Arena ist «erfreulich gut» ausgelastet

Spiez

Die Mitte Juni eröffnete Sandanlage in der Bucht sei für Spiez ein Gewinn, sagt deren geistiger Vater und Betreiber Stefan Seger.

Stefan Seger ist am (Kopf-)Ball: Der Start für die multifunktionale Sandanlage in der Spiezer Bucht ist laut deren Betreiber geglückt.

Stefan Seger ist am (Kopf-)Ball: Der Start für die multifunktionale Sandanlage in der Spiezer Bucht ist laut deren Betreiber geglückt.

(Bild: Jürg Spielmann)

Kritiker monierten, 660'000 Franken für die Beacharena sei zu viel und das Thema Sandsport bringe wenig. Ihr Fazit nach dem ersten Sommer: Hat Spiez auf das richtige Pferd gesetzt? Stefan Seger: Ja, da ist uns etwas Gutes gelungen, das sowohl die Bucht als auch den Standort belebt. Wir haben für Spiez einen USP (Unique Selling Point, Alleinstellungsmerkmal, Anm. d. Red.) gefunden, was das Ziel des Marketings ist. Es ist schwierig, etwas Spezielles für einen Ort zu finden – die «Belle Epoque» Kandersteg oder das Humorfestival Arosa sind gute Beispiele dafür.

Anwohner befürchteten, der Betrieb der Sandanlage werde über Gebühr Immissionen verursachen, andere wiederum spotteten, Spiez habe nun das grössten Katzenklo der Welt... ...die Kritiker sind grossmehrheitlich verstummt. Wir erhalten haufenweise Lob, bis zu mir ist bis heute nicht eine Reklamation durchgedrungen. Die Leute finden, die Anlage passe ästhetisch perfekt in die Bucht und thematisch nirgends besser hin als neben die Badi. Es ist erfreulich, hat die Idee Früchte getragen und weit über den Ort hinaus Anklang gefunden. Die Auslastung ist entsprechend.

Wie gut denn genau? Erfreulich hoch. An vier von fünf Abenden ist die Beacharena besetzt: montags vom Volleyballclub Spiez und der Männerriege, dienstags vom lokalen Fussballclub, mittwochs vom Beachsoccerclub Thun und donnerstags wieder vom VBC Spiez. Das allein zeigt, dass ein Bedürfnis für die Anlage besteht. Zudem hat sich die Multifunktionalität – diese wird auch mit der ebenso gut ausgelasteten Pétanque-Bahn gelebt – bewährt. Wir hatten auch schon einen Frisbeeclub, der die Anlage mietete. Oder eine Regionalbank für einen Firmenanlass.

Demnach hat der viele Betrieb die Kritiker verstummen lassen? Wohl auch. Es ist eine Genugtuung und schon befriedigend, dass es derart gut läuft. Denn Gewissheit, dass es so sein wird, hat man im Voraus natürlich nicht.

Auch der Schulsport sollte etwas vom Spiezer Sand haben, hiess es stets. Und? Das läuft. Wir haben viele Schulen, nicht nur hiesige: eine aus dem Berner Liebefeld war schon hier oder auch jene aus Erlenbach. Sie wird sogar den Sporttag bei uns ausrichten. Es kommen tagsüber auf gut Glück auch viele Leute aus der näheren und weiteren Umgebung, um auf Sand zu spielen. Oder es hat Kinder, die einfach «sandälä» – das ist schön zu sehen, hat etwas von Ferien.

Tönt alles schön und gut: Was aber wird mit der Beacharena konkret für Spiez generiert? Es wird der Tagestourismus gefördert, was das Kerngeschäft ist und Wertschöpfung bringt. Mit den Turnieren wird ausserdem der Übernachtungstourismus gefördert. Es ist erfreulich: Entgegen dem Trend am Thunersee weisen wir heuer ein Wachstum von 6 Prozent aus. Am kommenden Beachsoccer-Weekend werden sehr viele Logiernächte generiert – und eine Wertschöpfung von über 100'000 Franken.

Was gilt es noch zu verbessern? Es gibt Bauliches zu ergänzen; eine Infotafel fehlt noch, und wir müssen, ausser bei Turnierbetrieb, die Netze in den Ecken ganz schliessen, da doch einige Katzen im Sand gewesen sind. Bisher haben wir die Energie für den Betrieb verwendet, in das Häuschen beim Buchtkiosk gesteckt, in dem das Material für die Beachanlage, das Minigolf und den Kanuweg untergebracht sind. Für das Vermarkten der Anlage hatten wir noch gar nicht gross Zeit.

Sie definierten einst internationale Anlässe als ein Ziel... Beachsoccer auf internationalem Niveau ist immer noch ein Thema, das wir ab und an mit Reto Wenger, dem Präsidenten von Swiss Beach Soccer, diskutieren. Das wäre aber eine grosse Kiste. Ich glaube, wir hätten die Kompetenz, das zu stemmen. Für Wenger ist klar, dass Spiez der Standort ist, wenn ein internationaler Anlass zum Thema wird.

Vorab gibt es am Wochenende Strandfussball auf nationalem Niveau. Eine erste wirkliche Bewährungsprobe für die Arena? Es gibt einen neuen Standort mit einem neuen Konzept für eine Erlebnisbucht (siehe unten). Ja, es ist eine Art Härtetest.

Wovon träumt Sandmann Seger? Ich habe Wunschziele statt Träume: ein Beachsoccer-Nationalliga-A-Team aus Spiez, ein Volleyballturnier der A1-Tour, wie auf dem Bundesplatz oder dem HB Zürich, und ausländische Teams bei uns im Trainingslager. Wir müssen dranbleiben und das, was wir haben, perfektionieren. Ohne Zutun haben wir nicht Gewähr, dass es in fünf Jahren noch so gut läuft.

Berner Oberländer

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