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Der schnelle Bodenleger

Der Steffisburger Tiago Freitas ist Schweizer Meister in der Kategorie Superstock 600 geworden.

In der kommenden Saison wagt Tiago Freitas den nächsten Schritt.
In der kommenden Saison wagt Tiago Freitas den nächsten Schritt.
zvg

Als Tiago Freitas am Sonntag vor einer Woche in seine Box kam, staunte er nicht schlecht. Der Steffisburger hatte sich im tschechischen Brünn im letzten Rennen der Saison soeben den dritten Platz gesichert und so seine Führung in der Gesamtwertung der Schweizer Meisterschaft verteidigt.

An seinem Motorrad prangte nun ein neuer Aufkleber. «2016 Tiago» stand drauf, wobei die 1 die anderen Zahlen überragte und mit einer Krone versehen war. Tiago Freitas liess sich in Tschechien erstmals zum Schweizer Meister in der Kategorie Superstock 600 krönen. «Das hätte ich nicht erwartet», sagt der 28-Jährige.

Heuer nahm er zum dritten Mal an der an sechs Wochenenden ausgetragenen Meisterschaft teil. Pro Ort werden jeweils zwei Rennen bestritten. In den letzten beiden Jahren hatte sich der gebürtige Portugiese gesamthaft auf den Rängen 8 und 5 klassiert. Dass es diesmal bis ­zuoberst aufs Podest reichte, hat primär mit dem Anfang der Rennserie zu tun: Die ersten vier Rennen in Most (TCH) und Brünn konnte Freitas alle für sich entscheiden. In der Folge sollte er die Gesamtführung nie mehr abgeben.

Am letzten Rennwochenende kam der Oberländer aber doch noch arg ins Schwitzen, denn seine Maschine spielte ihm gleich mehrere Streiche. Erst mussten Fahrwerkprobleme behoben, dann das ganze Getriebe ausgewechselt und schliesslich die durch einen Stein beschädigte Scheibe ersetzt werden. «So viele Probleme hatte ich noch nie», sagte Freitas.

Als Preis erhält Freitas 5000 Franken. Geld, das er jedoch nicht für eine ausgiebige Feier einsetzt, sondern für die nächste Saison. Freitas erzählt, dass sein Hobby nicht nur zeitlich, sondern auch finanziell aufwendig sei, ­zumal die Rennen in ganz Europa stattfänden. Der 28-Jährige arbeitet Vollzeit als Bodenleger, aber auf dem Motorrad hat er mit dem Gewinn des nationalen Titels noch nicht alle Ziele erreicht.

Im nächsten Jahr wird er in der Kategorie Superstock 1000 auf einer stärkeren und schnelleren Maschine seine Runden absolvieren. Die erste Saison bezeichnet er als «Lehrjahr», doch er hofft, sich trotzdem in den Top 5 einreihen zu können. Und dann träumt Tiago Freitas davon, die Langstrecken-WM zu absolvieren. Doch egal, wo der Steffisburger in der nächsten Zeit an den Start gehen wird, vorerst wird wieder seine angestammte Nummer 88 auf der Front kleben.

BO/sis

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