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Ausbau zu teuer: Regionalkonferenz ist für Bus

Die Regionalkonferenz Oberland-Ost spricht sich für eine Erschliessung von Därligen und Leissigen per Bus aus. Dies vor allem, weil der behindertengerechte Ausbau der zwei Bahnhöfe unverhältnismässig hohe Kosten zur Folge hätte.

Der Bahnhof Därligen könnte ab 2023 Geschichte sein. Da dieser nicht im Dorfkern liegt, würde die Bevölkerung bei der Variante «Bahn/Bus» von einer deutlich näheren Bushaltestelle profitieren.
Der Bahnhof Därligen könnte ab 2023 Geschichte sein. Da dieser nicht im Dorfkern liegt, würde die Bevölkerung bei der Variante «Bahn/Bus» von einer deutlich näheren Bushaltestelle profitieren.
Markus Hubacher

Bis Ende 2023 müssen die Anforderungen an das Behindertengleichstellungsgesetz erfüllt werden. Dies bedeutet, dass die Bahnhöfe Därligen und Leissigen baulich angepasst werden müssen, was mit beachtlichen Investitionen verbunden ist.

Das Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons Bern hat aus diesem Grund mit einer Studie verschiedene Optionen für die künftige Aus­gestaltung des Regionalverkehrs zwischen Interlaken und Spiez prüfen lassen. Im Rahmen der Mitwirkung hat die Geschäftsleitung der Regionalkonferenz Oberland-Ost zu den Varianten Stellung ge­nommen.

Bahn/Bus als Favorit

Eine möglichst gute Fernverkehrserschliessung der Region ist vordringlich. Dem Tourismus kommt im Oberland-Ost grosse Bedeutung zu. Umsteigefreie Verbindungen zwischen Interlaken und den Zentren Bern, Basel und Zürich sind deshalb unerlässlich.

Dieses Bedürfnis wird heute nur teilweise erfüllt: Innerhalb von zwei Stunden sind drei Verbindungen direkt, die vierte erfordert ein Umsteigen in Spiez. Direktverbindungen mit Zürich fehlen derzeit gänzlich.

Vor diesem Hintergrund favorisiert die Regionalkonferenz unter den zur Diskussion stehenden Optionen die Variante Bahn/Bus. Dies bedeutet konkret, dass die heutige Erschliessung von Därligen und Leissigen mit Regionalzügen nur noch bis etwa 2023 beibehalten würde. Spätestens auf diesen Zeitpunkt hin sollen die beiden Dörfer mit zwei Buslinien mit Interlaken beziehungsweise Spiez verbunden werden.

Zwischen Spiez und Interlaken würde alle zwei Stunden ein Bahnshuttle die Taktlücke im Fernverkehr schliessen. Dieser könnte mit Einführung des integralen Halbstundentakts zwischen Bern und Interlaken- Ost wieder aufgehoben werden.

Schiene: Ja, aber

Die Regionalkonferenz unterstützt zwar den Grundsatz, dass die Erschliessung von Gemeinden mit dem ÖV wenn möglich schienengebunden erfolgen soll. Im vorliegenden Fall erachtet sie ihn jedoch aufgrund der zwangsläufig anfallenden hohen bau­lichen Aufwendungen als eher unverhältnismässig.

Demgegenüber würde vor allem die Bevölkerung von Därligen durch eine Buslösung von einer deutlich näher gelegenen Haltestelle profitieren; zudem liesse sich das Busangebot nach Spiez in Spitzen­zeiten problemlos zu einem Halbstundentakt verdichten.

Das in der kantonalen Studie als Alternative zur Diskussion gestellte «Flügelzugkonzept» wird von der Geschäftsleitung der Regionalkonferenz klar abgelehnt. Die Variante sieht Regioexpresszüge zwischen Bern und Interlaken vor. Diese würden das bestehende dritte Fernverkehrsprodukt (jede zweite Stunde eine Fernverkehrsverbindung) konkurrenzieren.

SDA/ngg

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