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Droht dem Dorfladen der Konkurs?

Werden nicht bald die nötigen Mittel aufgetrieben, steht der Konkurs des Spiezer Dorfladens bevor.

Guido Lauper
Blick ins Schaufenster des Dorfladens in Spiez.
Blick ins Schaufenster des Dorfladens in Spiez.
Guido Lauper

In einer am Freitag an die «Aktionäre, Kunden, Lieferanten und Unterstützer» verschickten Information hielt der Verwaltungsrat der Dorfladen Spiez AG fest: Obwohl die Jahresabschlusszahlen des ersten Geschäftsjahres noch nicht vorlägen, müsse der VR «die Gefahr einer Überschuldung feststellen». Entspreche das Ergebnis der Zwischenbilanz den aktuellen Hochrechnungen, müsse der VR «infolge einer Überschuldung den Richter benachrichtigen und den Konkurs einleiten».

Optimierung nicht gelungen

Begründet wird die schwierige Lage des am 1. Dezember 2017 eröffneten Ladens für Regionalprodukte wie folgt: «Die Optimierung der Margen ist auch im zweiten Halbjahr nicht genügend gelungen. Zudem lasten die Anfangsinvestitionen sowie der erhöhte Aufwand infolge Personalwechsel vom ersten Quartal schwer auf den Schultern des Dorfladens.»

Die von der ausserordentlichen Generalversammlung vom 19. Juni bewilligte Kapitalerhöhung von maximal 125000 Franken wollte der VR Anfang 2019 vornehmen, «um Zeit zu gewinnen, die notwendige Margenverbesserung zu erreichen». Den Produzenten faire Preise für ihre Produkte zu zahlen und gleichzeitig marktfähige Preise zu erzielen, welche den budgetierten Produktgewinnmargen entsprachen, gelang bislang nicht. Wie der Verwaltungsrat in seiner Information weiter schrieb, habe er von Geschäftsführerin Anne-Kathrin Spielmann die Kündigung per Ende Februar 2019 erhalten.

Er bedaure den Entscheid, habe aber Verständnis in Anbetracht der Situation, hielt er fest. Zur Frage dieser Zeitung, ob die Unterstützung in Spiez für den Dorfladen zu klein sei, sagte VR-Präsident Sepp Zahner auf Anfrage: «Nein. Die vielversprechende Umsatzentwicklung über das Jahr 2018 hinweg zeigt, wie viele Menschen in und um Spiez vom Angebot im Dorfladen profitierten. Zudem unterstützten zahlreiche lokale Produzenten den Laden stark. Mit einem Jahr Geschäftstätigkeit steckt der Dorfladen vom Bekanntheitsgrad her noch in den Kinderschuhen.» Sepp Zahner: «Verwaltungsrat und Ladenteam kämpfen weiterhin mit allen Mitteln, um den Dorfladen mit seinen Arbeitsplätzen für die Region zu retten.»

Leider habe man wie erwähnt trotz aller Bemühungen die Gefahr einer Überschuldung feststellen müssen. Zur Rettung des Ladens am Kronenplatz wären also Zeit und Geld notwendig, weil laut Zahner nur genügend Liquidität einer Unternehmung die nötige Zeit verschafft, um mit genügend entwickelten Margen die budgetierte Rentabilität zu erreichen. Auf den Hinweis, dass mit der vorgesehenen Kapitalerhöhung keine höheren Margen erzielt worden wären, meinte Sepp Zahner: «Die Dorfladen Spiez AG hat laufend analysiert und optimiert, um das Ziel der Margenoptimierung zu erreichen. Die Kapitalerhöhung diente der Zeitgewinnung dazu.»

Information am 1. Februar

Und auf die Gretchenfrage, wie viele Lieferanten und Aktionäre bei einem Konkurs Geld verlieren würden, meinte der VR-Präsident wenig konkret: «Der Auftrag zu Zwischenbilanz, Abschluss und Revision per 31. Dezember 2018 wurde erteilt. Informationen über das «Wie weiter» sind erst danach möglich.» Weiter zur Zukunft der Spiezer Dorfladen AG informieren will der Verwaltungsrat am 1. Februar um 19 Uhr im Dorfladen. Anmeldung unter info@spiezerdorfladen.ch ist erwünscht.

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