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Es grünt so grün – auch am Swiss Economic Forum

Wirtschaft zwischen sozialer Verantwortung und Gewinnmaximierung: Wo positioniert sich das SEF, das am Donnerstag in Interlaken beginnt, und welche Bedeutung hat dabei der Klimaschutz?

Wie «grün» ist das Swiss Economic Forum, das hier im Casino Kursaal und im Kongresszentrum Interlaken stattfindet?
Wie «grün» ist das Swiss Economic Forum, das hier im Casino Kursaal und im Kongresszentrum Interlaken stattfindet?
Hans Peter Roth

Klimastreik, Abfallberge, Foodwaste: Stichworte, die zurzeit für viel Gesprächsstoff sorgen. Sie stehen für grüne Themen, die angesichts der globalen Umweltprobleme verstärkt die öffentliche Agenda dominieren.

Sinnbild für die Besorgnis ist Greta Thunberg. Keine Figur hat am diesjährigen WEF in Davos mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen als die junge schwedische Klimaaktivistin. Doch wie sieht es diesbezüglich beim Swiss Economic Forum (SEF) aus?

Was tut die führende Wirtschaftskonferenz der Schweiz, die am 23. und 24. Mai zum 21. Mal in Interlaken tagt, in Sachen Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Wirtschaften?

«Sehr viel», antwortet Simone Leicht, Kommunikationsbeauftragte des SEF. Sie erwähnt beispielsweise, dass rund fünfzig Prozent der Teilnehmenden am SEF mit öffentlichem Verkehr anreisen. «Die Partnerschaft mit den SBB ermöglicht unseren Gästen auch vergünstigte Fahrkarten.»

Von Gore bis Goodall

«Nachhaltigkeit gehört selbstverständlich mit in unsere breit gefasste Themenpalette», sagt die Mediensprecherin. Regelmässig träten nationale und internationale Referentinnen und Referenten auf, die sich mit Nachhaltigkeit befassten – «und zwar schon lange bevor die Medien das Thema gross aufgriffen».

Leicht nennt den Klimaschützer und ehemaligen US- Vizepräsidenten Al Gore, die britische Verhaltensforscherin und Tierschützerin Jane Goodall oder den Gründer von Patagonia, Yvon Chouinard, der die Initiative «One Percent for the Planet» gründete. Sie alle hatten schon ihren Auftritt am SEF.

Letztes Jahr referierte die äthiopische Serienunternehmerin Bethlehem Alemu in Interlaken. Sie ist für ihr nachhaltiges Wirtschaften international mehrfach ausgezeichnet worden.

Mit hohen sozialen Standards fertigen die Arbeiter ihrer Schuhmanufaktur «soleRebels» aus abgefahrenen Autoreifen Schuhsohlen. Mittlerweile finden die Schuhe, die mit weiteren recycelten Materialen und durchwegs von Hand hergestellt sind, weltweiten Absatz.

Am diesjährigen SEF tritt Donna Carpenter, Co-CEO und Co-Eigentümerin von Burton, auf. Der Konzern setzt sich laut der SEF-Sprecherin besonders für eine progressive Elternpolitik und Mentoring-Programme für Frauen ein. «Nachhaltigkeit umfasst neben der Ökologie und Ökonomie ja auch soziale Themen», meint die SEF-Sprecherin.

Verwerten statt Verschwenden

Während 13 Jahren hat das SEF als Veranstalter den «Swiss Energy and Climate Summit» (Schweizerischer Energie- und Klimagipfel) ausgerichtet. «Dieses Jahr lancieren wie eine neue Konferenz, die CE2 – Circular Economy Entrepreneurs, die sich speziell auf das Thema Kreislaufwirtschaft fokussiert», sagt Simone Leicht. «Es geht um die Verbindung von Profitabilität und Nachhaltigkeit.»

Dem ökologischen Fussabdruck dieser Konferenz gelte ein besonderes Augenmerk: «Referenten werden per Livestream zugeschaltet, um Flugreisen zu vermeiden. Der Standort ist so gewählt, dass er perfekt mit dem ÖV zu erreichen ist. Für die Ausstattung verwenden wir geliehene oder recycelte Materialien und Möbel, und wir vermeiden Foodwaste.»

Auch an der Hauptveranstaltung des diesjährigen SEF finde eine Masterclass zur Kreislaufwirtschaft statt, betont Simone Leicht. «Uns ist wichtig, nachhaltiges Wirtschaften bei den Schweizer Unternehmen zu verankern.»

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