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«Startschuss zum V-Bahn-Projekt»

Mit der Taufe des ersten von sechs Triebzügen der BOB haben die Bahnen der Jungfrauregion den Startschuss zum V-Bahn-Projekt gesetzt. Dazu erfolgte auch die Einweihung des BOB-Depots in Zweilütschinen. Alles zusammen kostet 112 Millionen Franken.

Guido Lauper
Zugtaufe in Interlaken-Ost mit Whisky statt mit Champagner (v. l.): CEO Urs Kessler, BOB-Leiter Stefan Würgler und BOB-Verwaltungsratspräsident David-André Beeler.
Zugtaufe in Interlaken-Ost mit Whisky statt mit Champagner (v. l.): CEO Urs Kessler, BOB-Leiter Stefan Würgler und BOB-Verwaltungsratspräsident David-André Beeler.
Guido Lauper

«Vor uns steht der neue Triebwagen der BOB – mit allem dran, was man sich wünschen kann: Niederflur, komfortabel, effizient im Betrieb, schnell und leise», freute sich die Berner Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer an der Zugtaufe, die am Freitag stattfand.

Für den Verwaltungsratspräsidenten der Berner-Oberland-Bahn BOB AG, David-André Beeler, ist die BOB Teil des öffentlichen Verkehrs für Talbewohner und Touristen, wobei letztere dank der Gruppen­reisen einen sonst unerreichten Kostendeckungsgrad von 85 Prozent generieren. Beeler hoffte sogar auf eine Steigerung durch die geplante Haltestelle Rothenegg in Grindelwald als Anschluss zur Männlichen- und V-Bahn Richtung Jungfraujoch.

Investitionen von 170 Millionen Franken

Urs Kessler, CEO der Jungfraubahnen, bezeichnete die neuen Triebzüge gar als Startschuss zur V-Bahn: «Zusammen mit der Rollmaterialerneuerung bei der Wengernalpbahn WAB von 2014/2015 und der Jungfraubahn JB von 2016 haben wir mit Investitionen von 170 Millionen Franken ein modernes, qualitativ hochstehendes und zukunftsorientiertes Konzept für die nächsten 30 Jahre von Interlaken Ost bis aufs Dach Europas realisiert. Und erstmals in unserer Geschichte ein durchgehendes Rollmaterial- und Betriebskonzept von 565 bis auf 3454 Meter über Meer.»

Der am Freitag vorgestellte Triebwagen fährt ab kommendem Montag fahrplanmässige Einsätze. Als erster von sechs dreiteiligen Zügen war er im November 2016 von der Firma Stadler geliefert und nach umfangreichen Testfahrten vom Bundesamt für Verkehr BAV abgenommen worden. Die Auslieferung des letzten Zuges erfolgt im kommenden Herbst. Zusammen mit drei Niederflurgelenksteuerwagen kostet das neue Rollmaterial 77 Millionen Franken.

Fährt ab Montag fahrplanmässig: Der am Freitag eingeweihte BOB-Zug. Bild: Guido Lauper
Fährt ab Montag fahrplanmässig: Der am Freitag eingeweihte BOB-Zug. Bild: Guido Lauper

Nach der Ankunft der geladenen Gäste in der erweiterten Werkstätte Zweilütschinen überbrachte Gündlischwands Gemeindepräsident Peter Brawand der BOB «ein grosses Merci» für die Investitionen in seinem Dorf, zu dem Zweilütschinen zählt. Brawand verwies auf den Doppelspurausbau und den Buechitunnel. Ohne letzteren wäre man mit der Sanierung der Wasserfassung «verlumpt», gestand er und bezeichnete die neue 300 Meter Quadratmeter grosse Trockensteinmauer aus Ausbruchmaterial als «Aushängeschild für unsere Gemeinde».

Ein modernes Depot für hohe Ansprüche

Das Hauptgebäude des neuen Depots ist 135 Meter lang, 20 Meter breit und 8,5 Meter hoch. Auf beiden Gleise finden je zwei Triebzüge Platz. Zum Grubengleis, den Arbeitsbühnen und Unterflurhebeanlage zum Anheben eines kompletten Triebzuges gehört auch die erste Anlage einer aus dem Bereich des Zugdaches verschiebbaren Fahrleitung. In der fünfgleisigen Vorhalle ist eine Waschanlage integriert.

Zusammen mit neuen Aussengleisen samt Stellwerk und Um- und Erneuerungsbauten in der bestehenden Werkstätte wurden in Zweilütschinen 35 Millionen Franken investiert. Dem Baubeginn im Sommer 2015 folgte die Inbetriebnahme im Dezember 2016. Bis zum Sommer 2017 sollen Anlage und Umgebungsarbeiten abgeschlossen sein.

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