Durchzogenes Hüttenjahr

Der SAC hat die Übernachtungsstatistik seiner 152 Hütten veröffentlicht. Danach haben vier Fünftel der SAC-Hütten in den Berner Alpen eine schlechtere Bilanz erwirtschaftet als im Vorjahr. Schuld daran waren vor allem die Wetterkapriolen.

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Die zwei ersten Sommersaisons von Yvonne Feuz als Hüttenwartin der SAC Doldenhornhütte gleichen einer Achterbahn: Nach einem äusserst erfolgreichen Sommer 2016 mit 48 Prozent mehr Übernachtungen gab es jetzt einen Rückgang von 27 Prozent. Feuz: «Nach dem verregneten und verschneiten September ging gar nichts mehr – es hat den Leuten geradezu abgelöscht. Daran änderte auch die Wetterbesserung Ende September nichts mehr.» Auch fehlen in der Bilanz der Doldenhornhütte hundert der sonst üblichen Pfadi-Übernachtungen.

Für Hans Hostettler auf der gegenüberliegenden Seite des Oeschinensees war es «die bisher schlechteste Saison». Hostettler zeigt sich angesichts des unsteten Wetters aber trotzdem zufrieden, konnte er doch immerhin 4782 Übernachtungen verbuchen. Mit 4685 Logiernächten in der Sommersaison ist die am Hohtürli stehende Blümlisalphütte nach der Cabane de Moiry (Wallis, 5559 Übernachtungen) die am zweitmeisten frequentierte «Sommerhütte» der Schweiz.

Lämmerenhütte wieder in den Topplätzen

Zurück in die nationalen Topplätze vorgestossen ist die Lämmerenhütte unterhalb des Wildstrubels: Nach dem umfangreichen Ausbau, während dessen die Logiernächte vorübergehend auf gut 5000 zurückgegangen waren, übernachteten dort letztes Jahr wiederum 6556 Besucher. Das sind genau gleich viele wie im guten Jahr 2014. Somit hat 2017 nur gerade die Britanniahütte im Wallis mit 8149 mehr Übernachtungen aufzuzeichnen.

Eine Saison zum Vergessen erlebte Cyrille Zwicky in der Dossenhütte. Mit 34 Prozent Rückgang erlebte sie die schlechteste ihrer bisher 17 Saisons da oben. «Gewitterhafte Wochenenden und schlechte Tourenbedingungen waren die Hauptursache», weiss Zwicky. Einen harzigen Start in seine Hüttenwartkarriere erlebte auch Stefan Hablützel, der neue Wart der Lauteraarhütte. Zwar waren es bis zum Saisonschluss doch noch 665 Übernachtungen statt nur der befürchteten 580. Aber für eine Hütte mit ansonsten gegen 1000 Logiernächten pro Sommer ist dies eben doch ein durchzogenes Ergebnis – in Prozent ausgedrückt: minus 31 Prozent.

Äusserst positive Ergebnisse erzielten hingegen die Hollandia- und die Konkordiahütte: Egon Feller hatte in der Hollandiahütte (Lötschenlücke) mit 2372 Nächten das beste Ergebnis in seinen sechs Hüttenwartjahren (+6 Prozent), und Christoph Sager in der Konkordiahütte konnte mit 6176 Übernachtungen erstmals nach fünf Jahren die 6000er-Marke knacken (+12 Prozent). Schliesslich konnte auch die Finsteraarhornhütte zulegen (+8 Prozent), womit sie mit 3101 Winternächten als schweizweit zweitmeistfrequentierte «Winterhütte» hinter der Britannia (4066) gilt.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 30.05.2018, 08:43 Uhr

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