«Das ist ein Riesenprojekt»

Noch ist vieles unklar – aber: Interlaken soll seine Aula beim Sekundarschulhaus erweitern oder sogar durch einen Neubau ersetzen. Dies zumindest ist der Wunsch des Grossen Gemeinderates.

<b>Die Aula der Sekundarschule Interlaken</b> soll gemäss Parlament entweder saniert und erweitert oder neu gebaut werden.

Die Aula der Sekundarschule Interlaken soll gemäss Parlament entweder saniert und erweitert oder neu gebaut werden. Bild: Sibylle Hunziker

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Es ist uns bewusst: Das ist für Interlaken ein Riesenprojekt», sagte Gemeinderätin und Hochbau-Vorsteherin Sabina Stör (SP) an der GGR-Sitzung vom Dienstagabend. Und sie sagte es ge­nau dort, wo das «Riesenprojekt» realisiert werden soll: in der Aula des Sekundarschulhauses an der Alpenstrasse.

Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1962, ist sanierungsbedürftig und soll gemäss Antrag des Gemeinderates entweder saniert und erweitert oder abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

«Wir wollen Synergien schaffen», betonte Sabina Stör. Konkret: Die Aula soll künftig gleich mehre­ren Nutzern, darunter auch die Schule, zur Verfügung stehen. Die Bödeli-Bibliothek, die Ludothek und die Volkshochschule haben bereits entsprechende Absichtserklärungen für total 162'000 Franken an Jahresmieten unterschrieben.

Zudem dürfe man auch mit Anfragen für Vereins­anlässe rechnen.Um die Planung voranzutreiben, schlug die Exekutive dem Parlament einen Verpflichtungskredit von 430'000 Franken für ein sogenannt «qualitätssicherndes Verfahren» vor: In Zusammenarbeit mit den Behörden ­sollen etwa sechs Teams bis im Frühling 2019 konkrete Projektvorschläge erarbeiten. Und zwar Vorschläge sowohl für eine Erweiterung als auch für einen Ersatz der Aula.

Um es vorwegzunehmen: Mit 22 Ja- gegen 6 Nein-Stimmen gab der GGR dazu grünes Licht.

Bereits einiges investiert

Es wird dies bereits die zweite Phase der Planung bedeuten, wie Sabina Stör in Erinnerung rief. Im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat für Abklärungen in Eigenkompetenz Kredite von total 71'000 Franken bewilligt. Noch früher, 2005, war eine Sanierung der Aula zwar abgelehnt worden; in den Jahren 2010 bis 2015 musste dennoch fast eine halbe Million Franken investiert werden.

Doch schon bald dürfte es um sehr viel mehr Geld gehen – falls das Projekt wie geplant bis 2021 oder 2022 realisiert wird: Für die Variante einer Erweiterung mit 55 bis 80 oberirdischen Parkplätzen werden die Kosten auf 16,4 Millionen Franken geschätzt, für einen Neubau inklusive unterirdischen Parkhauses auf 17,9 Millionen Franken. Dabei handelt es sich jedoch erst um eine Grobkostenschätzung mit möglicher Abweichung nach unten und nach oben von 30 Prozent.

Zusatzantrag abgelehnt

Diese Kosten waren es denn auch, die im GGR zu reden gaben – während der Handlungsbedarf von keiner Fraktion bestritten wurde. «Eine Vogel-Strauss-Politik ändert nichts am Bedarf – aber es ist wirklich sehr viel Geld», sagte beispielsweise Dorothea Simmler (SP).

«Es nützt nichts, weitere Jahre zu warten», befand auch Pia Boss (FDP). Lorenz Schütz (EVP) schlug vor, auf ein Parkhaus zu verzichten – was gemäss Sabina Stör nach gesetzlicher Vorgabe aber kaum möglich oder sinnvoll sei.

«Wir sind uns bewusst, dass Handlungsbedarf besteht – aber die Kosten müssen tragbar sein, und zwar ohne Steuererhöhung», hielt Manuela Nyffeler-Lanker (SVP) fest. Deshalb beantrage ihre Fraktion, als Zielvorgabe für die Teams 10 Millionen Franken (ebenfalls plus/minus 30 Prozent) zu definieren. Der Zusatzantrag wurde mit 19 Nein- gegen 8 Ja-Stimmen abgelehnt.

«Ein hohes Kostenbewusstsein ist notwendig», fasste Sabina Stör die Debatte zusammen. Dies müsse und werde in der nun startenden Vorplanung berücksichtigt werden. (Berner Oberländer)

Erstellt: 16.05.2018, 16:24 Uhr

Vorstösse zum Verkehr

An seiner Sitzung vom Dienstagabend lagen dem GGR gleich mehrere Vorstösse zu Verkehrsthemen vor. Dabei folgte das Parlament einigermassen überraschend nicht allen Anträgen des Gemeinderates.

Den Höheweg-Abschnitt «Schlauch» in eine Fussgängerzone umzuwandeln und das nördliche Wohnquartier mit «Zubringerdienst gestattet» zu signalisieren, mache keinen Sinn und «ist nicht umsetzbar».

Diese Antwort von Sicherheitsvorsteher Peter Michel (SVP) auf die oft zitierte Motion Grossenbacher von 2011 liess das Parlament nicht gelten. Fritz Kupfer (Grüne) beispielsweise rief dazu auf, den Durchgangsverkehr weiter abzubauen. Zweitunterzeichner Beat Künzli (FDP) wandelte die Motion in ein Postulat um, das mit 18 Ja- gegen 8 Nein-Stimmen angenommen wurde.

Mit 21:6 wurde die 2010 eingereichte Motion Weinekötter abgeschrieben. Sie verlangte im Dorfzentrum, auf stark befahrenen Strassen und Schulwegen «klar ersichtliche Fussgängerüberquerungen» – auch in nötigenfalls umzuwandelnden Tempo-30-Zonen.

«Die Zone 30 hat sich bewährt», hielt Peter Michel fest, «und zudem sind wir laufend am Optimieren.» Mehrere Votanten wehrten sich, so auch Hans Romang (SP): Das Thema sei «immer noch aktuell», vor allem für Kinder.

Ebenfalls abgeschrieben wurde das Postulat Walther von 2007, das beim Hotel Splendid einen Poller verlangte.

Nicht primär um Autos, ­sondern um Velos geht es bei der neuen Motion von Sabri­na Am­acher (EVP), die sie begründete: Dass die Veloroute Därligen–Interlaken direkt auf der Nationalstrasse verlaufe, sei eine «unhaltbare Situation».

Artikel zum Thema

Ein starkes Zeichen für starke IBI

Mit 28 Ja und einer Enthaltung sprach sich das Interlakner Gemeindeparlament für die Umwandlung der Industriellen Betriebe Interlaken in eine Aktiengesellschaft und für die Beteiligung von Matten und Unterseen aus. Mehr...

Die Bibliothek ziehts zur Aula

Interlaken Die Gemeinde Interlaken hat begonnen, die Zukunft der sanierungsbedürftigen Aula der Schulanlage Alpenstrasse zu planen. Einbezogen wird unter anderem die Bödeli-Bibliothek, die dringend neue Räume sucht. Mehr...

Paid Post

Erotik zu dritt

Hier finden Singles oder Paare den passenden Partnern für den flotten Dreier: The Casual Lounge.

Kommentare

Blogs

Wettermacher Dieser Hagelflieger ist eine Dummheit

Geldblog So reicht Ihr Erspartes bis ins hohe Alter

Die Welt in Bildern

Höhenflug: Im Vorfeld der Viehauktion in der schottischen Stadt Lairg springt ein Schaf über andere Schafe der Herde. Die Auktion in Lairg ist eine der grössten europaweit mit bis zu 15'000 Schafen. (14.August)
(Bild: Jeff J Mitchell/Getty Images) Mehr...