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«Es ist alles so herausgekommen, wie ich es mir gewünscht hatte»

Die Kirchenruine auf dem Goldswiler Kirchenhubel ist saniert und bereit für die Einweihung. Mittelalterarchäologe Volker Herrmann freut sich über die gelungene technische Umsetzung. Diesbezüglich rückt der Wissenschafter einen Maurerpolier in den Mittelpunkt.

Mittelalterarchäologe Volker Herrmann vor dem Turm und dem Mauerwerk der Kirchenruine Goldswil. Bereits sind Teile des Festzeltgerüsts für die ­bevorstehende Einweihung sichtbar.
Mittelalterarchäologe Volker Herrmann vor dem Turm und dem Mauerwerk der Kirchenruine Goldswil. Bereits sind Teile des Festzeltgerüsts für die ­bevorstehende Einweihung sichtbar.
Hans Urfer
Mitarbeiter des Archäologischen Dienstes bei der Bestandesaufnahme am obersten Teil des Turmes der Kirchenruine.
Mitarbeiter des Archäologischen Dienstes bei der Bestandesaufnahme am obersten Teil des Turmes der Kirchenruine.
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In abendlicher Stimmung, einsam und verlassen präsentieren sich der Glockenturm und das Kirchenschiff auf dem Kirchenhubel in Goldswil.
In abendlicher Stimmung, einsam und verlassen präsentieren sich der Glockenturm und das Kirchenschiff auf dem Kirchenhubel in Goldswil.
Fritz Lehmann
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Volker Herrmann steht auf dem Kirchenhubel in Goldswil, blickt zum Turm der sanierten Kirchenruine hoch und gerät ins Schwärmen. «Es ist alles so her­ausgekommen, wie ich es mir vorgestellt hatte», sagt der Mittel­alterarchäologe vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern (ADB).

«Es ist uns gelungen, die Rolle des Turmes so hervorzuheben, dass dieser von weit her gut sichtbar ist», so Herrmann, und er weist auch auf die Rodungen rund um den Hügel hin. «Mit dem Entfernen einiger Bäume und Büsche konnten wir dazu beitragen, dass die Anlage hervorgehoben wird», sagt der für die wissenschaftliche Leitung Zuständige im Ressort Mittelalterarchäo­logie und Bauforschung des ADB.

Die Schlüsselfigur

Rund zwei Jahre hat die gesamte Sanierung gedauert. Bezüglich der Baumeisterarbeiten, ausgeführt von der Arbeitsgemeinschaft Nufer Anderegg Bau AG und Samuel Zurbuchen AG, war das Neuverfugen des schadhaften Mauerwerks ein Thema. Die Zusammensetzung des Mörtels war nach einer Rezeptur durch die Restauratoren und den Archäologischen Dienst genau vorgegeben und vor Ort angemacht worden.

«Nicht nur bei dieser, sondern auch bei den folgenden Baumeisterarbeiten gilt es die Person von Ruedi Jaggi besonders hervorzuheben», erklärt Volker Herrmann. Der Maurerpolier der Nufer Anderegg AG habe es verstanden, die Vorgaben nicht nur umzusetzen, sondern auch neue Ideen einzubringen und Vorschläge vorzulegen, welche dann in die Praxis umgesetzt wurden.

«Es ist uns gelungen, die Rolle des Turmes so hervorzuheben, dass dieser von weit her gut sichtbar ist.»

Volker Herrmann

«Ohne jetzt zu übertreiben, wäre das nun vorliegende Resultat der Sanierung ohne ihn nicht so zustande gekommen», sagt Herrmann und fügt an: «Man hat die unglaubliche Leidenschaft von Herrn Jaggi gespürt.»

Angesprochen auf dieses Lob des Mittelalterarchäologen, relativiert der Maurerpolier aus Niederried: «Es waren mehrere Personen wichtig und nötig dafür, die Sanierung zum Erfolg zu führen», sagt Jaggi. Klar habe ihm dabei sein Wissen, das er sich bei der Mitarbeit an anderen Projekten angeeignet habe, geholfen. Ihm sei die Bedeutung des Objektes und dessen Geschichte bewusst, und dies sei mit ein Grund, warum er «grosse Freude an den Arbeiten» gehabt habe.

Dach im Dezember montiert

Und noch vor dem Start der zweiten Sanierungsetappe mit der Instandstellung des Mauerwerks und anderen Arbeiten am Kirchenschiff (inklusive Boden, Sakristei und Anbau-West) war im Dezember 2015 das Schutzdach montiert worden.

Heute erstrahlt nicht nur die Beinhauskapelle in neuem Glanz, sondern auf der Südseite der Kirchenanlage konnten die Überreste des ursprünglichen Pfarrhauses freigelegt und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Neuer Wanderweg

Ein von der Gemeinde teils neu konzipierter Wanderweg verbindet die Burgruine Ringgenberg mit der sanierten Kirchenruine. Unterwegs informieren neu eingerichtete Stelen auch über weitere Themen wie die Naturvielfalt am Burgseeli und die Geschichte des Wachtfeuers.

Was die abgeschlossene Sanierung angeht, startete diese zwar 2015, der eigentliche Startschuss fiel jedoch zwei Jahre früher. Nach dem Entscheid des Gemeinderates, die Ruine zu sanieren, setzte dieser eine Arbeitsgruppe ein. Präsidiert wurde das über fünf Jahre tätige Gremium von Pfarrer Andreas Schiltknecht. Dieser legte gemäss der Medienmitteilung des Gemeinderates «eine unerschöpfliche Begeisterung und Ideenkraft an den Tag».

«Es waren mehrere Personen wichtig und nötig dafür, die Sanierung zum Erfolg zu führen.»

Ruedi Jaggi

An der Altjahresgemeindeversammlung 2014 genehmigte der Souverän für die Sanierung einen Verpflichtungskredit von 1,45 Millionen Franken. «Bis heute wurden etwa 1,33 Millionen Franken ausgegeben», teilt Ringgenbergs Gemeindeschreiber André Chevrolet mit. Die Abrechnung werde erst Ende Jahr vorliegen.

Chevrolet meinte, dass dieser Bruttokredit (inklusive 50 Prozent Subventionen) nur «unwesentlich» überschritten wird, und er davon ausgeht, dass zulasten der Gemeinde rund 400'000 bis 450'000 Franken verbleiben würden.

Die Festschrift zur Sanierungkann für 20 Franken am Einweihungsfest vom kommenden Wochenende und zu Bürozeiten bei der Gemeindeverwaltung gekauft werden.

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