Meiringen

Auf dem Weg zur Theater-Tramhalle

MeiringenDas Depot des einstigen Meiringen-Reichenbach-Aareschlucht-Trams soll für 1,2 Millionen Franken saniert werden. Der Entscheid fällt am 23. September an der Urne.

Die Tramhalle Meringen: Hier fuhren bis 1958 Trams auf drei Gleisen ins Depot ein.

Die Tramhalle Meringen: Hier fuhren bis 1958 Trams auf drei Gleisen ins Depot ein. Bild: Anne-Marie Günter

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«Die Tramhalle liegt vielen Leuten am Herzen», weiss der Meiringer Gemeinderat Thomas Dummermuth. Am 23. September stimmt Meiringen an der Urne über einen Kredit von 1,2 Millionen Franken für die Sanierung des ehemaligen Tramdepots ab. Ab 1912 gab es elektrische Trämli in Meiringen, mit Unterbrüchen während der Weltkriege.

Über Zwischenstationen fuhren sie zum Reichenbachfall und zur Aareschlucht. Die Schienen verliefen auf Drängen der einheimischen Gewerbler 900 Meter über die Hauptstrasse. In den besten Zeiten wurde die Strecke bis zu 40-mal täglich befahren. Ab 1956 fuhr das Tram nicht mehr, 1958 ging die Trägeraktiengesellschaft in Konkurs. Die Gemeinde Meiringen übernahm aus der Liquidation das dreigleisige Depot beim Bahnhof.

Wenns Raum brauchte

Die Tramhalle diente seither für Ausstellungen aller Art, von afghanischen Teppichen bis zu Zwergkaninchen. Am Ubersitz ruhten sich hier die Triichlerzüge inmitten von Zuschauern etwas aus. Verschiedentlich war sie Provisorium während Neu- und Umbauten im Dorf. 2014 zog sogar die Gemeindeverwaltung hier ein, während das Rütli-Gemeindehaus kernsaniert wurde.

Die Tramhalle wurde an die Fernheizung angeschlossen und erhielt Lüftung und neue Fenster. Eine Aktionsgruppe überlegte nach dem Wegzug der Verwaltung, ob sie das einstige Tramdepot als Event- und Ausstellungshalle übernehmen könnte. Zudem gabs eine konkrete Anfrage für eine Dauermiete. Im Februar 2018 fällte der Gemeinderat den Grundsatzentscheid, dass die Gemeinde Vermieterin bleibt.

Das Festival

Den entscheidenden Input dafür, die geplante Sanierung rasch in Angriff zu nehmen, gab das Volkstheaterfestival, das bereits im ­Juni 2019 zum ersten Mal stattfindet. «Wir sind auf sehr guten Wegen», sagt Thierry Ueltschi, Präsident des Trägervereins.

Den Bühnenbau mit Beleuchtung und Beschallung und die Anschaffung einer Tribüne wird der Verein übernehmen. Mit Sponsoring und Crowdfunding. «Die 335'000 Franken, die in der Abstimmungsbotschaft aufgeführt sind, sind die Luxusvariante. Am Anfang könnten wir auch mit Provisorien und Mieten arbeiten», sagt Ueltschi.

Zwei Etappen

Die 1,2-Millionen-Franken-Sanierung, welche die Gemeinde vornehmen will, ist etappiert. Störend für einen Theaterraum sind die Trägersäulen im Gebäude. Die erste Etappe umfasst deshalb den Umbau der Tragkons­truktion, die Dachsanierung ­inklusive Einbau einer Fotovoltaikanlage und die Anpassung des Haupteingangs dort, wo einst die Trämli ins Depot einfuhren.

Sie kostet 630'000 Franken und soll im Frühling 2019 ausgeführt werden. Die zweite Etappe, die 2022 ansteht und die Erfahrungen nach dem Volkstheaterfestival mit einbeziehen wird, umfasst Fassadendämmung, Küchenzelle und WC-Anlagen und einen Ausbau des Gebäudes. (Berner Oberländer)

Erstellt: 14.09.2018, 10:29 Uhr

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