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Auf Fotojagd für Schürli-Schutz

Der Verein Schür.li will die Heuschober, die kleinen landwirtschaftlichen Ökonomiegebäude, erhalten und deren Umnutzung ermöglichen.

Eines der Objekte für die Schürlijagd, wozu www.schür.li einlädt. Solange der Schnee fehlt, ist die Fotojagd auf Schürli ein spezieller Landschaftsgenuss.
Eines der Objekte für die Schürlijagd, wozu www.schür.li einlädt. Solange der Schnee fehlt, ist die Fotojagd auf Schürli ein spezieller Landschaftsgenuss.
zvg

«Une meule – ein Heuschober – von Claude Monet hat kürzlich an einer Auktion 82 Millionen Dollar erzielt. Für uns ist jedes Schürli noch viel wertvoller. Sensationell, welchen Beitrag Schürli im Alpenbogen für die Landschaftsqualität leisten.»

Der das so launig schreibt, ist Matthias Kurt, früherer Grossrat und ebenso umtriebiger wie initiativ-kreativer Kopf im Obersimmental. Er steht in der Angelegenheit Schürli für die Medienarbeit ein.

Es geht dem Verein Schür.li darum, die kleinen landwirtschaftlichen Ökonomiegebäude zu erhalten und umzunutzen. Im Alpenbogen gibt es sie nahezu zu Tausenden. Dort sind sie wesentliche Bestandteile der Schönheit der Landschaft, wie der Verein Schür.li vermerkt.

185 Schürli in Gsteig erfasst

Gründer des Vereins ist Michael Gehret aus Gsteig. Er hat allein in seiner Gemeinde Gsteig 185 Schürli erfasst. «Sie dienten früher als Ställchen und Heuschober in einer den kleinräumlichen Gegebenheiten angepassten Landwirtschaft. Gebaut mit Material aus der Nähe, begeistern Schürli mit kreativer Zimmermannskunst. Doch viele haben heute ihre landwirtschaftliche Funktion verloren», gibt Matthias Kurt zu verstehen.

Wie nun will der Verein Schür.li diese Heuschober erhalten? Matthias Kurt nennt vier strikte Rahmenbedingungen: «Keine neuen Erschliessungen. Keine Emissionen. Keine sichtbaren Veränderungen der Fassaden. Keine unwirtschaftlichen Schutzklauseln.» Wer Kurt kennt, der weiss: «Auf der politischen Ebene sind wir intensiv daran, für Schürli zu lobbyieren.

Es braucht die Quadratur der Vereinfachung von Artikel 24 des Raumplanungsgesetzes (RPG) und neues offenes Verwaltungsdenken.» Immerhin: Regierungsrat Christoph Neuhaus pusht laut Kurt den bis jetzt nicht benutzten Richtplan «Landschaftsprägende Bauten». Und: «Mit Landschaftsschützer Raimund Rodewald und vielen Politikern hatten wir Lobbykontakte, um der Umnutzung des Artikels 24 RPG gerecht zu werden.»

Fotografieren – aber wie?

Nun hat der Verein die Schürli-Jagd lanciert. Das ist eine konkrete Einladung und Aufforderung, solche Schürli in der Landschaft im Bild festzuhalten. «Zuerst alle vier Fassaden und die Eingliederung in die Landschaft fotografieren, hochladen, Position erkennen und kontrollieren, mit E-Mail-Adresse registrieren», wird Matthias Kurt konkreter.

«Die auf das Mobile Device ausgelegte Website macht den Upload der Schürli ganz einfach möglich», ermuntert er weiter. Und solange sich Frau Holle ziere, werde «die Schürli-Jagd zur erholsamsten Altjahrswoche-Beschäftigung», stellt er in Aussicht. Wer auf der Fotojagd mitmacht, kann sogar einen Gewinn einziehen, wenn sie oder er Glück hat: Verlost wird nämlich eine Übernachtung mit allem Drum und Dran im Romantik Hotel Hornberg in Saanenmöser. Dies, sobald die ersten tausend Schürli erjagt und erfasst sind.

www.schür.li

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