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«Der deutschsprachige Raum hat noch viel Potential»

Bald steigt die Niesenbahn in die 107. Saison Für den neuen Geschäftsführer Urs Wohler ist es die erste Saison. Er spricht von Stammkunden, neuen Märkten, Kultur und Kulinarik

Die Talstation der Niesenbahn lockt mit Prospekten und Bildern aus der Höhe, aber die Türe ist geschlossen: Noch müssen sich Gäste gedulden, geöffnet wird aber bald, nämlich am 14. April.

Es ist die mittlerweile 107. Saison der Standseilbahn aber die erste des Geschäftsführers Urs Wohler: «Ich schlafe immer noch gut», sagt er in der Talstation in Mülenen, «ich kann mich zum Glück auf ein eingespieltes Team verlassen», sagt er. Dieses habe in den Wintermonaten emsig hinter den Kulissen gearbeitet, um auch diesen Sommer den Gästen einzigartige Gipfelerlebnisse zu bescheren.

«Zurück zur Natur»

«Passend zu unserem Unternehmen lautet auch das Motto von Schweiz Tourismus dieses Jahr », sagt er. Denn nicht nur, dass die Niesenbahn gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sei, auch das ganze Angebotsprogramm habe sich der Nachhaltigkeit verschrieben. «Das fängt bei der Bahn an, die umweltfreundlich auf 2336 Meter über Meer fährt und endet bei der Küche, die dieses Jahr besonders auf regionale Gerichte und Produkte setzt».

Die kulinarischen Abendfahrten holen diesen Sommer die ganze Schweiz auf den Niesen: Gerichte vom Berner Seeland, Ost- und Innerschweiz, Tessin, Waadt Wallis und Graubünden. «Da werden sicher auch ein paar Bekannte aus meinem alten Wirkungskreis im Engadin auftauchen», sagt Wohler.

«Ein Stammpublikum»

Während andere Bahnen um Gäste aus Asien oder den arabischen Gästen buhlen, setzt er ganz auf die Region: «Wir haben viele Stammgäste, die immer wieder kehren, die müssen wir pflegen.»

Gäste aus anderen Kulturen würden von den Mitarbeitern – an der Niesenbahn sind es rund 60 – ganz neue Kompetenzen erfordern, die müssten erst einmal erarbeitet werden. Die Erreichbarkeit der Bahn sei ein Trumpf, der bereits im Berner Mitteland steche.

«Wir haben viele Stammgäste und im deutschsprachigen Raum steckt noch viel Potenzial». Zudem, in Zeiten, in der Umweltschutz überall propagiert würde, sei der Schweizer Gast wohl der ökonomischste von allen. Rund 200'000 Personen besuchten jährlich den Niesen, die Sommersaison dauere 212 Tage.

«Natürlich muss sich ein Unternehmen weiterentwickeln, aber wir denken längerfristig.» Nichtsdestotrotz wird ständig in die Infrastruktur investiert, so etwa auch in die Küche auf dem Gipfel, die aber erst im Sommer 2018 runderneuert sein wird. «Ich will nicht alles auf den Kopf stellen, vieles hat sich bewährt, anderes wird wiederum geprüft und wenn nötig angepasst.»

Beispielsweise werde mit einer neuen Wartehalle auf dem Gipfel der Komfort für die Gäste nochmals gesteigert.

Folklore bleibt im Programm

Im Programm bleibt sicher das Volkstümliche: Am 31. August führt nach einem 3-Gang-Abendessen der Volksmusikkenner und Bahnmitarbeiter Klaus Rubin durch ein abwechslungsreiches Abendprogramm mit Konzert.

«Auch für die Kleinsten ist gesorgt», sagt Wohler weiter. An verschiedenen Tagen wird eine Geschichtenfahrt für Kinder von 5 bis 8 Jahren angeboten. Die Geschichte vom magischen Mühlstein hat – eine überarbeitete Neuauflage ist nun wieder erhältlich – die ebenfalls bei der Bahn tätige Sandra Eng geschrieben.

Wie die Erfolgsgeschichte der Niesenbahn weitergeschrieben wird, erfahren die Aktionäre spätestens im Mai. Dann wird das letzte Ergebnis von Wohlers Vorgänger präsentiert, der 2015 das beste Jahr aller Zeiten für die über 100-jährige Bahn vermelden durfte.

Generalversammlung, Mittwoch, 17. Mai, 14.30 Uhr (Türöffnung 13.30 Uhr) im Gemeindezentrum Lötschberg, Thunstrasse 2, Spiez

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