Interlaken

Das V-Projekt beflügelt auch andere Bahnvorhaben

InterlakenDie Berner-Oberland-Bahnen müssten sich intensiv weiterentwickeln, so die Verantwortlichen. Etwa mit dem Bau der Station Rothenegg als Zugang zur V-Bahn, mit Haltestelle und Parking auf dem Militärflugplatz Interlaken.

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Spannend hörten sich die geplanten und bevorstehenden Projekte der Berner-Oberland-Bahnen AG (BOB) an, die VR-Präsident David Beeler vorstellte. Als bereits realisierte Projekte verwies er auf 2017 in Betrieb genommene Triebzüge, den Ausbau auf Doppelspur zwischen Wilderswil und Zweilütschinen, auf die dortige neue Werkstätte mit ausgeprägter Lehrlingsausbildung und auf den Buechitunnel Richtung Grindelwald.

Umgesetzt wurde Ende 2017 der durchgehende Halbstundentakt Interlaken-Ost–Jungfraujoch. Im Bahnhof Interlaken-Ost erhalten die BOB dorfseitig einen Personenzugang, der den Weg zum Gleis abkürzt und zugleich die Unterführung entlastet. Um das Chaos mit Bussen am Bahnhofplatz zu entwirren, bauen die BOB ein nicht mehr benötigtes Abstellgleis zurück und stellen das Areal im Baurecht der Gemeinde zur Verfügung.

«Vorerst für 20 Jahre, damit wir uns den Entwicklungsschwerpunkt nicht verbauen», ergänzte Urs Kessler, Vorsitzender der BOB AG und der Jungfraubahnen in Personalunion. Vorgesehen sei aber nur das Ein- und Aussteigenlassen der Passagiere, fürs Dauerparken ist das Flughafenareal im Gespräch.

«In den Stationen Wilderswil, Burglauenen und Schwendi wollen wir die Kreuzungen aus den Halte­bereichen wegnehmen», ergänzte Beeler, «so müssen wir nur je einen Perron gemäss dem Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) erhöhen, was die Kosten entsprechend senkt.» In Burglauenen soll zudem «in absehbarer Zeit» eine Strassenunterführung die Barrieren ersetzen, um die Staus verschwinden zu lassen.

«Dieser Zeitgewinn mit einem Aufwand von nur acht Mil­lionen Franken ist in der Schweiz wohl einmalig.»Urs Kessler, CEO Jungfraubahnen 

Kessler und Beeler waren sich einig: Die neue Haltestelle Ro­thenegg als direkter Zugang zum V-Bahn-Projekt werde die BOB nochmals aufwerten. Zusammen mit dem Park and Rail mit neuer Haltestelle auf dem Flugplatz Interlaken werde die Strasse massiv entlastet. Zudem gelangen die mit der Bahn anreisenden Wintersportler dank wegfallendem Umweg via Grindelwald 47 Minuten schneller ins Skigebiet.

«Dieser Zeitgewinn mit einem Aufwand von nur acht Millionen Franken ist in der Schweiz wohl einmalig», gab sich Urs Kessler überzeugt. Dem Fortschritt und dem Nutzen der digitalen Technik entsprechend, entsteht in Wilderswil eine Betriebsleitzen­trale der Jungfraugruppe mit Pikettbetrieb rund um die Uhr. Ein Parkleitsystem kommt mit der Inbetriebnahme der V-Bahn dazu. Das Zug- und Lokpersonal wird von Interlaken bis aufs Joch eingesetzt, mit Ausnahme der Schynige-Platte-Bahn (SPB).

WAB-Fahrzeuge auf der SPB?

Auch auf dieser historischen Strecke, welche mit mehreren Aktionen das 125-jährige Bestehen feiert, bleibt die Zeit nicht stehen. Trotz schwarzer Null bei nur fünfmonatigem Betrieb von Frühling bis Herbst prüft die BOB AG mehrere Änderungen.

Die fast einstündige Reisezeit würden auch die «Entschleuniger» kaum mehr akzeptieren. Deshalb führt die SPB im kommenden Herbst Versuchsfahrten mit WAB-Fahrzeugen aus den 40er-Jahren mit kürzeren Reisezeiten durch. «Die robusten Triebwagen werden auch für den Transport von Gütern zur V-Bahn eingesetzt», sagte Kessler. Zusammen mit dem Einsatz auf der SPB ergebe sich damit die Möglichkeit, sie zu erhalten.

«Aber immer alles unter Einbezug des SPB-Personals, auf dessen Fachwissen wir angewiesen sind.» Neuen Bedürfnissen gerecht werden soll auch der Alpengarten auf der Schynige Platte. Gemäss der Strategie, Gipfelattraktionen nie zu kopieren, sind hier die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde als Erlebnis – teilweise rollstuhlgängig – zum Bewundern und Nachdenken im Gespräch. (Berner Oberländer)

Erstellt: 30.05.2018, 10:39 Uhr

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