«Attraktives Zentrum als Ziel»

Spiez

Die EVP will am ihren Sitz im Gemeinderat verteidigen und strebt im Grossen Gemeinderat einen fünften an. Bezahlbare Familien- und Alterswohnungen seien knapp, der Handlungsbedarf gross, findet Präsident Markus Wenger.

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Bei den Wahlen 2008 konnte die EVP im Parlament um zwei auf fünf Sitze zulegen, 2012 ging ein Mandat wieder verloren. Nun soll Anna Fink den Gemeinderatssitz von Ursula Erni verteidigen. Was führt die EVP Spiez am 6. November sonst noch im Schilde?Markus Wenger:Mit Anna Fink haben wir tatsächlich eine politisch erfahrene und sehr kompetente Kandidatin für den Gemeinderat, die sich mit vollem Engagement besonnen und weitsichtig für tragfähige Lösungen einsetzen wird. Mit einer alters- und geschlechtermässig ausgewogenen Liste streben wir im GGR wieder einen fünften Sitz an.

Sie stellen keine eigene Kandidatur für das Gemeindepräsidium. Welche der fünf Kandidaturen wird die EVP Spiez unterstützen – und warum?Der Vorstand der EVP hat bei der Präsidentenwahl für den ersten Wahlgang Stimmfreigabe beschlossen.

Was hat Spiez der EVP dank deren Politik in der auslaufenden Legislaturperiode zu verdanken?Unsere Gemeinderätin Ursula Erni-Reusser hat sich als Vorsteherin Soziales mit viel Sachverstand, mutig und ideenreich für nachhaltige Lösungen im Aufbau eines soliden und gut funktionierenden Sozialdienstes eingesetzt, die Alterspolitik wirkungsvoll verankert und bedarfsgerecht soziale und berufliche Integration gefördert. Im GGR konnte der Vorstoss für die Förderung vom gemeinnützigen Wohnungsbau überwiesen werden. Ergänzungsanträge beim Kredit für die Sanierung des Lötschberg-Parkhauses und zum Kredit des Doppelkindergartens in Einigen wurden angenommen. Mit unserer engagierten Unterstützung konnte die Sandanlage in der Bucht realisiert werden.

Und wo war die EVP noch nicht – wie oft propagiert – enkeltauglich respektive mehrheitsfähig?Der Vorstoss für den gemeinnützigen Wohnungsbau ist zwar überwiesen, aber ein Projekt ist noch nicht in Sicht. Bei der Integration von schwächeren oder beeinträchtigten Menschen suchen wir auf allen Ebenen nach einem Durchbruch. Ähnlich ist es mit der Integration von Flüchtlingen.

Wofür gibt Spiez zu viel Geld aus?Der Spielraum der Gemeinde ist klein. Viele Ausgaben sind gebunden oder erfüllen einen wesentlichen Zweck des Service public. Es sind vielmehr die kleineren Posten, welche immer wieder hinterfragt werden müssen.

Und wo ist man zu knausrig?Knausrig ist das falsche Wort. Oft läuft man Gefahr, aufgrund des Spardrucks zu kurzfristig zu planen. Es ist sehr wichtig, bei der Finanzplanung langfristig zu denken, eine enkeltaugliche Lösung zu wählen. Besonders bei Investitionen in die Prävention und Integration können wir mit einer langfristigen Perspektive sparen.

Worin ist Spiez bereits heute top – und wo kann und muss es besser werden?Im Bereich der Bildung gibt es in Spiez ein sehr vielfältiges, gutes Angebot. Mit der Gründung der Spiez Marketing AG wurde mit attraktiven Freizeitangeboten nicht nur touristisch, sondern auch für die Spiezerinnen und Spiezer ein grosser Mehrwert geschaffen. Zudem hat Spiez im regionalen Umfeld einen attraktiven Steuersatz. Bezahlbare Familien- und Alterswohnungen sind knapp und der Handlungsbedarf gross; kreative Umsetzungs- und Finanzierungsideen sind hier gefragt. Ein attraktives und generationentauglich gestaltetes Ortszentrum wäre für die nächste Legislatur ein wichtiges Umsetzungsziel.

Markus Wenger (59)präsidiert die EVP Spiez, welcher er 2002 beitrat, seit 2009. Politisch aktiv ist der Geschäftsführer der Wenger Fenster AG und Grossrat seit über drei Jahrzehnten. Zu seinen Hobbys zählt der verheiratete Familienvater das Velofahren, Wandern und Kanufahren.

Berner Oberländer

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