Zum Hauptinhalt springen

Bergbahnen Destination Gstaad: Signale für den Aufbruch

Schnellstmöglich die Talsohle verlassen und mit privaten Partnern nach vorn gehen: Das will die Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) AG. Die Aktionäre genehmigten eine Kapitalerhöhung von 6 Millionen Franken.

Eine der augenfälligsten Investitionen bei der BDG ist der anstehende Neubau der Saanerslochbahn (Bild).
Eine der augenfälligsten Investitionen bei der BDG ist der anstehende Neubau der Saanerslochbahn (Bild).
zvg

Die in den letzten Jahren heftig angeschlagene Bergbahnen Destination Gstaad AG hat unter neuer Führung mit Verwaltungsratspräsident Heinz Brand und Geschäftsführer Matthias In-Albon ein radikales Abspeckprogramm hinter sich. Mit teils ungeliebten Massnahmen, aber dem Resultat, dass sie sich berechtigte Hoffnungen macht, wieder gut auf Kurs zu kommen.

So genehmigten die 131 Aktionäre im Landhaus Saanen – die mit 330 Millionen Aktienstimmen 93,45 Prozent der gesamten Aktien vertraten – einstimmig die Jahresrechnung. Diese schloss mit einem Cashflow (Reingewinn plus Abschreibungen) von 5,118 Millionen und einem symbolischen Gewinn von über 100 000 Franken ab und konnte den Gewinn vor Abschreibungen und Zinsen (Ebitda) gegenüber dem Vorjahr von 4,85 auf 22,3 Prozent steigern.

Die Zielsetzung lautet, die Ebitda-Marge auf über 30 Prozent zu bringen.In den verschiedenen Voten an der Generalversammlung (GV) schwang eine gute Portion Zuversicht mit, nach dem geschafften Turnaround die Zukunft meistern zu können. Dazu gehören 75 Millionen, die das Bahnunternehmen in den nächsten sechs bis sieben Jahren investieren will.

Schlank ging das Traktandum einer Aktienkapitalerhöhung von 6 Millionen Franken durch Ausgaben von höchstens 100 Millionen vollständig zu liberierenden Namenaktien mit einem Nennwert von 6 Rappen durch. 330 731 251 Ja-Aktienstimmen standen einer Enthaltung (32 316) und keiner Ablehnung gegenüber.

Ein Ruck bei Saanersloch

Die augenfälligsten Investitionen bei der BDG sind die beiden Neubauten der Saanersloch- und der Egglibahn, die sich in der Genehmigungsphase befinden. Bei der Saanerslochbahn ist man einen wichtigen Schritt weitergekommen, wie Heinz Brand frisch vermelden konnte: Das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) hat am 22. August sein Okay für die Überbauungsordnung gegeben, welcher die beiden Gemeindeversammlungen von Saanen und Zweisimmen im Frühling zugestimmt hatten.

Jetzt erwartet die BDG das baldige Baubewilligungs-Ja des Bundesamts für Verkehr: «Wir hoffen, im Herbst mit dem Bau beginnen zu können», so Brand.

Weniger gut läufts aus der Sicht der BDG fürs Eggli: Hier sei weiterhin eine Einsprache hängig, «die wir bis heute nicht weggebracht haben». Eine betroffene Familie wehrt sich dagegen, dass die Seilführung sechs Meter näher an ihr Haus gerückt wird. «Aus technischen Gründen» sei das laut Brand nicht anders lösbar.

Dafür werde die Bahn acht Meter höher geführt, was den Störfaktor dämpfen sollte. «Wir hoffen nach wie vor, eine einvernehmliche Lösung zu finden», sagte Brand, der wie der bisherige gesamte Verwaltungsrat wiedergewählt wurde. «Sonst müssen wir eine Enteignung fürs Durchfahrtsrecht oben hinweg für die Masten und Seile erwirken.»

Eigene Leute beschäftigen

Weitere Stossrichtungen, mit welchen die BDG den Aufbruch signalisieren will, sind die Sanierung der bestehenden acht Beschneiungsanlagen, in die 10 Millionen Franken investiert worden sind.

Hier setzt man das eigene Personal ein. «Wir wollen nicht das Gewerbe in der Region konkurrenzieren», so In-Albon. «Aber so sind unsere Angestellten beschäftigt, können sinnvolle Arbeiten verrichten und sich mit unseren Beschneiungsanlagen identifizieren, weil sie sie auch gut kennen.»

Als weitere Massnahme sollen die einzelnen Berge positioniert und inszeniert werden. Rinderberg ist für Tradition und Landwirtschaft vorgesehen, Saanersloch für die Sportlichen, Horneggli für die Biker, Eggli für die Geniesser, Wispile für Familien mit Erlebniswald und Streichelzoo, Videmanette für die anspruchsvollen Skifahrer. Derweilen fällt das Rellerli im Sanierungsplan ab 2019 weg.

Erheblich hat und wird man noch in die Gastronomie am Berg investieren, damit Kantinenbeigeschmack und dunkles Mobiliar verschwinden und einem aufgehellten Raum­gefühl Platz machen können.

Vorverkauf beginnt am 1. 9.

Im Marketingbereich wurde eine Winterkampagne begonnen, mit der 1,2 Millionen Personen in der Deutschschweiz und 1,4 Millionen in der Romandie erreicht werden konnten. Das erläuterte der Verantwortliche Andreas Wandfluh. Das E-Marketing sei ausgebaut worden. Und die 666-Franken-Kampagne (Saisonabonnement für die Skigebiete Jungfrauregion, Meiringen-Hasliberg, Adelboden Lenk und BDG) beginnt schon bald zu greifen: Vom 1. September bis 15. Dezember läuft der Vorverkauf.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch