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«Ein Drittel des Stroms geht verloren»

Solarstrom bewegt; das zeigte ein Infoanlass in Frutigen: Über 350 Interessierte folgten einem Aufruf und wollten wissen, wie man Solaranlagen rentabel betreiben kann.

Fritz Lehmann
Die Referenten (v. l.): Nationalrat Jürg Grossen, Moderatorin Karin Allenbach, Gastgeber Erich von Känel und Marc Allenbach, Unternehmer.
Die Referenten (v. l.): Nationalrat Jürg Grossen, Moderatorin Karin Allenbach, Gastgeber Erich von Känel und Marc Allenbach, Unternehmer.
zvg

«Rentiert eine Solaranlage auf Wohnbauten noch?», lautete die Frage zu einem Informationsanlass, zu welchem die Allenbach Holzbau und Solartechnik AG in die Ausstellungsräume des Autohauses von Känel geladen hatte. Im Fokus der zwei Referate standen die Rentabilität von Solaranlagen und der Eigenverbrauch von Solarstrom. Referenten waren Nationalrat Jürg Grossen und Unternehmer Marc Allenbach.

Zu hören bekamen die rund 350 Interessenten Fakten über Solaranlagen und die Verwendung von Solarstrom. Den Anfang machte Jürg Grossen mit Infos zum Thema Energiepolitik und erklärte, die Annahme der Energiestrategie 2050 sei ein Schritt in die richtige Richtung. «Die Schweiz ist im europäischen Vergleich beim Verbrauch von Wind- und Solarstrom pro Kopf auf Platz 25 von 29.» Es gebe also immer noch viel Potenzial für erneuerbare Energien. «Auf der anderen Seite ist die Schweiz punkto Innovation nach wie vor top. Grossen zeigte auf, dass die Einspeisung von Solarstrom ins Netz wegen der tiefen Vergütung nicht mehr interessant sei. «Wer eine Solaranlage rentabel betreiben will, muss den produzierten Strom selber verbrauchen.»

Dafür brauche es aber innovative Technologien, etwa Steuerungsoptimierungen. Potenzial gebe es aber auch bei der Energieeffizienz: «Ein Drittel des Stroms und noch mehr Wärme gehen verloren als Betrieb ohne Nutzen.» Diese Verschwendung gelte es abzustellen. «Jede Megawattstunde, die nicht benötigt wird, muss auch nicht generiert und verteilt werden.» Die Kosten für Fotovoltaikanlagen sänken nur noch moderat, erklärte Marc Allenbach dem Publikum. Ob eine Solaranlage rentabel betrieben werden könne, hänge von zwei Faktoren ab: dem Verkauf des erzeugten Stromes mit Mehrwert – beispielsweise mit einem Herkunftsnachweis – und der Einsparung von Stromkosten durch Eigenverbrauch.

Weiter führte er aus, dass eine totale Unabhängigkeit vom Elektrizitätswerk technisch möglich, aber nicht sinnvoll sei. «Der sogenannte Autarkiegrad liegt im Idealfall bei 50 Prozent.» Wer höher gehen wolle, tue dies auf Kosten der Rentabilität der Anlage. Interessanter würden die Preise aber noch im Bereich der Stromspeicher. In seinem Unternehmen habe er einen Batteriespeicher eingebaut, der rund 100 Kilowattstunden Strom speichern könne.

Seinen Teil beitragen

Das Fazit des Abends: «Es ist wichtig, in Bezug auf Eigenverbrauch die richtigen Prioritäten zu setzen», erklärten die beiden Referenten. Die Steuerung des auf dem eigenen Dach produzierten Stromes sei am wichtigsten. An zweiter Stelle komme das ­Zwischenspeichern. Denn auch wenn die Speicher noch zehnmal günstiger würden, würden sich Steuerungsoptimierungen sowohl finanziell wie auch ökologisch immer noch lohnen. «Am wichtigsten ist jedoch, dass jeder seinen Teil zur Energiewende beiträgt», hielten die beiden abschliessend fest.

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