Guttannen

«Dene heimers zeigt in Bern»

GuttannenIm Grimsel Hospiz blickte die Regionalkonferenz Oberland Ost auf die ersten zehn Jahre ihres Wirkens zurück. Pioniergeist, Detailverliebtheit und Zusammenarbeit haben die Zeit geprägt.

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«Als erste Region des Kantons Bern gründen Sie eine Regionalkonferenz. Sie übernehmen damit nicht nur innerhalb des Kantons, sondern gesamtschweizerisch eine Vorreiterrolle», dies stand in der Botschaft von Moritz Leuenberger, damaliger Bundesrat und Vorsteher des Uvek, die er anlässlich der Gründung der Regionalkonferenz Oberland-Ost (RKOO) am 18. Juni 2008 überbrachte.

Am Freitag feierte die RKOO das 10-Jahre-Jubiläum im Grimsel Hospiz. «Von hier sieht man weit, auch in einen anderen Kanton», so Präsident Peter Flück in seiner Einführung. Er mutmasste, ob darum niemand von der Kantonsregierung den Weg auf die Grimsel gefunden hatte. «Sie haben vielleicht Angst, das wir einen eigenen Kanton gründen», witzelte Flück.

«Wir haben schnell gemerkt, dass wir miteinander mehr bewirken können.»Peter Flück, Präsident Regionalkonferenz Oberland-Ost

Damals, als die RKOO als erste Regionalkonferenz im Kanton Bern und in der Schweiz gegründet wurde, als 80 Prozent Ja-Stimmen eingingen, habe er später erfahren, was in Bern gemunkelt wurde: Dass das östliche Oberland wohl als letzte Region eine Konferenz bilden werde. Aber es kam genau anders rum. Ein «Dene heimers zeigt in Bern» konnte sich Flück in seinem Rückblick nicht verkneifen. «Wir haben schnell gemerkt, dass wir miteinander mehr bewirken können.»

Der Pioniergeist war spürbar

«Man hat damals den Pioniergeist gespürt», erinnert sich in seinem Grusswort Christoph Miesch, damals Vorsteher des kantonalen Amts für Gemeinden und Raumordnung, an die Gründung. «Für uns beim Kanton ist die Zusammenarbeit sehr wichtig, auch mit RKOO-Geschäftsführer Stefan Schweizer.» Wichtig sei vor allem die gute, detaillierte Aufbereitung der Planungsgeschäfte.

«Die grossen Zentrumsgemeinden sind sich der  Wichtigkeit der kleineren Gemeinden bewusst.»Jürg Iseli, Grossratspräsident

Grossratspräsident Jürg Iseli brach eine Lanze für das Modell Regionalkonferenz, das jeweils die Gemeindepräsidenten versammelt. «Viele fanden es nicht zielführend, dass sich die Gemeindepräsidenten selbst trafen», sagte Iseli. «Ich bin der Meinung, es ist genau richtig so.» Er hoffe, dass auch weiterhin Stadt und Land so gut miteinander zusammenarbeiten. «Die grossen Zentrumsgemeinden sind sich der Wichtigkeit der kleineren Gemeinden bewusst.»

«Die jungen Leute möchten Räume ohne Konsumzwang.»Michelle Schweizer, Co-Präsidentin Jugend­parlament Berner Oberland

Mehr einen Ausblick als einen Rückblick wagten die Vertreterinnen des Jugendparlaments Berner Oberland (JUPA) Co-Präsidentin Michelle Schweizer und Kommunikationsverantwortliche Jana Marggi formulierten die Erwartungen der Jugendlichen an die Regionalkonferenz und die Politik im Allgemeinen. «Die jungen Leute möchten Räume ohne Konsumzwang», so Michelle Schweizer.

Das JUPA wünsche sich, dass die Gemeinden und Behörden sich verstärkt für solche Räume und Projekte einsetzen. «Ein respektvoller Umgang mit der ganzen Bevölkerung», sei eine weitere Forderung. Schweizer nannte als Beispiel die Plakate vom Polizeiinspektorat in Interlaken. Mit der Art wie die Parkverbote formuliert sind, werde die Bevölkerung für dumm verkauft.

Wie die RKOO detailliert an Planungsgeschäften heran geht, so ging Schwingerkönig Matthias Glarner die Planung hin auf das Eidgenössische Schwingfest an. Das selbsternannte schwarze Schaf in der Fussballerfamilie Glarner gab Einblick, wie minutiös er sich auf das Ziel Schwingerkönig vorbereitete.

«Die Detailpflege war für mich sehr wichtig, das kann den Unterschied machen.» Matthias Glarner Schwingerkönig

«Die Detailpflege war für mich sehr wichtig, das kann den Unterschied machen.» Und Glarner verriet seine Ziele: «Das Brünigschwinget möchte ich bestreiten», so Glarner. Und danach folge der Aufbau für das Eidgenössische in Zug 2019.

Rechnung positiv

Vor dem Jubiläumsanlass hielt die RKOO die Regionalversammlung ab. Die Änderung des regionalen Richtplans für Abbau, Deponie und Transport (s. unten) genehmigten die Mitglieder einstimmig. Ebenso wurde die Jahresrechnung mit einem Ertragsüberschuss von 48'000 Franken durchgewinkt.

Die Abrechnung zum Verpflichtungskredit für das Projekt «Energieregion werden» nahm die Versammlung zur Kenntnis. Die Abrechnung schliesst bei einem Gesamtaufwand von 69'000 Franken mit einer Kostenüberschreitung von 3642.40 Franken ab.

Deponie Gerstenegg

Eine Entnahme von Material ist für die Deponie Gerstenegg nicht vorgesehen. Für den Ersatzbau der Spittellammmauer könnte aber das dort gelagerte mineralische Material verwendet werden. Dazu muss der Zweck der Deponie im regionalen Richtplan für Abbau, Deponie und Transport ergänzt werden. Dies beschloss die Regionalkonferenz Oberland-Ost am Freitag.

Somit steht nur noch die Genehmigung des Kantons aus. Für den Bau der neuen Staumauer sollen in den kommenden Jahren rund 300'000 m3 Deponiematerial entnommen, aufbereitet und wiederverwertet werden.ngg (Berner Oberländer)

Erstellt: 29.06.2018, 20:20 Uhr

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