Astra sieht nur im Westen Möglichkeiten

Därligen

Die Einfahrt Richtung Interlaken auf die A8 im Osten Därligens wird nicht optimiert. Eine Möglichkeit, die Situation zu verbessern, gibt es im Westen, wo ein Dreiviertelanschluss gebaut werden könnte. Die Gemeinde ist wenig begeistert.

Einfahrt Därligen-Ost: An der Situation hier wird sich in den nächsten Jahren nichts ändern. Wer von Därligen Richtung Interlaken fährt, muss die Gegenfahrbahn auf der A8 kreuzen.

Einfahrt Därligen-Ost: An der Situation hier wird sich in den nächsten Jahren nichts ändern. Wer von Därligen Richtung Interlaken fährt, muss die Gegenfahrbahn auf der A8 kreuzen.

(Bild: Bruno Petroni)

Samuel Günter@samuel_guenter

Wer von Därligen Richtung Interlaken auf die A 8 will, muss unter Umständen bergauf anfahren und in den Verkehr einfädeln und dabei die Gegenfahrbahn queren. Gegner der Verlagerung des öffentlichen Regionalverkehrs von der Bahn auf die Strasse sehen hier ein Problem. Die Fahrplansicherheit könne nicht gewährleistet werden, wenn der Bus dereinst bei grossem Verkehrsaufkommen gar nicht auf die A 8 einbiegen können.

Eine Nachfrage beim zuständigen Bundesamt für Strassen (Astra) zeigt, dass mittelfristig keine Besserung der Situation in Aussicht ist. «2014 wurde der Knoten bereits optimiert. Der Linksabbieger von der A 8 her wurde aufgehoben, und somit muss eine Spur weniger gequert werden.

Für umfassendere bauliche Massnahmen gibt es allerdings kaum verhältnismässig umsetzbare Möglichkeiten», erklärt Mark Siegenthaler, Informationsbeauftragter des Astra, auf Anfrage dieser Zeitung. Dazu gebe es mehrere offene Fragen, etwa wie der Ausbau der Bahnlinie erfolgen soll.

«Für umfassendere bauliche Mass­nahmen gibt es  allerdings kaum verhältnismässig umsetzbare  Möglichkeiten.»Mark Siegenthaler, Astra

Projekt im Osten sistiert

Das Astra habe bauliche Massnahmen zur Verbesserung der Situation Därligen-Ost geprüft. «Geplant war, die A 8 auf ein höher gelegenes Trassee zu verlegen», erklärt Siegenthaler. Von Därligen wäre man dann gar nicht mehr auf die Nationalstrasse gefahren, sondern direkt auf einer separaten Strasse nach Interlaken.

Dieses Projekt habe man aber sistiert. Zum einen hat die Bahn mittelfristig keine konkreten Pläne für den Doppelspurausbau, der aber ein Hauptgrund für die Verlegung der A 8 gewesen wäre. Zudem erwies sich das Projekt als unwirtschaftlich und hätte einen markanten Einschnitt in Umwelt und Landschaftsbild bedeutet.

Eine Reaktivierung ist wenig wahrscheinlich. «Ein entsprechendes Verfahren würde ohnehin sehr lange dauern», meint Siegenthaler. «Wenn ein neues Trassee nötig wird, dauert es sofort zehn Jahre oder länger.»

Möglichkeit im Westen

Trotzdem sieht Siegenthaler eine Möglichkeit, die Situation in Därligen zu verbessern. Dies aber im Westen, wo ein sogenannter Dreiviertelanschluss möglich wäre. Das heisst, es würde neben der Einfahrt Richtung Spiez auch eine Richtung Interlaken erstellt, bei der keine Querung der Gegenfahrbahn nötig wäre.

«Wir haben eine entsprechende Lösung geprüft, als klar wurde, dass im Osten vorderhand nichts gehen wird», sagt Siegenthaler. Eine Umsetzung sei möglich, auch wenn noch verschiedene Fragen geklärt werden müssten. «Der Vorteil dieser Variante ist, dass sie in einem einfacheren Verfahren zu realisieren wäre.» Siegenthaler spricht von mindestens drei bis vier Jahren bis zur Plangenehmigung. Dazu käme die Realisierung.

Diese Lösung habe man aber einstweilen nicht weiterverfolgt, weil man von der Gemeinde Därligen negative Signale bekommen habe, erklärt Siegenthaler.

Einfahrt Därligen-West: Hier ist laut dem Astra der Ausbau zu einem Dreiviertelanschluss möglich. Das heisst, es würde eine zusätzliche Einfahrt Richtung Interlaken erstellt. Bild: Bruno Petroni

Därligen ist dagegen

Hans Wolf, Gemeindepräsident von Därligen, bestätigt dies. «Die Lösung, wie sie uns präsentiert wurde, stimmte für uns nicht», erklärt er. «Das Astra hat uns mitgeteilt, dass der Anschluss Ost in diesem Fall für Personenwagen und Lastwagen geschlossen worden wäre, nicht hingegen für den landwirtschaftlichen Verkehr, was aus sicherheitstechnischen Überlegungen überhaupt keinen Sinn machen kann.»

Es könne nicht sein, dass die Därliger, wenn sie nach Inter­laken wollten, praktisch kurz vor Leissigen kehren müssen. «Und die Fahrzeuge der Öltrans müssten in diesem Fall durchs Dorf verkehren», bemängelt Wolf. Er äussert auch Zweifel, ob der Dreiviertelanschluss in Därligen-West tatsächlich realisiert werden könnte. Er hält aber fest: «Am Ende sind nicht wir der Bauherr».

In der Diskussion über den Regionalverkehr hält sich Wolf weiterhin bedeckt. «Für uns in Därligen ist einfach wichtig, dass das Angebot nicht schlechter wird.»

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