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Der Schlauch soll gesperrt bleiben

Der Interlakner Gemeinderat hat Stellung zum Schlussbericht der Verkehrskommission genommen, den diese bereits Ende März vorgelegt hatte. Die Vorschläge der Kommission stossen nicht nur auf Zustimmung.

Der Schlauch genannte Abschnitt des Höhewegs zwischen Postplatz und Harderstrasse soll auch laut dem Gemeinderat für den Verkehr gesperrt bleiben.
Der Schlauch genannte Abschnitt des Höhewegs zwischen Postplatz und Harderstrasse soll auch laut dem Gemeinderat für den Verkehr gesperrt bleiben.
Bruno Petroni

An der Sitzung des Grossen Gemeinderates Ende März dieses Jahres war die im September 2014 eingereichte Gemeindeinitiative «Keine Verkehrsverlagerung in die Wohnquartiere» kein Thema. Zwar wurde der Bericht der nicht ständigen Kommission Verkehrskonzept, welche Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation auf dem Bödeli erarbeitet hatte und damit die Initiative überflüssig machen sollte, zur Kenntnis genommen.

Der Gemeinderat hatte allerdings im Vorfeld beantragt, den Bericht zur Stellungnahme bis spätestens zur Sitzung des GGR vom 29. August an den Gemeinderat zu überweisen. Nach gut vier Monaten war es gestern so weit: Der Gemeinderat legte seinen Bericht samt Stellungnahme zum Kommissionsbericht vor.

Schlauch weiter gesperrt und keine Begegnungszonen

Während die Gemeindeinitiative ihrerseits insbesondere die Aufhebung des Fahrverbotes im Höheweg-Abschnitt Schlauch forderte, schlug die Verkehrskommission in ihrem Bericht vor, das Fahrverbot im sogenannten Schlauch zwischen Postplatz und Harderstrasse beizubehalten. Jenem Vorschlag stimmt der Gemeinderat kommentarlos zu.

Weiter hatte die Verkehrskommission empfohlen, verschiedene Begegnungszonen in der Bahnhofstrasse, dem Höheweg, der Marktgasse sowie der Centralstrasse einzuführen. Diese Idee stösst beim Gemeinderat auf wenig Zustimmung: «Eine Begegnungszone mit Tempo 20 und Vortritt für Fussgängerinnen und Fussgänger eignet sich nur für Quartierstrassen und ist nicht kompatibel mit dem öffentlichen Verkehr, der Fahrpläne einzu­halten hat», so steht es in der Mitteilung. Zudem würden Begegnungszonen grössere bauliche Massnahmen erfordern.

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Die Marktgasse, die laut Kommission ab dem Bahnübergang in Richtung Unterseen als Einbahnstrasse befahren werden könnte, will der Gemeinderat im Istzustand belassen. Zuerst wolle der Rat die Sanierung der Marktgasse sowie die Überbauung Herreney abwarten, eine spätere Neubeurteilung dieser Stelle sei aber nicht auszuschliessen.

Auch die General-Guisan-Strasse soll nicht zum reinen Zubringer umfunktioniert werden, sondern wie bisher befahrbar bleiben. Der nördlichen Erschliessung via Aareckstrasse–Neugasse–Strandbadstrasse stimmt der ­Gemeinderat zu.

Kein neuer Umsteigeplatz für Cars bei Aula gewünscht

Nicht weiterverfolgen möchte der Gemeinderat hingegen den vorgeschlagenen Carumsteigeplatz bei der Aula der Sekundarschule, da dieser nach Mitteilung «an einer verkehrsorientierten Strasse liegen und Mehrverkehr rund um die Schulanlagen bewirken würde.»

Der Rat spreche sich also weitgehend für ein unverändertes Verkehrskonzept für den Schlauch mit Beibehalt des teilweisen Durchfahrtsverbotes aus, so heisst es weiter. Seinen Bericht wird er dem Grossen Gemeinderat an dessen nächster Sitzung am 29. August unterbreiten. Dann wird entschieden, ob der Initiative «Keine Verkehrsver­lagerung in die Wohnquartiere» ein Gegenvorschlag gegenübergestellt werden soll.

Das Volk soll über die Initiative entscheiden

Für die Initianten war bereits vor der GGR-Sitzung im März klar, dass ihre Verkehrsinitiative nun doch noch vors Volk kommen soll. Ein Grund dafür, so Mitinitiant und Sprecher des Initiativkomitees Fredi Daumüller im März gegenüber dieser Zeitung: «Die Verkehrskommission schlägt nichts Visionäres vor, obwohl wir ihr zwei Jahre Zeit gegeben haben, um ein gutes Konzept auszuarbeiten.»

Besonders die Vorschläge zur Einbahnregelung auf der Marktgasse sowie zum Fahrverbot auf der General-Guisan-Strasse wurden von den Initianten kritisiert. Zur Volksabstimmung käme es frühestens Ende November, wie sich der Mitteilung des Gemeinderates entnehmen lässt.

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