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Die Gäste im Internet abholen

Ob Hotel, Hostel oder Camping: Die Logiernächtezahlen stiegen 2017 an. Die Tourismusorganisation Interlaken kann sich aber nicht ausruhen, eine «Gesamtdigitalisierung» steht.

Die Digitalisierung steht an:?TOI-Präsident Erich Reuteler gibt die Richtung vor.
Die Digitalisierung steht an:?TOI-Präsident Erich Reuteler gibt die Richtung vor.
Nathalie Günter
Die Tourismusorganisation Interlaken (TOI) investiert nächstes Jahr vor allem in die notwendige Digitalisierung ihrer Kanäle. «Nur so können wir die Individualreisenden, die wir vermehrt gewinnen möchten, erreichen», sagte TOI-Direktor Daniel Sulzer (m.) anlässlich der Mitgliederversammlung.
Die Tourismusorganisation Interlaken (TOI) investiert nächstes Jahr vor allem in die notwendige Digitalisierung ihrer Kanäle. «Nur so können wir die Individualreisenden, die wir vermehrt gewinnen möchten, erreichen», sagte TOI-Direktor Daniel Sulzer (m.) anlässlich der Mitgliederversammlung.
Nathalie Günter
Ein Stein zum Dank:?TOI-Direktor Daniel Sulzer (l.) ehrt Unspunnen-OK-Vizepräsident Walter Dietrich.
Ein Stein zum Dank:?TOI-Direktor Daniel Sulzer (l.) ehrt Unspunnen-OK-Vizepräsident Walter Dietrich.
Nathalie Günter
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Gäste holen, Gäste halten und die Tourismussensibilisierung vor Ort – Präsident Erich Reuteler erwähnte am Donnerstag die Aufgaben der Tourismusorganisation Interlaken (TOI) eingangs der Mitgliederversammlung im Victoria-Jungfrau. Seinen Fokus legte er auf das Gästeholen. «Zu Zeiten Goethes war Propaganda noch überschaubar, heute braucht es Spezialisten dafür, die Möglichkeiten des Internets nutzen zu können.»

Die Digitalisierung hat sich die TOI deshalb für 2018 auf die Fahne geschrieben. «Nur so können wir die Individualreisenden, die wir vermehrt gewinnen möchten, erreichen», ergänzte TOI-Direktor Daniel Sulzer. Sich nur auf den zwei sozialen Netzwerken Facebook und Instagram zu präsentieren, reiche nicht mehr.

Das schlägt sich auch im Budget nieder. Der Personalaufwand steigt von 2,08 Millionen Franken (Budget 2017) auf 2,35 Millionen.

Ausserdem werden den Reserven 150’000 Franken entzogen. Ob dies einmalig geschehe, war die Frage aus dem Publikum. «Ich gehe davon aus, dass dies eine einmalige Sache ist», antwortete Sulzer. Die Digitalisierung soll im ersten Quartal 2019 abgeschlossen sein. Eine neue responsive Website und eine E-Learning-Plattform für die Partner sind zwei der grösseren Projekte.

Das Budget 2018 sieht bei einem Umsatz von 8,487 Millionen Franken einen Gewinn von 4000 Franken vor. Die TOI-Mitglieder genehmigten es ein­stimmig.

Ein ‹Unspunnen-Minüsli›

Gäste halten: Das ist der TOI 2017 gut gelungen. Die Logiernächtezahlen in der Hotellerie (gerechnet bis Oktober) verzeichnen ein Plus von 2,79 Prozent. «Wir konnte das ‹Unspunnen-Minüsli› auffangen», so Daniel Sulzer.

Dies auch, weil Interlaken breit aufgestellt sei. «Andere Länder kompensieren beispielsweise den Rückgang bei den Golfstaaten». Interlaken sei dort immer noch Schweizer Wunschdestination Nummer 1, wegen der Katar-Krise würden aber viele aufs Reisen verzichten und der Aufforderung des Scheichs Folge leisten.

Die Logiernächtezahlen bei den Hostels stiegen gar um 4,38 Prozent – speziell dank den Touristen aus Südkorea. Besonders erfreulich: Der Anteil der Wintersaison stieg im Vergleich zu 2016 um 5 Prozent. Immer weiter steigt auch die Anzahl der Aktivitäten – ob auf dem Boden (10’153), im Wasser (12’207) oder in der Luft (29’741). Sulzer: «Niemand sonst in Europa hat solch hohe Zahlen im Adventure-Bereich.»

Überhaupt sind die Hosteltouristen ein wichtiges Standbein, wie eine Umfrage zeigte. «Der Hostelgast gibt zwar weniger für die Übernachtung aus, dafür mehr für die Aktivitäten», sagte Daniel Sulzer. «Die Wertschöpfung ist fast die gleiche wie bei einem Gast in einem Dreisternhotel.» Die Camping-Logiernächte stiegen um 6,7 Prozent.

TOI an der IGA?

Und wo bleibt jetzt die Tourismussensibilisierung vor Ort? «Wir planen, an der Jubiläumsausgabe der Interlakner Gewerbeausstellung nächstes Jahr teilzunehmen», sagte Sulzer. Der Entscheid stehe aber noch aus.

Bereits fix ist natürlich die 4. Ausgabe von Ice Magic, die am 16. Dezember startet. Weiter holt die TOI den Schweizer Ferientag 2018, einen Anlass mit über 1300 Touristiker, nach Interlaken. Und Daniel Sulzer persönlich wird Interlaken im House of Switzerland an der Winterolympiade in Pyeongchang vertreten.

Bleibt noch der Rückblick auf das Unspunnenfest. «Trotz den zwei Regentagen war es ein unvergesslicher Anlass», so Daniel Sulzer. Für OK-Präsident Ueli Bettler (abwesend) und Vizepräsident Walter Die­trich gabs symbolisch einen Unspunnen-Stein mit Blumen.

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