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Die erfolgreichen Gaukler-Experten

In einer Woche gehts los: Am 14. Gauklerfest in Interlaken präsentieren Strassenkünstler ihr Können. Dabei handelt es sich erneut um Artisten mit internationalem Renommee.

Freuen sich auf die Gaukler, die in einer Woche nach Interlaken kommen: Bart Stapel (l.) und Mark Segal.
Freuen sich auf die Gaukler, die in einer Woche nach Interlaken kommen: Bart Stapel (l.) und Mark Segal.
Alex Karlen
The Jack Flash Show ist eine One-Man-Zirkusshow. Die Mithilfe einiger starker Männer aus dem Pu­blikum ist unerlässlich für seine erstaunlichen und kräftezehrenden Stunts. Hier wird der Antimacho gefeiert: Aus Fehlern wird Humor, und Angst wird lächerlich gemacht mithilfe verschiedener Becher- und Messerjonglagen. Der absolute Höhepunkt bietet ein atemberaubender Handstand auf dreieinhalb Metern über dem Boden. pd/aka
The Jack Flash Show ist eine One-Man-Zirkusshow. Die Mithilfe einiger starker Männer aus dem Pu­blikum ist unerlässlich für seine erstaunlichen und kräftezehrenden Stunts. Hier wird der Antimacho gefeiert: Aus Fehlern wird Humor, und Angst wird lächerlich gemacht mithilfe verschiedener Becher- und Messerjonglagen. Der absolute Höhepunkt bietet ein atemberaubender Handstand auf dreieinhalb Metern über dem Boden. pd/aka
zvg
Ikeda Yosuke stammt aus Japan und lässt mit Witz und Können das Publikum staunen. Der Künstler ist kein Zauberer, kein Jongleur, kein Schauspieler, nichts dergleichen. Er kombiniert einfachste Mittel wie Melodien, Rhythmen, Buchstaben und Formen zu einem verblüffenden Lauf der Dinge und punktet mit sehr unterhaltsamen Pop-Dance-Moves.pd/aka
Ikeda Yosuke stammt aus Japan und lässt mit Witz und Können das Publikum staunen. Der Künstler ist kein Zauberer, kein Jongleur, kein Schauspieler, nichts dergleichen. Er kombiniert einfachste Mittel wie Melodien, Rhythmen, Buchstaben und Formen zu einem verblüffenden Lauf der Dinge und punktet mit sehr unterhaltsamen Pop-Dance-Moves.pd/aka
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Ob Akrobaten, Jongleure, Zauberer, Komödianten, Clowns, Musikanten – wenn die Gaukler kommen, ist für Spass und Spannung gesorgt. So auch ab kommendem Freitag bis Sonntag in der Rosenstrasse mitten in Interlaken, wo das 14. Internationale Gauklerfest stattfindet. Fünf verschiedene Shows (siehe Bilderstrecke) sind es, die sich stündlich abwechseln.

Und da viel Lachen auch durstig und hungrig macht, wird zwischen den beiden Bühnen eine Festwirtschaft aufgebaut.Doch warum treten am Gauklerfest Interlaken jedes Jahr ausschliesslich Künstler auf, die einen ausgezeichneten Ruf geniessen? Die Antwort wissen die Gauklerexperten Bart Stapel und Mark Segal.

Grosse Erfahrung

Da ist zunächst mal Bart Stapel, der zusammen mit seinem holländischen Landsmann Piet Swenker das Restaurant und Hotel Brasserie 17 betreibt. Der initiative, allseits beliebte Beizer und Hotelier gründete vor fünfzehn Jahren den Verein Gauklerfest. Und genau zur selben Zeit machte er die Bekanntschaft mit dem Engländer Mark Segal – der das eben erst geborene Gauklerfest so richtig in Schwung brachte. Denn: Mark Segal war bereits seit fünfzehn Jahren selber ein renommierter Strassenkünstler, kannte und kennt weltweit fast die ganze Szene und sorgt seither für ein hochstehendes Programm.

Hochstehend? Mark Segal: «Es geht um Niveau, um Talent und Können, um Witzigkeit. Es geht um Originalität, um Authentizität. Und es geht um eine Beziehung zwischen Künstler und Publikum, ohne diese künstlich anzutreiben.» Diese Qualitäten zu erkennen, setzt viel Erfahrung voraus. Segal hat diese Erfahrung und braucht sie auch, denn vor jedem Gauklerfest erhält er mehrere Hundert Anfragen von Gauklern – viele vom Zirkus –, die in Interlaken auftreten möchten. So wird die vermeintliche Qual der Wahl jeweils nicht zur Pflicht, sondern zur Kür. Eine Kür, die Segal jährlich mit viel Herzblut vollführt – obwohl er inzwischen von der Strasse in die Luft gewechselt hat und Touristen am Gleitschirm das Bödeli von oben zeigt.

Kleines Budget

Warum geniesst das Gauklerfest Interlaken bei den Künstlern weltweit einen derart guten Ruf? Bart Stapel: «Wir sind ein kleines, aber feines, fast schon familiäres Festival, wollen das bleiben und nicht in Dimensionen wachsen, die wir nicht mehr bewältigen können. Hier werden – trotz Konkurrenzsituation – Freundschaften geschlossen, und selbstverständlich übt auch die fantastische Umgebung eine grosse Anziehung aus.»

An der Gage jedenfalls kann es nicht liegen: Neben Übernachtung und Verpflegung erhalten die Gaukler ein bescheidenes dreistelliges Honorar, dazu auf Wunsch noch Paragliding-Flüge. Insgesamt sieht das Budget von gut 15 000 Franken rund ein Drittel für die Artisten vor. Deren eigentliche Gage liegt im Hut, den mit Trinkgeld zu füllen das Publikum nach der Show aufgerufen ist.

Apropos: «In all den Jahren ist das Publikum immer spendier­freudiger geworden», lobt Bart Stapel. «Und auch sonst aktiver», ergänzt er. «Die Leute sind längst nicht mehr so zurückhaltend wie früher und lassen sich gern in die Shows integrieren.» Stapel schätzt, dass die bis zu dreihundert Zuschauer pro Show (zu Beginn warens 50) sich zu zwei Dritteln aus Einheimischen zusammensetzen, wobei sich das Einzugsgebiet inzwischen bis nach Grindelwald und Thun erstreckt.

Gross und Klein

«Eigentlich sind wir ein ziemlich old fashioned Festival», schmunzelt Bart Stapel. «Es ist immer noch wie auf dem Dorfplatz im Mittelalter, auf dem sich Gaukler und Publikum trafen.» Ein Treffen, zu dem Kinder zwar sehr willkommen sind, wie er betont. Aber: «Es wird halt auch Humor geboten, den nur Erwachsene verstehen. Und wir sind froh, wenn die Eltern während der Show gut auf ihre Kinder auf­passen, so zum Beispiel bei waghalsigen Einradfahrten oder risikoreichen Jonglierkünsten der Artisten.»

«Eigentlich sind wir ein ziemlich old fashioned Festival. Es ist immer noch wie auf dem Dorfplatz im Mittelalter, auf dem sich Gaukler und Publikum trafen.»

Bart Stapel

Unfälle sind bisher keine passiert, ist Bart Stapel froh. Sicherheit wird grossgeschrieben, wozu auch die Behörden ihren Teil beitragen. Stapel: «Die Zusammenarbeit mit Polizei und Werkhof hat sich gut eingependelt und klappt hervorragend.» Beste Voraussetzung also für eine lange und erfolgreiche Zukunft des Gauklerfestes Interlaken. Stapel: «Wir machen weiter, solange es dem Publikum und uns gefällt.»

gauklerfest-interlaken.chLink

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