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Die Wilden sind wieder los – zum 74.Mal

Das Inferno ist ein Abfahrtsrennen – eigentlich. Es geht zwar teilweise «nidsi wie dr Tiifel», zu bewältigen haben die infernalischen Renner und Rennerinnen aber auch Flachstücke – und sogar Gegensteigungen. Auf der Startliste zum 74. Infernorennen vom kommenden Samstag stehen 1850 Namen.

Schlüsselstelle Blattwang: Die einen meistern diese engen Haarnadelkurven so elegant wie der Fahrer rechts, andere tun sich schwerer damit. Entscheidende Sekunden werden hier gewonnen oder verloren, Stürze sind vorprogrammiert. Am Samstag ist es wieder so weit.
Schlüsselstelle Blattwang: Die einen meistern diese engen Haarnadelkurven so elegant wie der Fahrer rechts, andere tun sich schwerer damit. Entscheidende Sekunden werden hier gewonnen oder verloren, Stürze sind vorprogrammiert. Am Samstag ist es wieder so weit.
Bruno Petroni

1610 Männer und 240 Frauen starten am kommenden Samstag zum 74. Internationalen Infernorennen. Mehr werden nicht zugelassen. Wieder mit dabei sind die Siegerinnen und Sieger der letzten Jahre; so auch der Schnellste des letzten Jahres, der Meiringer Brian Brog. Und auch Nicole Bärtschi aus Buttisholz, die mit einem weiteren Erfolg zu den fünffachen Siegerinnen Marianne Rubi (2006 und 2008–2011) sowie Susanne Tschanz (2000–2004) aufschliessen könnte.

Bereits vor zwei Jahren wurde das Rennen auf der jetzt wieder vorgesehenen Strecke durchgeführt: Der Sieger, der Schwyzer Felix Tschümperlin, legte die 7,6 Kilometer damals in 7 Minuten und 25,78 Sekunden zurück.

Wenn die Verhältnisse ändern

Zwar erhalten die Besten der Vorjahre immer die tiefsten Startnummern. Aber das sind nicht immer auch die Schnellsten. Das Rennen dauert nämlich rund sechseinhalb Stunden, und da können sich die Verhältnisse grundlegend ändern. So waren im Jahr 2005, als oberhalb der Höhenlücke gestartet wurde und sich das Ziel im oberen Alpweg befand, die Siegerinterviews mit Ruedi Trummer und Susanne Bleuer längst gemacht, als die Journalisten erneut an die Arbeit mussten.

Inzwischen hatten sich die Verhältnisse nämlich entscheidend geändert, sodass sich die junge Grindelwalderin Annina Strupler mit einer hohen Startnummer an die Spitze der Damenrangliste setzte und der ebenfalls spät startende Kernser Kuno Michel sogar Tagesbestzeit aufstellte und Gesamtsieger wurde.

Gegen 500 Frauen und Männer starten zur Inferno-Superkombination. Sie messen sich heute Mittwoch beim Nachtlanglauf mitten durchs Dorf Mürren, bestreiten morgen Donnerstag einen Riesenslalom und schliessen das happige Programm am Samstag mit der Abfahrt ab.

Die wilden Briten

Ein paar spleenige Engländer starteten im Jahre 1928 zum ersten Infernorennen, einem Abfahrtsrennen vom Schilthorngipfel hinunter nach Lauterbrunnen. Es herrschte freie Routenwahl. Die Briten nannten ihr neues Rennen «Inferno», weil dieser Name ein Hinweis auf die Strapazen und Qualen sein soll, mit welchen ein Rennfahrer bei allen Wettern fertigwerden muss. So jedenfalls erklärte dies damals Harold Mitchell, der Sieger des ersten Rennens von 1928.

Drei Jahre hintereinander starteten die Engländer damals zum abenteuerlichen Spass. Dann gab es einen sechsjährigen Unterbruch, bis 1936 der Skiclub Mürren das Zepter übernahm. Seither geht die ungewöhnliche Skiveranstaltung – mit Ausnahme der Kriegsjahre und 1990, wo die Wiesen grünten – jeweils im Januar über die Hänge zwischen dem Schilthorn und dem Tal.

Die Originalstrecke führt vom Kleinen Schilthorn via Winteregg hinunter nach Lauterbrunnen. Die Organisatoren sind ­jedoch flexibel und passen die Strecke jeweils den aktuellen Schnee- und Wetterverhältnissen an. Es ist vorgesehen, die 74. Austragung vom kommenden Samstag vom Originalstart bis ins Dorf Mürren hinunter auszu­tragen.

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