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Führt «Nico» das Ballenberg-Museum aus der Talsohle?

190'000 Eintritte verzeichnete das Freilichtmuseum in der vergangenen Saison. Die Folge ist ein ausgewiesener Betriebsverlust von 310'000 Franken.

Peter Flück, Präsident der Stiftung Freilichtmuseum Ballenberg (l.), und Betriebsdirektor Peter Kohler wollen mit ihren Mitarbeitern sowie mit dem neuen Maskottchen «Nico» für einen Aufwärtstrend sorgen.
Peter Flück, Präsident der Stiftung Freilichtmuseum Ballenberg (l.), und Betriebsdirektor Peter Kohler wollen mit ihren Mitarbeitern sowie mit dem neuen Maskottchen «Nico» für einen Aufwärtstrend sorgen.
Hans Urfer

«Inhaltlich zufrieden, betriebswirtschaftlich unzufrieden», lautet das Fazit des Betriebsdirektors des Freilichtmuseums Ballenberg, Peter Kohler, für die ­vergangene Saison. Starke Konkurrenz, nicht beeinflussbare Faktoren wie Wetter und Frankenstärke und auch selbst verschuldete Gründe wurden für den Rückgang der Eintritte und den daraus resultierenden Betriebsverlust von 310'000 Franken ins Feld geführt.

Mehrere Jahre rückläufig

Stiftungsratspräsident Peter Flück räumte am Donnerstag an der Medienkonferenz in Bern ein, dass das Gruppengeschäft über Jahre hinweg vernachlässigt worden ist, und Peter Kohler machte keinen Hehl daraus, dass die Besucherzahlen seit mehreren Jahren rückläufig sind.

«Mit den 190'000 Eintritten, das ist ein Minus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr, haben wir die Talsohle erreicht.»

Peter Kohler, Direktor Freilichtmuseum

«Mit den 190'000 Eintritten, das ist ein Minus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr, haben wir jedoch die Talsohle erreicht», sagte Kohler und wusste auch Positives zu berichten. «Die Gästerückmeldungen und die Onlinebewertungen der Besucherinnen und Besucher sowie die zahlreichen Veranstaltungen, das Jahresthema sowie das sehr erfolgreiche Landschaftstheater machen uns Freude», sagte der Betriebsdirektor.

Neue Finanzstrategie

Laut Peter Flück soll das Freilichtmuseum Ballenberg mit einer Dreisäulen-Finanzstrategie 2019 wieder die Gewinnzone erreichen. «Diese Strategie sieht eine Steigerung der Eintrittszahlen, eine Erhöhung der Fundraising- und Sponsoringeinnahmen sowie eine faire Abgeltung der kulturellen Leistungen durch die öffentliche Hand vor. Die Grundlagen für die Trendwende sind gelegt, wir steigen mit Zuversicht in die kommende Saison», sagte Flück.

So soll eine Verdoppelung der Betriebsbeiträge angepeilt werden. Bisher zahlte der Bund pro Jahr rund 500'000 Franken, und der Kanton Bern steuerte für die gleiche Zeitspanne 600'000 Franken bei. Man sei sowohl beim Bund wie auch beim Kanton bereits vorstellig geworden. Zudem werden auch die üb­rigen Kantone um finanzielle Unterstützung angegangen.

Neues Streichelgehege

Für die am Gründonnerstag, 13. April, beginnende Saison 2017 setzen die Betreiber noch stärker auf Gruppenreisen sowie auf Schulen und Familien. Zudem bietet das Freilichtmuseum den Tieren mehr Raum. Unter dem Slogan «Wir lassen die Sau raus – jetzt überraschend nah» können die über 250 Bauernhoftiere aus nächster Nähe bestaunt und berührt werden. Dafür wurde ein eigener Tiergarten hergerichtet. Zudem können die Museumsgäste in der Mitmachwerkstatt Holztiere bauen. Auch der kulturhistorische Hintergrund der Nutztierhaltung wird thematisiert.

Neben der Präsenz am kommenden Unspunnenfest streicht Kohler das letzte Wochenende im September heraus. «Mit einem Festival der Pferde sind wir dann sicher das ‹Pferdemekka der Schweiz›», behauptet er und bezeichnet die Vorfreude als «sehr gross». Eine zentrale Rolle in der neuen Saison soll auch der zehnjährige Ballenberg-Fan «Nico» (siehe Kasten) spielen.

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