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Die Touristiker haben viel vor

An den Generalversammlungen von Mürren Tourismus, der Alpines Sportzentrum Mürren AG und dem Verein auswärtiger Grundbesitzer wurde über die Zukunft vom Palace informiert.

Im voll besetzten Ballsaal des Hotels Palace liessen sich Mürrner und auswärtige Ferienhausbesitzer am «Inside Day» über aktuelle und künftige Projekte informieren. Foto:
Im voll besetzten Ballsaal des Hotels Palace liessen sich Mürrner und auswärtige Ferienhausbesitzer am «Inside Day» über aktuelle und künftige Projekte informieren. Foto:
Anne-Marie Günter

Der Ballsaal im Mürrner Hotel Palace war voll besetzt. Die Böden glänzten frisch poliert. Tout Mürren war da, denn am Ostersamstag war der «3. Mürren Inside Day». Auswärtige Grundbesitzer, die Mitglieder von Mürren Tourismus und die Aktionäre des Alpinen Sportzentrums hielten ihre Jahresversammlungen ab und wurden zudem gemeinsam über aktuelle und zukünftige Projekte informiert.

Mit den Gästezahlen war Mürren Tourismus zufrieden: Im Berichtsjahr (2016/2017) wurden 145'301 Logiernächte (plus 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und eine leicht gestiegene Bruttobettenauslastung von 43,8 Prozent in der Hotellerie erzielt. Weniger Logiernächte wurden im Bereich Ferienwohnungen generiert; dies, weil immer weniger Ferienwohnungen zur Verfügung stehen, wie Geschäftsführer Samuel Bichsel ausführte.

Zum ersten Mal hatte Mürren mehr Übernachtungen in Sommer als im Winter. Angenommen hat die Vereinsversammlung den Antrag, das Darlehen von 250'000 Franken, das die Gemeinde Lauterbrunnen über Mürren Tourismus an das Alpine Sportzentrum (ASZ) verliehen hat, bis 2026 ohne Amortisation zu verlängern.

Dach für das Eisfeld

Dieses hat ein Bauprojekt, das Verwaltungsratspräsident Peter Wirth vorstellte: Das hintere Eisfeld soll für 0,95 Millionen Franken überdacht werden. Dies bedeute eine bessere und vielfältigere Nutzung, weniger Arbeits- und Energieaufwand und weniger Lärm. Die Versammlung bewilligte eine Kapitalerhöhung von einer halben Million Franken, rund 10 Prozent des bisherigen Aktienkapitals.

Erwartet an den Dachbau werden 300'000 Franken vom Kanton, davon 100'000 aus dem Sportfonds. Die AG äufnet künftig ein Reservekonto für Grossrisiken. Ein Teil der Kapitalerhöhung und ursprünglich vorgesehene Amortisationen bilden die finanzielle Einlage. Dieses Jahr wird das Hallenbad auf einen chlorfreien Betrieb umgerüstet, zudem soll im Sommer eine modulare Pumptrack-Anlage auf dem Eisfeld die Attraktivität für junge Gäste und Familien erhöhen.

Die Attraktivität für Sommergäste erhöht auch die Schilthornbahn AG: Auf dem Gipfel, dem Piz Gloria, entsteht ein kleines «Ewigschnee-Feld».

Zwei Jugendprojekte

Die Schilthornbahn AG plant im Schulhaus Stechelberg eine Lodge für junge Gäste. Die ASZ AG stellte ebenfalls ein Projekt für eher jüngere Gäste vor. Die Kirchgemeinde Biel wird den Baurechtsvertrag für ihr Ferienheim bei der Station der Schilthornbahn in Mürren nicht verlängern, der Baurechtsvertrag und das sanierungsbedürftige Haus könnten übernommen werden. Die ASZ AG hat dazu die Tochtergesellschaft Jugendpavillon AG gegründet, mit den Landbesitzern einen Vorvertrag abgeschlossen und ist daran, zu prüfen, wie sie das Haus als Hostel für Gruppen – auch Schulklassen – und Einzelgäste sanieren könnte.

Mürren Palace als Pop-up

Mit Spannung erwartete das Publikum die Orientierung über den Stand beim Hotel Palace. Peter Wirth erklärte, dass die ASZ AG Nutzung und Betrieb im Auftrag der Palace Avenir AG ausführt und das Personalhaus zur Vermietung hergerichtet hat. Wirth ist auch Verwaltungspräsident dieser AG. Sie hat ein Angebot für einen Freihandverkauf ans Konkursamt gemacht, das aber von diesem als zu tief zurückgewiesen wurde.

Seit dem Konkurs des einstigen Luxushotels 2013 sind mehrere Hunderttausend Franken Kosten für die minimale Werterhaltung aufgelaufen. Die Palace Avenir AG wird ihre Trümpfe, namentlich das erworbene Nutzungsrecht, ausspielen, um zu tragbaren Konditionen in den Besitz des Hauses zu kommen. Bis dann ein Investor gefunden wird, der aus dem Palace wieder eine Art Hotelflaggschiff für Mürren macht, sollen mit bescheidenen Mitteln Zimmer oder kleine Appartements hergerichtet werden, sodass das Palace als eine Art Pop-up-Lodge funktionieren kann. Eine umfassende öffentliche Orientierung ist geplant.

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