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Christoph Kunz «war schon als Kind ein Draufgänger»

Mit tosendem Applaus empfingen die Besucher im Kirchgemeindehaus Reichenbach den Weltmeister Christoph Kunz.

Christoph Kunz mit Gattin Steffi und der Goldmedaille, die er an der Para-WM Ski alpin im italienischen Tarvisio in der Kategorie «Sitzend» mit sieben Zehnteln Vorsprung im Super-G gewonnen hat. Es ist der 1. WM-Titel für den Berner Oberländer.
Christoph Kunz mit Gattin Steffi und der Goldmedaille, die er an der Para-WM Ski alpin im italienischen Tarvisio in der Kategorie «Sitzend» mit sieben Zehnteln Vorsprung im Super-G gewonnen hat. Es ist der 1. WM-Titel für den Berner Oberländer.
Rösi Reichen
Von links: Heinz Zurbrügg, Christoph Kunz und Überraschungsgast Harry Koller von Stöckli Ski während der Ehrung im Kirchegemeindehaus Reichenbach.
Von links: Heinz Zurbrügg, Christoph Kunz und Überraschungsgast Harry Koller von Stöckli Ski während der Ehrung im Kirchegemeindehaus Reichenbach.
Rösi Reichen
Hans Peter Zumkehr dirigierte die Musikgesellschaft Reichenbach, die Kunz mit der Fahne die Ehre erwies.
Hans Peter Zumkehr dirigierte die Musikgesellschaft Reichenbach, die Kunz mit der Fahne die Ehre erwies.
Rösi Reichen
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Den ersten WM-Titel für Christoph Kunz, der 2010 zum Sportler des Jahres gewählt wurde, galt es in Reichenbach gebührend zu feiern. «Die Piste in Tarvisio präsentierte sich in sehr gutem Zustand», teilte Kunz bereits im Vorfeld auf seiner Webseite mit. «In zwei Abfahrtstrainings konnte ich mich an die anspruchsvolle Strecke herantasten. Im Rennen zeigte ich eine gute Leistung. Leider verpasste ich aber das Podest um sechs Hundertstels-Sekunden», so die Worte des Paralympics Abfahrts-Sieger in Vancouver und vier Jahre später in Sotschi im Riesenslalom.

«Das gute Gefühl konnte ich am nächsten Tag im Super-G umsetzen. Mit einer nahezu perfekten Fahrt holte ich mir den lang ersehnten WM-Titel. Der Materialwechsel war definitiv die richtige Entscheidung», verriet Kunz weiter. «Die Goldmedaille ist der Lohn für Vieles, was ich in den letzten Jahren in meinen geliebten Sport investiert habe.»

«Wechselbad der Gefühle»

Heinz Zurbrügg stand schon zum dritten Mal zur Ehrung von Christoph Kunz auf der Bühne. Er moderierte den Anlass zu Ehren des Weltmeisters und löcherte Kunz mit vielen Fragen. «Es war schön und sehr speziell, ein Wechselbad der Gefühle, nicht einfach, aber es hat geklappt mit dem ersehnten Weltmeistertitel», antwortete der zweifache Familienvater, der in Kien wohnt und erst am Donnerstag nach Hause zurückkehrte.

Er sei schon als Kind ein Draufgänger gewesen und habe sich selber wohl den grössten Druck auferlegt, erzählte Kunz weiter. «Alle Rennen wurden am gleichen Hang durchgeführt. Der Kurs war steil, schwierig gesetzt und sehr schnell.»

Eingeschlagenen Weg gehen

Zurbrügg holte auch Gäste wie Simon Weber auf die Bühne, den Ingenieur und Tüftler aus Interlaken. Weber hat mit Kunz sogar auf Schnee Verbesserungen in der Konstruktion und bei den Einstellungen vorgenommen, die der Ausnahmeathlet selber verändern kann.

Simon Weber hat wie viele andere zum Erfolg beigetragen und will weiter mit Kunz arbeiten, denn ohne Topmaterial sind heutzutage auch im Behindertensport keine Titel mehr zu gewinnen. «Ich habe jetzt die Bestätigung, dass ich mit dem Mono-Ski in vier Disziplinen ganz vorne mitfahren kann. Darum werde ich zusammen mit meinen Partnern den eingeschlagenen Weg auch in Zukunft konsequent weiter gehen», gab Christoph Kunz auf die gestellte Frage zu verstehen.

Siegesfahrt eingespielt

Die Musikgesellschaft war kurzfristig bereit, aufzutreten und die Feier zu eröffnen. Nach dem ersten Stück trat der Dirigent zur Seite, kam aber wieder zurück und meinte schmunzelnd: «Wir spielen noch einen Marsch, sie wissen noch nicht genau, was sie sagen wollen.»

Auch der Tambourenverein Frutigland setzte Akzente und auf die Leinwand wurden Bilder projiziert und sogar die Siegesfahrt von Kunz eingespielt. Gemeindepräsident Willy Matti begrüsste Ariane Nottaris, die Regierungsstatthalter-Stv., die Grossräte Christoph Berger und Martin Egger. Matti freute sich über den tollen Erfolg, der auch seine Wohngemeinde bekannt mache und versicherte, dass die Gemeinde Reichenbach ihn auch weiterhin als Sponsor unterstützen werde.

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