«Chrütlischwur» auf dem neuen Tellplatz

Matten

Ein Kantonsfahnen-Meer und drei Verpflegungsstätten: Die Tellspiele rüsten visuell und kulinarisch zum Rundum-Theater-Erlebnis auf.

Der «Chrütlischwur»: Jeremias und Karl Bieri und Präsident Peter Wenger (v.l.) schwören als Melchtal, Fürst und Stauffacher den Rütlischwur und prosten den Gästen mit dem «Chrütlischwur»-Likör zu.

Der «Chrütlischwur»: Jeremias und Karl Bieri und Präsident Peter Wenger (v.l.) schwören als Melchtal, Fürst und Stauffacher den Rütlischwur und prosten den Gästen mit dem «Chrütlischwur»-Likör zu.

(Bild: Anne-Marie Günter)

1000 Sommerabende Freilichttheater: Die Konkurrenz für Wilhelm Tell ist beachtlich. Dieses Jahr heisst der Methusalem der Freilichttheater (Open-Air-Theater gespielt wird am Rugen in Matten seit 1902) neu «Tell – ein Stück Schweiz».

Regie führt Ueli Bichsel. Und typisch schweizerisch, mit einem Hauch von Sportevent-Stimmung, ist der neue visuelle Eingangsauftritt der Tellspiele. 28 Hissflaggen an acht Meter hohen Masten zeigen längs des Metallzauns schweizerisches Rot-Weiss und alle Kantonswappen und ­-farben.

Die drei Innerschweizer Fahnen zogen Tellspiel-Präsident Peter Wenger und zwei Tellspieler zur Eröffnung des neuen Auftritts persönlich auf, während Mitglieder der Fahnengruppe Schweiz die entsprechenden Fahnen zum Fanfarenspiel der Tell-Musiker schwenkten. «Offiziell heisst es hier jetzt Tellplatz», sagte Wenger.

Erinnerungswerte

Am Tellplatz gibt es neu von Peter Michel in Holz gestaltete Marktbuden, in denen Armbrustschiessen, Schönschreiben, Holzschnitzen und Strohflechten ­sowie Körbemachen angesagt ist. Zudem kann man sich mit einem Tellspieler fotografieren lassen.

Das kulinarische Angebot ist aufgeteilt: Das bediente Restaurant heisst Schiller, der Selfservice Drei Eidgenossen und die Zelt-Gartenwirtschaft Rütli-Bar. Ein Porträt von Tell-Autor Friedrich Schiller und zwei dramatische Bilder von anno dazumal sind die Wirtshaus-Schilder.

Das Catering übernimmt zumindest diesen Sommer die Migros. Wie es weitergeht, hängt mit dem Verkauf des Hotels Sonne zusammen, der noch nicht erfolgt ist. Die Besitzer der Sonne haben das Wirterecht bei den Tellspielen.

Die Platzgestaltung gehört zum neuen Saalanbau, der mithilfe der Bödeli-Gemeinden, die je 100 000 Franken gaben, eines 400 000-Franken-Beitrags aus dem Lotteriefonds und eines Darlehens von 700 000 des Beco realisiert wurde. «Den Betrieb der Tellspiele wollen wir selbsttragend gestalten», sagte Wenger.

Obschon er in seiner Rede auch bedauerte, dass die Tellspiele von der Regionalplanung nicht in den Kreis der unterstützungswürdigen Oberland-Ost-Top-Kulturangebote aufgenommen wurden. Keine Berührungsängste hat der Tellspiel­verein in Sachen Sponsoring und Marketing.

Der Rütlischwur, letztes Jahr am 1. August in Habkern mit Christoph Blocher geschworen, diente an der Einweihung des Platzes als eine Art Trinkspruch, in den die geladenen Gäste kräftig einstimmten, um dann ein Minifläschchen «Chrütlischwur» zu leeren. So heisst der Kräuter­likör eines neuen Tellspiele-Sponsors.

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