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Doku-Perlen in der Badi-Garderobe

«Film im Bad» ist wieder da: In der letzten August-Woche wartet das kleine, wettergeschützte Filmfestival im Freibad Spiez an sieben Abenden mit Dokumentarfilmen und dokumentarischen Spielfilmen auf.

Besinnlicher Moment: Sarah und Sämi im Film «z’Bärg». Am Donnerstag ist der Film in Spiez zu sehen.
Besinnlicher Moment: Sarah und Sämi im Film «z’Bärg». Am Donnerstag ist der Film in Spiez zu sehen.
zvg

Wer dokumentarisch geprägte Filme liebt, sollte sich die sieben Daten von «Film im Bad» in der Agenda vormerken: Ab Montag, 22., bis und mit Sonntag, 28. August, zeigen Organisator Werner Stalder und sein Team jeden Abend einen Streifen. «Diesmal stehen in der Schweiz produzierte, bekannte und beliebte Titel der letzten drei Jahre auf dem Programm», informiert der Spiezer.

Markenzeichen des Klein­festivals in der Bucht: Die Vorführungen finden im geräumigen Garderobentrakt des Freibades und damit wetterunabhängig statt. Und: Als Einstieg in den Filmabend lernt das Publikum eine oder einen Protagonisten des jeweiligen Films – beispielsweise den Regisseur, die Produzentin oder eine Darstellerin – in einem kurzen Gespräch kennen.

Das Programm – Beginn jeweils um 20.15 Uhr:

Montag, 22. August: «Die Schwalbe» (Mano Khalil, 2015), Gesprächsgast ist Regisseur Mano Khalil. Mira, in Bern aufgewachsen und kurdischer Abstammung, entdeckt zufällig Briefe ihres totgesagten Vaters. Sie beschliesst, seine Spuren aufzunehmen, und reist nach Irakisch-Kurdistan.

Im Deutsch sprechenden Kurden Ramo findet sie einen liebenswürdigen Begleiter. Sie ahnt weder dessen Absichten noch kennt sie die Wahrheit über ihren Vater. «Der Schweizer Filmer mit kurdischen Wurzeln, Mano Khalil (‹Unser Garten Eden›, ‹Der Imker›), beschreibt die Suche nach Identität und Selbstfindung einer Frau, gleichzeitig die Zerrissenheit eines Landes», so Stalder.

Dienstag, 23. August:«Dürrenmatt – eine Liebesge­schichte» (Sabine Gisiger, 2015), Gesprächsgast ist Philip Delaquis, Produktion, aus Spiez. Mit Werken wie «Der Besuch der alten Dame» oder «Die Physiker» gelangte Dramatiker und Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt zu Weltruhm. Er hatte scheinbar ­alles im Leben: Erfolg, Geld, Anerkennung und Ruhm.

Dennoch war er ein Getriebener, der sich unentwegt Gedanken über das Leben und den Tod machte. Der eindringliche Film «Dürrenmatt – eine Liebesgeschichte» greift laut Werner Stalder all diese Aspekte auf, zudem auch die bisher weitgehend unbekannte 40-jährige Liebesbeziehung zu seiner Frau Lotti. Eine Dokumentation und zugleich eine fiktive Er­zählung.

Mittwoch, 24. August: «Tinou» (Res Balzli, 2016), Gesprächsgast ist Schauspieler Max Rüdlinger. Der Berner Tinou leidet an schwerer Leberzirrhose, muss sehr auf seinen Lebensstil achten. Auch sein bester Freund Aschi kommt mit dem Altern nicht klar, verfällt ebenfalls dem Alkohol und schwelgt in Erinnerungen. Da meldet sich sein Sohn aus Südafrika und lädt ihn zu sich ein.

Aschi will mit Tinou reisen, doch dieser muss sich zunächst einer lebenswichtigen OP unterziehen. Im Krankenhaus verfällt der alte Mann in einen Traum, der die Reise vorwegnimmt. Stalder: «Ein starker Film voller verrückter Einfälle, sehenswert auch dank der beiden famosen Hauptdarsteller Gilles Tschudin und Max Rüdlinger.»

Donnerstag, 25. August: «Z’ Bärg» (Julia Tal, 2015), Gesprächsgast ist Regisseurin Julia Tal. Sarah und Sämi, beide aus der Stadt, erfüllen sich einen Traum: Sie verbringen einen Sommer als Alppersonal im Diemtigtal, begleitet nur von Kühen, Ziegen, Schweinen und Hühnern. Das Abenteuer beginnt schon bald, an ihren Nerven zu zehren. Sture Rindviecher, Schimmel am Käse und andauernder Schlafmangel – das sind nur einige der Probleme, mit denen sich das junge Paar herumschlagen muss.

Freitag, 26. August: «Above and Below» (Nicolas Steiner, 2015), Gesprächsgast ist Regisseur Nicolas Steiner oder ein Mitglied des Filmteams. Der Debütfilmer begibt sich auf eine Reise weit weg von Menschenmassen und zivilisierter Welt.

Das alltägliche Dasein und der Überlebenskampf seiner Porträtierten, die beispielsweise in der Kanalisation von Las Vegas oder in einer verlassenen Wüste Utahs leben, «erweitern den Blick des Zuschauers auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben», heisst es. «Eine zweistündige Doku über fesselnde Lebensrealitäten, sanft erzählt in sinnlichen Bildkompositionen.»

Samstag, 27. August: «Der grosse Sommer» (Stefan Jäger, 2015), Gesprächsgäste sind Regisseur Stefan Jäger und Ursula Zarotti Gnädinger, die Witwe von Mathias Gnädinger. Seine letzte grosse Reise führte Mathias Gnädinger, der am Karfreitag 2015 gestorben ist, von Stein am Rhein ins ferne Japan.

Theo Plakoudakis und Marco Salituro hatten für den populären Schauspieler eigens ein Drehbuch entwickelt. Und so füllt Gnädinger die Rolle als «grosser Sommer» mit viel Herz aus: Der ehemalige Schwingerkönig Anton Sommer wird vom zehnjährigen Hiro gezwungen, ihn nach Japan zu begleiten. Hiro will wie sein Vater Sumo­ringer werden. Ein modernes Märchen, das zur Hommage an Mathias Gnädinger geworden ist.

Sonntag, 28. August: «Zum Säntis – unterwegs mit Franz Hohler» (Tobias Wyss, 2013), Gesprächsgast ist der Regisseur. Vor dem 70. Geburtstag wandert Franz Hohler auf den Säntis. Von seiner Haustür in Zürich-Oerlikon aus, gemeinsam mit dem Filmemacher Tobias Wyss. Lange hat er sich diese Wanderung vorgenommen, auf den einzigen Berg, den er vom obersten Stock seines Hauses sieht.

Auf dem Weg in die Voralpen erwarten ihn Begegnungen aller Art, die überraschende Blicke auf sein Leben als Schriftsteller, Kabarettist, Liedermacher, als Ehemann und Familienvater und leidenschaftlicher Wanderer freigeben.

Reservationen: Badkasse, Telefon 033 654'15'76 oder info@filmfestival-thunersee.ch

BO/pd/jss

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