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Das Geheimnis der Weichentransportwagen

Im Bahnhof Spiez sind in den letzten Wochen öfters Bauzüge zu sehen. Dies hängt mit dem Ersatz der Gleise und Weichen im Bereich des Bahnhofs Reichenbach zusammen.

Ein ganzer Zug von Gleistransportwagen wartet in Spiez auf die Verschiebung zur Baustelle. Rechts ein Gleisbauzug der BLS.
Ein ganzer Zug von Gleistransportwagen wartet in Spiez auf die Verschiebung zur Baustelle. Rechts ein Gleisbauzug der BLS.
Guido Lauper

Dass die im Bahnhof vermehrt zu sehenden Bauzüge mit dem Ersatz der Gleise im Bereich des Bahnhofs Reichenbach zu tun haben, ahnt der wissbegierige Junior schon lange. Was es mit den gelben Wagen mit den schiefen Ladeflächen zu tun hat, soll ihm nun sein Vater beibringen.«Das sind Weichentransportwagen, im Fachjargon WTW genannt», erklärt ihm sein Vater. Die Konstruktion ermöglicht den Transport von vormontierten Weichen im sogenannten Lichtraumprofil der Gleise, also ohne dass sie unterwegs irgendwo anstossen.

«Grundsätzlich ist jede Weiche ein Unikat», sagt der Vater. Jede einzelne wird im Bahntechnik-Center Hägendorf (BTC) bei Olten auf Bestellung (just in ­time) einbaufertig – also mitsamt Weichenantrieb und Verschluss – vormontiert, in der Regel nachts in die Nähe der Baustelle überführt und von da unmittelbar vor dem Einbau zur Baustelle gefahren. Per Kran werden die Weichen vor Ort abgeladen und eingebaut. So lässt sich der Streckenunterbruch möglichst kurz halten. Zudem erhöht die Montage in der Werkstätte die Präzision der Weichen erheblich.

Notfalls rund um die Uhr

Die ausrangierten Weichen fahren mit den WTW nach Hägendorf in die grösste Produktionsstätte der Schweiz für Bahntechnik zurück, wo sie fachgerecht zerlegt und Einzelteile davon, zum Beispiel Weichenantriebe, wieder aufbereitet werden. Das BRC schreibt seit 1999 Erfolgsgeschichte.

Nach Angaben des BTC produzieren rund 200 Mitarbeitende jährlich über 400 Weichen, revidieren im Schnitt 600 Weichenantriebe, fertigen über 700 Kilometer Langschienen, bereiten 50 Kilometer alte Schienen wieder auf. Dazu kommen massenweise Schienenstösse, über 1000 Gleisjoche und 600 Signale und fast 2000 aufgearbeitete Relais und ganze Relaissätze.

Das BTC arbeitet notfalls rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. So etwa dieses Frühjahr nach der Entgleisung eines Eurocitys in Luzern oder vor mehreren Jahren, als die verrutschte Ladung auf einem Güterwagen in Thun eine Einfahrweiche zerstörte. Was zu einem mehrtägigen ­Streckenunterbruch vom und ins Aaretal geführt hatte.

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