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Der weisse Zauber von Grindelwald

Die Eis- und Schneekünstler sind wieder da. Das diesjährige Motto des World Snow Festival in Grindelwald lautet «Magie». Was die Teilnehmer darunter verstehen, kann man derzeit auf dem Baerplatz und auf dem Männlichen besichtigen.

Der Baerplatz im Zentrum von Grindelwald: Hier findet gegenwärtig das 35.?World Snow Festival statt.
Der Baerplatz im Zentrum von Grindelwald: Hier findet gegenwärtig das 35.?World Snow Festival statt.
Christoph Buchs
Ein Künstler aus der Ukraine arbeitet an einer Skulptur, die er und sein Team den «magischen Mantel» nennen, der von einem Zauberer mitsamt Zauberstab zurückgelassen worden sei.
Ein Künstler aus der Ukraine arbeitet an einer Skulptur, die er und sein Team den «magischen Mantel» nennen, der von einem Zauberer mitsamt Zauberstab zurückgelassen worden sei.
Christoph Buchs
Das niederländische Team mit Leader Henk van Bennekum (ganz links)  sowie Ron Dubois, Leu Reus und Roel Teeuwen (v.?l.).
Das niederländische Team mit Leader Henk van Bennekum (ganz links) sowie Ron Dubois, Leu Reus und Roel Teeuwen (v.?l.).
Christoph Buchs
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Was ist es, das Faszinierende an einer Kunstform, die buchstäblich dahinschmilzt wie Eis an der Sonne? Henk van Bennekum ist einer, der es wissen muss. Der Niederländer ist zum 30. Mal am World Snow Festival dabei. Also nicht ganz von Beginn an, aber fast: Dieses Jahr findet das Festival zum 35. Mal statt.

Für den Plastiker ist es das Material, das diese Kunstform einzigartig macht. «Mit allen anderen Materialien brauchen wir mehrere Wochen, ja Monate, um solche Skulpturen herzustellen», sagt van Bennekum. «Bei dieser kompakten Form von Schnee reicht eine Woche.»

Neun Werke gibt es im Dorfzentrum von Grindelwald zu bestaunen, sieben davon auf dem Baerplatz und zwei auf dem Eiger-Plus-Platz. Hier haben sich neben den Niederländern auch die Südkoreaner installiert. Neben diesen Nationen sind auch die USA, Slowenien, Italien, Estland, die Ukraine, England und Schweden dabei – und natürlich die Schweiz: Die einheimischen Mannschaften arbeiten an ihren Skulpturen auf dem Männlichen.

Die Voraussetzungen lauten für alle Teams gleich. Ein drei Meter hoher Schneeblock steht zur Verfügung. Ende Woche muss daraus etwas Kunstvolles entstanden sein, das auf irgendeine Art mit einem vorgegebenen Motto zu tun hat. Dieses lautet diesmal: «Magie».

Begrenzte Zeit des Staunens

Die Fantasie ist natürlich völlig individuell. Die Esten arbeiten an einem Ei, das in zwei Händen gehalten wird und auf dem ein Vogel sitzt, die Italiener lassen vier Kleinskulpturen ineinanderfliessen, von denen jede eine Jahreszeit symbolisiert. Und die Niederländer? Ein paar runde Holzscheiben dienen ihnen als Modell, so wackelig und lose, dass ein Windstoss sie sogleich forttragen könnte. Genau darum geht es. «Das Wunder der Natur ist die Vergänglichkeit», sagt Henk van Bennekum. «Alles, was heute da ist, kann morgen schon irgendwo sonst sein.»

Dies passt zum World Snow Festival. Die gestrige Kälte in Grindelwald bot den Künstlern ideale Arbeitsbedingungen, aber diese kalte Zeit ist begrenzt. Und somit auch jene des Staunens auf dem Baerplatz.

Zuerst einmal aber werden die Schneeskulpturen noch fertiggestellt und der Expertenjury präsentiert. Heute Freitag haben die Künstler noch bis um 17 Uhr Zeit. Danach finden die Bekanntgabe der Rankings sowie die Preis­verteilung statt, und um 19 Uhr gibt es eine Glühweinparty sowie eine farbenfrohe Darstellung der Skulpturen. Auch Henk van Bennekum hat das Festival schon ein paarmal gewonnen – wie oft, weiss er aber nicht mehr genau.

Das Farbspektakel wird übrigens am Samstag um 19 Uhr ­wiederholt. Und dann – ja, dann stehen die Skulpturen eben noch so lange, wie es die Natur will. Und die Künstler sowie die vielen Zuschauer, darunter Touristen gleichermassen wie Einheimische, dürfen sich bereits auf die 36. Ausgabe des World Snow Festival freuen.

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