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Einsprachen bremsen ARA-Neubau

Projektänderungen und Einsprachen: Der Baustart der neuen Abwasserreinigungsanlage ARA Brienz verzögert sich. Wann mit dem Abbruch der alten Anlagen begonnen werden kann, ist offen.

Blick auf die ARA Brienz, auf deren Areal entgegen den ursprünglichen Plänen noch keine Gebäude abgebrochen wurden. Foto: Hans Urfer
Blick auf die ARA Brienz, auf deren Areal entgegen den ursprünglichen Plänen noch keine Gebäude abgebrochen wurden. Foto: Hans Urfer

Erste Teile der 49 Jahre alten Kläranlage in der Lauimatte in Brienz müssten jetzt abgebrochen und die Aushubarbeiten im Gang sein. So lautete der Plan der projektverfassenden Ryser Ingenieure AG aus Bern für das Neubauprojekt einer Abwasserreinigungsanlage. Bis heute sind allerdings keine Bagger aufgefahren und werden dies in nächster Zeit auch nicht tun.

Grund ist eine noch hängige Einsprache. «Ich gehe davon aus, dass in der ersten Hälfte nächsten Monats ein Entscheid fällt», sagt Regierungsstatthalter Martin Künzi auf Anfrage, ohne auf den Grund der Einsprache einzugehen. Somit verfügt nach aktuellem Stand die Bauherrin, die Gemeinde Brienz, über keine Bewilligung für den Bau der neuen ARA.

Einsprachen, deren zwei, lagen bereits im vergangenen Jahr auf dem Tisch, als die Stimmbürger im Oktober 2019 den Kredit für den Bau der neuen Abwasserreinigungsanlage genehmigt hatten. In der Folge hat die Gemeinde das Projekt dahingehend angepasst, dass die Brücke über den Faulbach nach Nordosten verlegt, für die Baustellenzufahrt mehr Landreserven eingerechnet und auch die Linienführung geändert wurde.

«Vorbereitungen möglich»

Brienz’ Gemeinderatspräsident Peter Zumbrunn bestätigt auf Anfrage, dass infolge fehlender Bewilligung der Baustart um ein Jahr verlegt werden musste. «Sollte die Baubewilligung eintreffen, können wir sicher einige Vorbereitungsarbeiten erledigen, jedoch müssen wir das Ende des Jahres mit der Senkung des Grundwasserspiegels abwarten, um den Aushub an die Hand nehmen zu können und mit der Erstellung der Bodenplatten zu beginnen», sagt Zumbrunn.

Nach derzeitigem Stand sollen erste Abbrucharbeiten der alten Gebäude Ende August erfolgen und nach fortschreitender Bautätigkeit die etappenweise Inbetriebsetzung im 2022 erfolgen und als Abschluss mit dem Bau des Regenbeckens der Bau der Abwasserreinigungsanlage in Brienz im 2023 vollendet werden.

Vier neue Bauwerke

Die neue Anlage besteht aus vier neuen Bauwerken (Vorbehandlungsgebäude, Regenbecken, Betriebs- und Schlammbehandlungsgebäude sowie Biologiebecken). Im dreistöckigen Betriebsgebäude seien im nordwestlichen Teil die Sozialräume (Umkleideraum, Dusche, WC, Betriebsleiterbüro, Sitzungszimmer, Aufenthaltsraum/Küche) untergebracht.

Im Untergeschoss und im südöstlichen Teil des Betriebsgebäudes befinden sich die Technikräume. Beheizt werden Betriebsräume und Technikräume mittels der Abwärme der Biologiegebläse. Wenn diese nicht ausreicht, wird eine Luft-Wasser-Wärmepumpe betrieben.

Mit Ausnahme des Vorbehandlungsgebäudes (Stahlbau) werden die Bauwerke in Stahlbeton erstellt. Auf den Dächern beider Gebäude sind Fotovoltaikanlagen geplant, deren Stromproduktion hauptsächlich für den Eigenverbrauch verwendet wird.

Kosten: 18,85 Millionen

Für den Neubau der Anlage liegt ein Kostenvoranschlag von 18,85 Millionen Franken auf dem Tisch. Aus dem bernischen Abwasserfonds werden Subventionen von rund 4,8 Millionen Franken erwartet.

«Mit diesem Beitrag können wir nicht zuletzt damit rechnen, weil die Kapazität der ARA um 31 Prozent erweitert werden muss. Denn für Erneuerungen gibt es keinen Beitrag», sagte Oskar Sigel. Eine Erweiterung mache zudem unter anderem Sinn, da bei Bedarf später auch die Gemeinde Brienzwiler an die ARA Brienz angeschlossen werden kann.

Steuerhaushalt nicht belastet

Das Abwasser aus Schwanden und Hofstetten fliesst bereits in die Anlage, weshalb der Anteil der beiden Gemeinden an die Gesamtkosten zusammengerechnet 3,89 Millionen Franken beträgt. Der Restbetrag von rund 10 Millionen Franken geht zulasten des Abwasserfonds der Gemeinde Brienz. Die Finanzierung wird demnach durch die Abwassergebühren gedeckt, der Verpflichtungskredit wird also den Steuerhaushalt nicht belasten.

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