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Bibliothek im Aufbruch

Räume für ein «Haus des Wissens und der Kommunikation» fehlen noch, nicht aber Menschen mit Ideen: Gut fünfzig Institutionen und interessierte Nutzer trafen sich am Donnerstag zur Netzwerkveranstaltung der Bödeli-Bibliothek.

Sibylle Hunziker
In den Diskussionsgruppen trafen sich Interessierte aus unterschiedlichen Generationen und Institutionen.
In den Diskussionsgruppen trafen sich Interessierte aus unterschiedlichen Generationen und Institutionen.
Sibylle Hunziker

Wird die Bödeli-Bibliothek künftig wieder Regionalbibliothek – und darüber hinaus Teil eines vielfältigen kulturellen Treffpunkts? Die Chancen stehen wieder besser, nachdem der Kanton für das Projekt eines Begegnungsortes mit Bibliothek und weiteren Institutionen für die nächsten vier Jahre 100'000 Franken zur Verfügung gestellt hat.

Neue Räume hat die Bibliothek, die wegen ihres Platzmangels den Status als Regionalbibliothek verloren hat und derzeit wie eine Gemeindebibliothek von den Bödeligemeinden finanziert wird, zwar immer noch nicht. Aber wenigstens kommen mehr Objekte infrage, wenn sie gemeinsam mit anderen interessierten Mietern suchen kann.

Das Interesse an einem «Haus des Wissens und der Kommunikation» – so der Arbeitstitel des von der Hochschule Luzern begleiteten Projekts – ist da: Der Einladung der Projektgruppe zum Vernetzungsanlass im Interlakner Hotel Oberland folgten am Donnerstag gut fünfzig Personen. Ob Jugendparlament oder Pro Senectute, Frauenverein oder Skatepark, Träger­gemeinden, Regionalkonferenz, Volkshochschule, Bildungszentrum, Ludothek oder Jugendarbeit – alle waren vertreten. ­

Dazu Kulturveranstalter aus verschiedensten Sparten, lokale Unternehmen wie Reisebüros, Buchhandlungen oder Biolädeli, Schul- und Gemeindebibliotheken aus der Region sowie Nutzerinnen der Bödeli-Bibliothek.

«Wohnzimmer» für alle

Einig war man sich, dass die Bibliothek aus dem Keller herauskommen muss und grössere, hellere Räume ohne Barrieren für Menschen mit Behinderung braucht. Die Mindestanforderungen an eine Regionalbibliothek öffnen auch Möglichkeiten für eine intensivere Nutzung der ­Räume. Als «öffentliches Wohnzimmer» mit Café, aber ohne Konsumzwang kann sie Ecken für spielende Kinder, gamende Jugendliche und Ruhe suchende ­Leseratten einrichten.

Sie kann Raum bieten für Aufgabenhilfe, Lesungen, Vorträge, Ausstellungen und politische Diskussionen. Je nachdem, welche Partner zusammenfinden, könnte das gemeinsame Haus ein Ort werden für Kurse, für Begegnungen über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg, aber auch für Gleichgesinnte, die vielleicht Schwerpunktwochen veranstalten.

Besonders die jüngeren Diskussionsteilnehmer wünschten sich einen Ort, wo man gemeinsam lernt, wie man etwas selber macht – ob man Velos und elektronische Geräte flickt, musiziert oder Theater spielt.

Der nächste Schritt

Die Projektgruppe wertet die Ideensammlung nun aus, wie ­Kaspar Studer, Präsident der Bibliothekskommission, erklärte. Zugleich werden erste Treffen der Arbeitsgruppen für Bibliothek, Konzept, Raumsuche und Finanzen/Fundraising vorbereitet. Die Listen, die beim Apéro nach der Diskussion auflagen, füllten sich schnell mit ersten Namen von Interessierten, die am Projekt mitarbeiten wollen. Weitere Interessierte sind willkommen.

Kontakt:projekt@boedeli-bibliothek.ch (oder persönlich in der Bibliothek am Marktplatz Interlaken).

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