Der «Castellan» geht open

Saanenmöser

Neuer Spielort, erstmals open air – und als grosses Gemeinschaftswerk von Männerchor Echo vom Olden und SAC Oldenhorn: Der «Castellan von Saanen» erlebt diesen Sommer ein besonderes Remake.

Sie schreiben am Stück «Der Chrüzwäg vom Castellan» – und werden es inszenieren (v.l.): Hanspeter Hefti, Ruth Domke und Joelle Brand.

Sie schreiben am Stück «Der Chrüzwäg vom Castellan» – und werden es inszenieren (v.l.): Hanspeter Hefti, Ruth Domke und Joelle Brand.

Svend Peternell

Du lieber August! Der wird in Saanenmöser zum Monat der grossen Jubiläen und des Geschichte(n)zelebrierens. Beginnen wir beim Stück «Niclas Baumer, der Castellan von Saanen». Dieses schrieb Johann Jakob Romang (1830 bis 1884), ein überaus begabter Mann aus Gsteig, der es bis zum zweiten Sekretär des Eidgenössischen Militärdepartements und später zum Obergerichtsschreiber in Bern brachte. Vor 125 Jahren wurde sein Werk erstmals aufgeführt – durch den Männerchor Olden. Und da wären wir schon beim ersten Jubeldatum.

Auf 1550 Höhenmetern

Das zweite folgt sogleich: Seit seiner Gründung vor 175 Jahren bemüht sich dieser Männerchor jedes Vierteljahrhundert um die Aufführung des «Castellans». Jetzt kommt er schon zum sechsten Mal auf die Bühne. Dieses Mal aber nicht im Winter und wie vor 25 Jahren im Landhaussaal in Saanen. Sondern im Hoch- und Spätsommer. Dazu noch im Freien auf der Naturbühne im Haseloch. Der «Castellan» wird auf 1550 Höhenmetern gespielt – mit einem «unvergesslichen Ausblick auf das Saanenland, das Kletterparadies Gastlosen und das Obersimmental», wie die Freilichttheaterverantwortlichen auf ihrem Infoflyer schon mal den Gluscht wecken.

«Viele Unternehmer und die Gemeinden aus der Region unterstützen uns mit Geld oder Naturalleistungen.»Blanca Burri, Medienverantwortliche

In luftiger Höhe läuft das Stück unter dem Titel «Der Chrüzwäg vom Castellan». Es wird nicht mehr in Versform gespielt, sondern in einer dramatischen Fassung, deren sich das Autorentrio Ruth Domke, Hanspeter Hefti und Joelle Brand angenommen hat. Es teilt sich auch noch die Regie auf. Wer die Hauptrolle spielt, wird erst im Juni kommuniziert.

Tatsächlich begeben sich die Besucher auf eine Einstimmungsreise. Wer das Auto in Saanenmöser erst mal abgestellt hat (oder am Bahnhof angekommen ist), steigt in einen Shuttlebus und fährt hoch ins Theatergelände. Oder geht zu Fuss hinauf. Am Ziel wartet das «Castellanbeizli» mit «authentischer Gastronomie aus dem Saanenland», wie es Blanca Burri ausdrückt. Die für PR und Medienarbeit Verantwortliche spricht von frisch zubereiteten Schöpfmenüs, Käsegerichten und Würsten – «etwas fürs normale Portemonnaie». Ab 18 Uhr werden Marcel Burri (ehemals Bären Gsteig), Peter Wyss (ehemals Palace Gstaad) und Heinz Oehrli (Victoria Gstaad) ihr Gekochtes feilbieten.

Budget von 200'000 Franken

Um dieses Erlebnistheater logistisch und finanziell bewältigen zu können, braucht es Helfer und Geldgeber. Blanca Burri spricht von einem Budget in der Höhe von 220'000 Franken: «Schon vor einem Jahr sind wir bei der Sponsorensuche auf positive Resonanz gestossen. Viele Unternehmer und die Gemeinden aus der Region unterstützen uns mit Geld oder Naturalleistungen.»

Und dann spielen da auch Gemeinschaftsgeist und -werk. Ohne sie ist diese grosse Herausforderung nicht zu stemmen, bestätigt Blanca Burri. Und hier kommen wir zum dritten Jubeldatum: Der SAC Oldenhorn wird heuer 100 Jahre alt. Er hilft tatkräftig mit. Schon frühere Festivitäten haben die zwei freundschaftlich verbundenen Clubs SAC und Männerchor gemeinsam gefeiert. Jetzt spannen sie für das grosse Theaterprojekt erneut zusammen.

Der SAC zeichnet für die Bauten verantwortlich und organisiert ein Rahmenprogramm, das unter anderem Wanderungen vor allem für Seniorinnen und Senioren mit Mittagessen vorsieht. Es wird sogar ein Castellan-Package geschnürt. In den 220 Franken sind neben Wanderung sowie Mittag- und Abendessen auch Bustransport, Theatereintritt und Übernachtung in einem familiär geführten Hotel in Saanenmöser inbegriffen.

GST greift unter die Arme

Weiter helfen dem Männerchor auch der erfahrene Freilichttheaterverein Saanenland und die Theatergruppe Alpenkomedi, welche die Stückschreibe an die Hand nehmen. Ebenso greift Gstaad Saanenland Tourismus (GST) unter die Arme und «nimmt uns das Ticketing ab», sagt Blanca Burri. «Das wissen wir sehr zu schätzen.» Und kaum zu glauben: «Die ersten Buchungen sind schon getätigt worden.» Du lieber August!

Aufführungsdaten ab Freitag, 7. August (Premiere), bis Samstag, 29. August, an insgesamt zehn Abenden. Beginn ist um 20 Uhr. Dauer mit Pause: etwa 2 Stunden. Eintrittspreis: 55 Franken inklusive Shuttle-Transport. Tickets über ticketing@gstaad.ch oder Tel. 033 748 81 81. 

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