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Ein Turm wäre etwas Besonderes

Aussichtstürme stehen nicht zuoberst auf der Prioritätenliste. Trotzdem geistert ein solcher auf dem Hondrichhügel noch immer durch einige Köpfe. Schliesslich hatte dort vor hun­dert Jahren ein Turm Gäste angelockt.

Das historische Bild zeigt den Aussichtsturm mit Restaurant.
Das historische Bild zeigt den Aussichtsturm mit Restaurant.
zvg / Ulrich Nyffenegger
Dieses Angebot existierte von 1910 bis 1923 auf dem Hondrichhügel, dem höchsten Punkt von Spiez.
Dieses Angebot existierte von 1910 bis 1923 auf dem Hondrichhügel, dem höchsten Punkt von Spiez.
zvg / Ulrich Nyffenegger
Das Siegerprojekt «Tribüne» aus dem Jahr 2007.
Das Siegerprojekt «Tribüne» aus dem Jahr 2007.
zvg / Ulrich Nyffenegger
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«Nach den Plänen der Architekten Kuhn und Leuenberger und mit Unterstützung des Verkehrsvereins Spiez entstand im Mai 1910 ein Aussichtsturm auf dem Hondrichhügel. Erbaut wurden Turm und Restaurant durch Jakob von Känel von Hondrich.

Bereits 1912 ging das Sommerrestaurant mit Turm an den im Dorf Spiez ansässigen Schneidermeister Joseph Hartman über, der es mit seiner Familie betrieb. Der Bau verschwand 1923.»

Was der Spiezer Historiker Alfred Stettler 1995 in seinem Büchlein «Spiez in alten Ansichten» kurz beschrieb und mit einem Bild von damals illustrierte, beschäftigte den in Hondrich wohnhaften Ingenieur Ueli Nyffenegger dermassen, dass er 2006 als damaliger Präsident des Ortsvereins zum 100. Geburtstag des Turmes einen «Nachfolger» auf dem höchsten Punkt der Gemeinde Spiez realisieren wollte. Es sollte vorerst bei der Vision bleiben.

Auftrag vor zehn Jahren

Gestorben ist die Idee jedoch nicht, Nyffenegger sagt heute: «Die Idee des Turmes ist für mich immer noch ein Ziel, das ich mal umgesetzt sehen möchte. Ich war diesen Winter wieder mal auf dem Hondrichhügel, um zu schauen, wo eigentlich der ideale Standort wäre und wie die Aussicht ist.»

«Die Idee des Turmes ist für mich immer noch ein Ziel, das ich mal umgesetzt sehen möchte.»

Ingenieur Ueli Nyffenegger

2007 hatten sechs Studentengruppen von der Fachhochschule Bern den Auftrag erhalten, in einem Fachwerkkurs verschiedene Projekte auszuarbeiten. Bei der Vorstellung ihrer Entwürfe mit Plänen, Modellen, Fotomontagen und technischen Erläuterungen in der «Bärgsunne» Hondrich wählte das Publikum das Projekt Tribüne von André Dällenbach, Lukas Ingold und Michael Gerber.

Diesem Vorschlag hatten auch die Lehrkräfte und Experten die höchste Punktzahl gegeben. «Nebst seiner eleganten Form verhindert die schiefe Aussichtsplattform, dass sich die Besucher gegenseitig in der Sicht behindern», hiess es dazu in dieser Zeitung.

«Die Arbeiten haben alle meine Erwartungen übertroffen», freute sich Ueli Nyffenegger bei der Präsentation. Er hatte gefordert, der Turm müsse regionale Baustoffe enthalten, vorwiegend Holz. Er dürfe maximal 35 Meter hoch werden, mit freiem Blick in alle Richtungen und mit einer bedachten Aussichtsplattform für mindestens zwanzig Per­sonen.

Vorgesehen war weder eine Bewirtung wie vor hundert Jahren noch eine Zufahrt für Motorfahrzeuge. Im selben Jahr wurden die sechs Projekte an der Spiezer Waren- und Gewerbeausstellung der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Die damaligen Projekte sollten als Grundlage für weitere Vorabklärungen dienen.

Die Idee lebt weiter

Die Wettbewerbsprojekte habe er noch immer in seinen Daten, sagt Ueli Nyffenegger. Er begründete die Verzögerung: «Aufgrund der damals schlechten Wirtschaftslage, der Haltung der Burger als Waldbesitzer und der Gemeinde Spiez haben wir das Projekt im Ortsverein auf Eis gelegt.» Seither hätten auch andere Hondricher versucht, das Projekt mit einem besser finanzierbaren, viel einfacheren Holzturm voranzutreiben, um damit die Burger zu überzeugen.

«Aber die haben sich in einer erneuten Abstimmung gegen einen Turm in ihrem Wald ausgesprochen», ergänzt Nyffen­egger und bedauert, in den letzten drei Jahren aus beruflichen Gründen keine Möglichkeit gehabt zu haben, das Projekt voranzutreiben. «Aber spätestens ab 2018 möchte ich den Ball wieder aufnehmen.»

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