Meiringen

Ein Kristall für das Reich der Wolle

MeiringenRuth und Heinz Brog von der Wollreich Haslital GmbH konnten am Montag den Welterbe-Kristall aus den Händen des Walliser Nationalrates Thomas Egger in Empfang nehmen. Die mit 10 000 Franken dotierte Auszeichnung ehrt besonders nachhaltige Projekte im Alpenraum.

Freudige Preisverleihung: Nationalrat Thomas Egger (Mitte) überbrachte Ruth und Heinz Brog den Unesco-Welterbe Kristall nach Meiringen.

Freudige Preisverleihung: Nationalrat Thomas Egger (Mitte) überbrachte Ruth und Heinz Brog den Unesco-Welterbe Kristall nach Meiringen. Bild: Beat Jordi

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«Die Wollreich Haslital GmbH ­bezweckt den Handel mit Wolle und Wollprodukten, Wollverarbeitung, Durchführung von Filzkursen, Führungen und Events sowie idyllisches Wohnen und Schlafen in der Schafwolle», steht im Handelsregister.

Bereits Anfang Jahr wurde das Wollreich Haslital von der Volkswirtschaft Berner Oberland mit dem In­novationspreis für Berglandwirtschaft ausgezeichnet. Und nun folgte der Welterbe-Kristall von der Unesco-Welterbe-Stiftung Swiss Alps Jungfrau-Aletsch.

An der gestrigen Preisverleihung erhielten die geladenen Gäste und Medienvertreter einen Einblick in das Siegerprojekt «Wolle sehen, spüren und er­leben». Unter der Führung von Ruth und Heinz Brog konnten das Atelier und der hauseigene Laden in Meiringen besichtigt werden. Ebenfalls wurde das geplante Kompetenzzentrum Wolle in Geissholz vorgestellt.

Über sechs Tonnen Wolle

Was vor bald zwanzig Jahren mit einer Idee und ein paar Schafen begann, hat sich zu einem respektablen Unternehmen mit einem halben Dutzend Beschäftigten und einem breiten Angebot entwickelt. Mittlerweile werden mit 180 Schafen über sechs Tonnen Wolle produziert und verarbeitet, wie Heinz Brog gestern auf dem Rundgang im Betriebsgebäude in Meiringen ausführte.

Wolle ist ein natürliches, re­gionales Produkt und ein wunderbarer Rohstoff für zahlreiche Produkte», hielt Nationalrat Egger in seiner Laudatio fest. Nebst der Berglandwirtschaft mit Schafen wird von der Familie Brog mit Team die Wolle gewaschen, gekardet und im Atelier weiter verarbeitet.

Es werden aber auch Kurse, Exkursionen zu den Schafen, Übernachtungen im Wollhaus und vieles mehr angeboten. Wie polyvalent Wolle eingesetzt werden kann, demonstrierte Ruth Brog im Schauraum, wo von Spielzeug über Schuheinlagen und Bettwaren bis zu hoch­wertiger Bekleidung und Ac­cessoires eine Vielzahl von Produkten im Angebot stehen.

Kompetenzzentrum geplant

Was heute an verschiedenen Standorten bewirtschaftet, verarbeitet und angeboten wird, möchten Heinz und Ruth Brog in einem Kompetenzzentrum an einem einzigen Standort zusammenfassen. Ihr Ziel möchten sie mit einem Neubau verwirklichen, wo Kursteilnehmer und ­Besucher einen Einblick in die tier- und naturgerechte Landwirtschaft erhalten sowie den gesamten Herstellungsprozess der Wolle erleben.

Ergänzen möchten sie das Angebot mit einem kleinen Bistro, einem Massen­lager für Gruppen sowie einem Abenteuerspielplatz inklusive der Ausgestaltung eines Wanderweges als «Bildungsweg Wolle». Zurzeit stecke die Fortsetzung des Projektes aber mit einem dicken Knüppel im Getriebe in der Berner Paragrafenmühle fest.

Preis für Ausserberg

Nationalrat Egger würdigte das Projekt Wollreich Haslital aus der Sicht der Jury und erwähnte die stufenweise entwickelte, lange Wertschöpfungskette von der Schafzucht bis zu den fertigen Produkten inklusive der touristischen Angebote.

Für 2017 waren zwei Projekte aus dem Wallis und sieben aus dem Berner Oberland angemeldet. Nebst dem Siegerprojekt der Familie Brog wurde die Gemeinde Ausserberg VS für den Erhalt der «Wässerwassersuone Niwärch» mit dem Anerkennungspreis ausgezeichnet. (Berner Oberländer)

Erstellt: 10.10.2017, 11:25 Uhr

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