Mülenen

Bald Steinböcke am Niesen?

MülenenKultur am Niesen mal anders: Statt musikalischer Kost gab es für 100 Zuhörer ein Fachreferat von Ex-Jagdinspektor Peter Juesy.

Laut Peter Juesy könnte der Steinbock zum Niesen zurückkehren.

Laut Peter Juesy könnte der Steinbock zum Niesen zurückkehren. Bild: Moritz Hager

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«Es ist eine Frage der Zeit, bis der Steinbock wieder zum Niesen zurückkehrt»: Peter Juesy, ehema­liger kantonaler Jagdinspektor, kennt den Niesen wie seine Westentasche, ist er doch am Fusse der Pyramide aufgewachsen. Kaum einer kennt die Fauna am Niesen wie er.

Juesy zeigte am von der Niesenbahn veranstalteten Kulturabend auf Niesen Kulm, warum gerade dieser Berg für Dutzende von Wildtierarten prädestiniert ist. So ist der Rothirsch im Jahr 1961 von der Ostschweiz her über den Brünigpass ins Berner Oberland gezogen. Heute leben am Niesen 20 Hirsche (Kanton Bern 1700). «Und oberhalb von Wengi hat ein Steinadlerpaar den tiefsten Adlerhorst der ganzen Schweiz, den es etwa alle zwei Jahre mal besetzt.»

Seine vier Expositionen, die unberührten Wälder an der Nordflanke, unzählige Felsen, strukturierte Alpweiden und andere Rückzugsgebiete machten den Niesen für die Fauna zum idealen Wohnort. «Die meist schneefreien Südhänge liefern schnell und viel Äsung.»

Peter Juesy auf dem Niesen. Bild: bpm

Das Nebeneinander von Mensch und Wildtieren sei möglich – «allerdings nur mit Kompromissen». Der Niesen zeige, dass die Koexistenz realisierbar ist. Juesy war schon immer ein Verfechter von Verbotszonen: «Wir haben eine Bevölkerungs­explosion, und gleichzeitig wollen die Leute vermehrt zurück zur Natur. Hier in der Schweiz ist alles unglaublich eng beieinander. Wenn aber die verschiedenen Interessengruppen wie Trendsportler, Bergführer, Umweltschützer und Behörden zusammen reden, können sie vernünftige Lösungen erarbeiten.»

Juesy ist «dagegen, dass man einfach grosse Gebiete ausscheidet und als Tabuzone deklariert. Sonst müssen wir den Tourismus bald nach auswärts verschieben.» Wenn man wisse, welche Störung für welche Wildart wann ein Problem sei, könne man Massnahmen treffen. «Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – und eine Lösung.» (Berner Oberländer)

Erstellt: 17.08.2018, 20:33 Uhr

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