Das Urteil ist ein Schlussstrich

Grimsel

Samuel Günter, Redaktor des Berner Oberländers, zum Nein des Verwaltungsgerichts zur Erhöhung der Staumauer am Grimselsee.

Samuel Günter@samuel_guenter

Das Urteil steht. Und das ist gut. Das Verdikt lässt in seiner Deutlichkeit keine Fragen offen. Dass das Bundesgericht den einstimmigen Entscheid der fünf Berner Richter kippen wird, ist unwahrscheinlich. Ein Weiterzug ist deshalb wenig sinnvoll.

Der 22. Dezember sollte vielmehr ein Markstein sein: Der Moment, wo die letzte unüberbrückbare Differenz zwischen der KWO und den Umweltverbänden ausgeräumt wurde. Schliesslich funktioniert die Zusammenarbeit bei anderen Projekten. Ja, das Hasler Unternehmen ist gar der Musterknabe in der Schweizer Stromproduktion.

Die Niederlage vor Gericht kann die KWO verkraften, zumal die Mauererhöhung bei den Ausbauplänen schon lange nicht mehr von zentraler Bedeutung ist. Andere Projekte sind wichtiger. Einerseits die Aufwertung der Kraftwerke, andererseits der neue Stausee an der Trift.

Hier müssen die Umweltverbände weiter Hand bieten. Ohne eine starke Wasserkraft ist an eine Energiewende nicht zu denken. Der Glaube, diese rein durch höhere Energieeffizienz und Sparsamkeit zu schaffen, wie ihn verschiedene Verbände im Verfahren um die Mauererhöhung kund taten, ist naiv und blauäugig.

Schliesslich will man ja auch bei der Mobilität möglichst von fossilen Brennstoffen weg kommen. Und das braucht Strom. Einerseits, um den steigenden Bedarf zu decken, andererseits, noch fast wichtiger, als Speicher für die anderen – unsteten – erneuerbaren Energien.

Mail: s.guenter@bom.ch Twitter: @Samuel_Guenter

Berner Zeitung

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