Aus Tradition wird Attraktion

Unterseen

Viehschauen auf dem Stadthausplatz haben Tradition. Auch am kommenden Dienstag werden die Viehschauexperten hundert Kühe punktieren. Aber nicht nur.

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In der Altstadt sind zwar keine Kühe mehr zu Hause respektive zu Stall, aber die Viehschauen finden weiterhin im Altstadtgeviert statt. So will es die Tradition. Nun ergriff der Altstadtleist die Ini­tiative, den Anlass zuschauerfreundlich zu gestalten.

«Wir setzen uns für eine attraktive Altstadt ein», sagt Ernst Vögeli, der Vertreter des Gemeinderates im Altstadtleist, «dazu zählt die Aufrechterhaltung von Traditionen und Volksbräuchen.» Roland Feuz, Präsident des Viehzuchtvereins Interlaken und Umgebung, begrüsst die Initiative des Leists. Er erwartet, dass hundert Kühe aufgeführt werden.

«Wir setzen uns für eine attraktive Altstadt ein. Dazu zählt die Aufrechterhaltung von Traditionen und Volksbräuchen.»Ernst Vögeli, Altstadtleist

Wenn es um Marktstände geht, ist Marktfahrer Hanspeter «HP» Reber der Mann, der dank viel ­Erfahrung weiss, wie es gemacht wird. An der Unteren Gasse werden an zwei bis drei Ständen Käse und weitere Hofprodukte verkauft.

HP wird zudem mit seinem eigenen Stand, an dem verkauft wird, was sonst nicht aufzutreiben ist, vor Ort sein. Und die Viehzüchter erwarten Gäste in ihrer Festwirtschaft. Der Anlass wird durch die Tourismus-Organisation Interlaken kommunikativ unterstützt.

Beste Imagepflege

«Eine Viehschau ist die beste Imagepflege für den Bauernstand», sagt Hanspeter Liechti, Geschäftsführer der IG Swiss Fleckvieh. Trotzdem geht an vielen Schauen die Anzahl der auf­geführten Tiere zurück. Das hat zwei Gründe: Erstens ist es nicht mehr obligatorisch, Zuchttiere an Schauen punktieren zu lassen, und zweitens wächst die durchschnittliche Grösse der Bauernbetriebe, womit der Anreiz und die Bereitschaft sinkt, zum direkten Vergleich den ganzen Viehbestand auf den Schauplatz zu führen.

«Eine Viehschau ist die beste Imagepflege für den Bauernstand.»Hanspeter Liechti, Geschäftsführer IG Swiss Fleckvieh

Wie wird punktiert? Auf der Website von Swissherdbook ist nachzulesen: «Bei der Beständeschau werden die vier Positionen Rahmen, Fundament, Euter und Zitzen innerhalb einer Skala von 0 bis 5 Punkten nach der subjektiven Beurteilung des Experten qualifiziert.

Zusätzlich erfolgt eine Einordnung in Qualitätsklassen mittels einer Gesamtpunktzahl von 80 bis 98 Punkten, die in einer gewissen Beziehung zu den Positionsnoten steht und im Maximalbereich auch auf einzelne Leistungsmerkmale Rücksicht nehmen muss.»

Wie die Miss Altstadt gewählt wird, erklärt Roland Feuz: «Jeder Züchter, der an der Schau teilnimmt, kann eine Kuh stellen, die Viehschauexperten bezeichnen dann die Schönste unter ihnen. Die Miss Altstadt.» Sie erhält zwar keinen Modelvertrag, aber immerhin eine Treichel.

Das Programm am Dienstag, 18. Oktober 9.30 Uhr: Beginn der Herbstschau und des Marktes 11 Uhr: Die Spitzentiere werden im Ring vorgeführt, die Experten kommentieren ihre Benotung Ca. 12.30 Uhr: Die Miss Altstadt wird gewählt.

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