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«Der Beschäftigungsmotor Tourismus beginnt zu stottern»

«Regionale Wertschöpfung» war das Thema des Wirtschaftstreffens der Volkswirtschaft Berner Oberland.

Der Tourismus im Oberland (im Bild Interlaken) wächst zwar, aber seine Beschäftigungswirksamkeit stockt.
Der Tourismus im Oberland (im Bild Interlaken) wächst zwar, aber seine Beschäftigungswirksamkeit stockt.
Franziska Rothenbühler

Es klang grundsätzlich sehr positiv, was Monika Bandi Tanner, Leiterin Forschungsstelle Tourismus an der Uni Bern, vor gut 150 Leuten am Wirtschaftstreffen der Volkswirtschaft Berner Oberland im Jungfrau-Park in Matten verkündete. «Der Tourismus ist eine garantierte Wachstumsbranche, das ist so sicher wie Weihnachten.»

Anhand von Statistiken, die zum Teil etwas zurücklagen (1994 bis 2012), zeigte sie auf, dass die «Leitindustrie» des Oberlands zwar wächst, aber langsamer als in Bern oder im Seeland, wo sie viel weniger Bedeutung hat. Und dass das Wachstum eher im Tagestourismus und bei den Ferienwohnungen erfolgt, die weniger Wertschöpfung bringen.

«Es gibt im Berner Oberland viele gute, innovative Unternehmen.»

Jürg Grossen, Präsident der Volkswirtschaft Berner Oberland

Nicht gewachsen ist die Beschäftigungswirksamkeit. «Der Beschäftigungsmotor Tourismus beginnt zu stottern», sagte sie. Nur negativ sieht Bandi Tanner das nicht. «Es kann auch bedeuten, dass wertschöpfungsstärkere Unternehmen im Berner Oberland mehr Bedeutung gewinnen.» Strukturerhaltung um jeden Preis sieht sie als nicht zielführend für die Tourismus­­branche. Gewünscht sei ein Veränderungsmanagement in Richtung von wertschöpfungsstarken Frequenzen.

Innovative Unternehmen

«Es gibt im Berner Oberland viele gute, innovative Unternehmen», sagte Nationalrat Jürg Grossen, Präsident der Volkswirtschaft, in seiner Begrüssung. Vier davon wurden vorgestellt: Die H&R Gastro AG, die Wandfluh AG, die Energie Thun AG und die Holzwirtschaft, immer mit einem Blick auf die regionale Wertschöpfungskette. Urs Reinhard von der H&R Gastro AG sagte dazu: «Regionale Produkte haben ein hohes Ansehen.

Wir führen sie nicht nur als Nischenprodukte, sondern in der Menge. Wenn Qualität und Preis stimmen, kaufen wir in der Region.» Matthias Wandfluh, CEO Hydraulik + Elektronik der international tätigen Frutiger Firma, stellte die «verlängerte Werkbank» vor. Bewusst werden Qualitätsteile im Berner Oberland hergestellt, und Partnerfirmen aus der Region werden in die Produktion einbezogen.

«Ein Stück Wandfluh ist auch ein Stück Berner Oberland», sagte er. Michael Gruber zeigte auf, dass Energie Thun bei Investitionen wenn möglich Betriebe aus dem Oberland zum Zuge kommen lässt. Mit dem geplanten Kander-Kraftwerk soll der Anteil von einheimischem Strom erhöht werden.

Plädoyer fürs Holz

«Heizen mit Holz stärkt die Region», sagte Nationalrat Erich von Siebenthal. Eigentlich sei damit alles gesagt. Die Schutzwälder könnten mit Erlös statt mehr Subventionen stabil gehalten werden. Er rief alle Anwesenden auf, ihren Einfluss gelten zu machen, damit mit einheimischem Holz gebaut wird. «Mit Holz ist alles möglich.»

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