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Der Brunnen bekommt für 400'000 Franken ein neues Steingewand

Der Grosse Gemeinderat tat sich schwer, am Ende stimmte er aber der Sanierung des Brunnens beim Ostbahnhof klar zu.

Soll wieder eine Hülle bekommen: Der Brunnen beim Ostbahnhof Interlaken.
Soll wieder eine Hülle bekommen: Der Brunnen beim Ostbahnhof Interlaken.
Bruno Petroni

Der Bahnhofplatz Interlaken-Ost macht keine gute Falle. Darin waren sich die Mitglieder des Grossen Gemeinderates am Dienstag einig. Grund ist der Wassersteinbrunnen, oder besser gesagt der Betonklotz, der von ihm übrig ist. Schon vor sieben Jahren wies der 2003 erbaute Brunnen Risse auf. Platten aus schwarzem Ringgenberg-Kalkstein waren beschädigt. Und im Juli brach die Seitenwand auf einer Länge von rund 15 Metern ab. Das Wasser musste abgestellt und die Steinverkleidung entfernt werden. Und so steht der Klotz nun nackt da.

Nicht mehr lange, wenn es nach dem Gemeinderat geht. Der legte am Dienstag dem GGR ein Sanierungskonzept für 400'000 Franken vor. Diese soll von der Firma Hess Natursteine aus Muttenz übernommen werden. Neu soll der Brunnen das ganze Jahr durch in Betrieb sein. «Das Wasser dämpft die Temperaturschwankungen, was das Material schont», erklärte der zuständige Gemeinderat Kaspar Boss (SP). Schon im ursprünglichen Projekt hätte das Wasser stets fliessen sollen. Allerdings führten Spritzer im Winter zu Glatteis auf dem Platz. Dieses Problem soll durch breitere Rinnen vermieden werden, wie Boss ausführte.

Ungeliebter Brunnen

Das Problem – und das wurde in der Diskussion schnell klar: Der Brunnen selbst ist umstritten. Wie etwa die Motion Nyffeler zeigte, die gleich im Anschluss behandelt wurde. Darin forderte Manuela Nyffeler-Lanker (SVP), dass der Gemeinderat, wenn er eine Sanierung des Bahnhofplatzes plane, mindestens zwei Varianten erarbeiten müsse, wovon eine den Rückbau des Brunnens beinhaltet.

Es war an Boss, aufzuzeigen, dass es an diesem Abend um etwas anderes geht. «Wir brauchen jetzt eine schnelle Lösung, denn der jetzige Zustand ist einer Tourismusdestination unwürdig», erklärte er. Und «schnell» heisse ohne langes Verfahren, was den Rückbau ausschliesse. «Sobald wir in ein Baubewilligungsverfahren kommen, dauert es – optimistisch gerechnet – zwei Jahre.»

Er sei sich bewusst, dass 400'000 Franken eine Menge Geld für eine provisorische Lösung sei, hielt Boss fest. «Aber wir halten uns damit den Rücken frei, sodass wir die eigentliche Sanierung des Platzes ruhig und ohne Druck planen können.» Der GGR stimmte schliesslich dem Kredit ohne Gegenstimmen, aber doch bei einigen Enthaltungen zu.

Postulat statt Motion

Blieb die Motion Nyffeler. Boss riet dazu, den Vorstoss in ein weniger verbindliches Postulat umzuwandeln. «Dann kann ich dahinterstehen, als Motion schränkt sie uns zu sehr ein.» Nach Voten aus den anderen Fraktionen liess sich Manuela Nyffeler-Lanker zu diesem Schritt umstimmen. Das Postulat wurde einstimmig angenommen.

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