Aus den Bergen Sardiniens ins Berner Oberland

Mürren

Mit Volksweisen und Poesie aus den Bergen Sardiniens umschmeichelte am Samstag das Musikerpaar Ruth und Res Margot rund 50 Gäste im Kulturhotel Regina.

Ruth und Res Margot präsentierten im Hotel Regina ihre Referenzen an Sardiniens Berge.<p class='credit'>(Bild: Christina Burghagen)</p>

Ruth und Res Margot präsentierten im Hotel Regina ihre Referenzen an Sardiniens Berge.

(Bild: Christina Burghagen)

Die Liebe zum Blues führte Sängerin Ruth Margot und Bassist Res Margot aus Bern um die ganze Welt. Jetzt im reiferen Alter verschreibt sich das Paar den Volksweisen aus Sardinien, das hat einen guten Grund. Margot machte sich vor einigen Jahren auf die Suche nach ihrem Vater, von dem sie nur den Namen und den Herkunftsort Sardinien kannte.

Einst hatte es Antonio als Militärflüchtling in die Schweiz verschlagen – hier verliebte sich der italienische Internierte in ein schönes Emmentaler Meitschi, Margots Mutter. Nach dem Krieg verschwand Antonio in seine Heimat.

Als Ruth ihn suchte und fand, war er bereits gestorben. Seine Familie wollte zwar von der Schweizer Tochter nichts wissen. Doch in der Musik der Insel fand Ruth eine Heimat, die sie mit ihrer samtig-umarmenden Stimme immer wieder besucht.

Res Margot begleitet seine Frau mit sardischer Gitarre, ­Bluesharp, Bena (Schilfrohrflöte) und Trümpi (Maultrommel). Viele Wochen und immer wieder besuchte das Paar zahlreiche der 2000 Dörfer in den Bergen Sardiniens und sammelte musikalische Edelsteine, die von Liebe und Leid erzählen.

Das Publikum im Salon des Hotels Regina zeigte sich am Samstagabend angesichts des feinfühligen Vortrags mit der satten Stimme der Sängerin tief berührt. Das Duo schlug mit seinem Programm eine besondere musikalische Brücke zwischen den Bergwelten Sardiniens und des Berner Oberlandes.

Mitte Oktober schliesst das Hotel Regina, um sich auf die Wintersaison ab Mitte Dezember vorzubereiten. Im Jahr 2019 widmet sich das Veranstaltungsprogramm des Kulturhotels dem Thema Wasser, denn Mürren zählt zu den wenigen Gemeinden, die sich ausschliesslich aus eigener Quelle versorgen.

Berner Oberländer

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