen mit dem öffentlichen Verkehr frei bewegen. «Eine flächendeckende Einführung des integralen Verbunds im ganzen Berner Oberland wäre zu teuer gewesen», sagt der Geschäftsführer weiter. Deshalb gelte im westlichen und östlichen Berner Oberland zwar das neue Libero-Abonnement, nicht aber Einzeltickets des Libero-Tarifverbunds.

«Die Einzeltickets gelten dort nach wie vor für eine bestimmte Strecke», informierte Daniel Hirt weiter.

Preise werden angepasst

Mit der Erweiterung des Libero-Gebietes kommt es auch zu Preisanpassungen. Während bei manchen Verbindungen der Preis ansteigt, sinkt er bei anderen. So wird zum Beispiel das Jahresabonnement für die Strecke Thun–Spiez um 17 Prozent günstiger, während das Abo für die Zugfahrt vom Bahnhof Thun in den Bahnhof Bern um 21 Prozent aufschlägt. Wer allerdings für Bern und Thun weitere Zonen ins Abo nimmt, fährt gegenüber den heutigen Tarifen um 12 Prozent billiger. «Im Schnitt wird das neue Libero-Abonnement für Benutzer des Beo-Abos leicht günstiger», sagte Daniel Hirt.

Der Geschäftsführer ist überzeugt: «Das Ausdehnen des Libero-Tarifverbunds auf das Berner Oberland bringt Kundinnen und Kunden wesentliche Vorteile.» Profitieren würden insbesondere Berufspendler, die Richtung Bern unterwegs seien.

Ein Kundenwunsch

«Die Neuerungen entsprechen einem häufig genannten Kundenwunsch», sagte Christian Aebi, Vorsteher des kantonalen Amts für öffentlichen Verkehr. Der Kanton Bern hat die Ausdehnung des Libero-Tarifverbunds denn auch unterstützt.

Im Auftrag des Grossen Rats haben sich die Verantwortlichen des Amts für öffentlichen Verkehr und Verkehrskoordination für eine einheitliche Tarifstruktur im Einzugsgebiet der S-Bahn Bern engagiert. «Zumal es bislang zwischen Libero und dem Berner Oberland kein massgeschneidertes Verbundangebot gab», so Aebi weiter, der sich von der Neuerung einen höheren Kundennutzen wie auch einen einfacheren Zugang zum öffentlichen Verkehr verspricht. Zudem sei es ein Ziel, damit den ÖV-Anteil am Gesamtverkehr zu vergrössern.

120 Zonen und 265 Millionen

Mit dem Erweitern ins Berner Oberland wird das Gebiet des Libero-Tarifverbunds fünf Jahre nach der Ausdehnung auf Biel, das Seeland und den Berner Jura noch einmal grösser. «Neu umfasst der Verbund über 120 Zonen, 28 Transportpartner und rund 430 Gemeinden», erklärte Daniel Hirt. Im Einzugsgebiet leben gegen 1,3 Millionen Menschen. Die Verantwortlichen rechnen mit einem Umsatzplus von rund 40 Millionen auf rund 265 Millionen Franken.

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