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Bergretter suchen Hundenachwuchs

An der Generalversammlung der Alpinen Rettung Bern in Interlaken wurden fünf neue Rettungschefs bestätigt. Sorgen bereitet die Suche nach Hundenachwuchs.

Effiziente Spürnase im Schnee: Ein Lawinensuchhund hat anlässlich einer Übung den vermeintlich Verschütteten gefunden.
Effiziente Spürnase im Schnee: Ein Lawinensuchhund hat anlässlich einer Übung den vermeintlich Verschütteten gefunden.
Bruno Petroni

149 Einsätze – so wenige wie seit sieben Jahren nicht mehr – leisteten die Spezialisten der Alpinen Rettung Bern (Arbe) im letzten Jahr. Die hohe Anzahl von 948 Einsatzstunden und 654 eingesetzten Rettern ist auf mehrere aufwendige Suchaktionen zurückzuführen; eine davon diejenige von Mitte September im Sägistal, wo nach dem bis heute vermissten Älpler gesucht worden ist. Somit war die Arbe trotz weniger Einsätze zeitlich länger und mit mehr Personal unterwegs als im Vorjahr.

Die 149 Einsätze entsprechen rund einem Fünftel aller in der Schweiz geleisteten 793 Rettungseinsätze. Im Durchschnitt kostete jeder Rettungseinsatz knapp über 3000 Franken. Mit 37 am meisten Einsätze zählte die Rettungsstation Lauterbrunnen, gefolgt von deren 27 der Station Oberhasli, 14 von Grindelwald und je 11 von Inter­laken und Kandersteg.

Die Rettung von Wanderern nahm im vergangenen Jahr mit 58 Einsätzen (36 Prozent) über ein Drittel der Gesamtbilanz ein; hier bewegte sich die Anzahl Rettungen im Bereich der beiden Vorjahre. Die Anzahl der geretteten Bergsteiger (31 Einsätze, 22 Prozent) nahm um ein Drittel ab. Als einzige zugenommen ­haben gegenüber den Vorjahren die Rettungen von verunfallten Gleitschirmpiloten mit 18 Einsätzen (13 Prozent).

Pro Air-Glaciers und Rega

In seinem Jahresrückblick betonte Präsident Christian Brawand das Interesse, mit welchem die Arbe die Entwicklung im Lauterbrunnental beobachte, wo die Gemeinde über ein neues Betriebsreglement für den Helikopterflug befinden wird. «Eine weiterhin gute ganzjährige Zusammenarbeit zwischen Air-Glaciers, der lokalen Rettungsstation und der Rega steht ganz klar in unserem Interesse», so Brawand. Die Rettungsstation Lauterbrunnen sei ein Eckpfeiler der Bergrettung im Kanton Bern und fester Bestandteil des Arbe-Einsatzdispositivs. «Eine gezielte Rosinenpickerei einzelner weiterer Organisationen ist nicht im Sinne der Pioniere unserer Rettungsorganisation und der aktiven Bergretter.»

Fünf Rettungschefs der Arbe legten ihr Mandat ab; unter ihnen nach zehn Jahren auch Toni Schertenleib. Sein Sohn Marc wird neuer Chef der Rettungsstation Kandersteg. In der Rettungsstation Erlenbach übernimmt Lukas Pfäffli für Roland Wüthrich, der nach zwölf Jahren abtritt.

Hunde: Nachwuchssorgen

Michael Nydegger als Chef des Hundewesens berichtete von gewissen Schwierigkeiten, Nachwuchs für die Suchhunde zu rekrutieren. «Es ist das Resultat des Gesellschaftswandels. Die tagelangen Pikettdienste und Einsatzbereitschaften werden nicht mehr gern in Kauf genommen, und es braucht dazu auch die enorme Flexibilität von Arbeitgeber und Familie.» Die Arbe verfügt zurzeit über 18 einsatz­fähige Lawinensuchhunde und 11 Geländesuchhunde. Wie gross die Rolle der Suchhunde in der Berg- und Geländerettung ist, zeigt die Tatsache, dass Lawinensuchhunde allein im laufenden Winter bereits sechsmal zum Einsatz gekommen sind.

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