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Falsche Milch im Gruyère AOC

Im Saaner Weiler besteht keine langjährige Tradition für die Herstellung von Gruyère. Das hält das Bundesgericht in einem Urteil fest.

84 Laibe Gruyères AOC wurden mit der falschen Milch produziert.
84 Laibe Gruyères AOC wurden mit der falschen Milch produziert.
Keystone

Das Bundesgericht hatte sich wegen der Beschwerde eines Käsereibesitzers in Jaun (Freiburg) mit dieser Frage zu beschäftigen. Bei einer Kontrolle wurde festgestellt, dass der Käser Milch aus Abländschen, einem Weiler der Gemeinde Saanen, der nur ein paar Hundert Meter entfernt von der Freiburger Kantonsgrenze liegt, bei der Herstellung von 84 Laiben verwendet hatte.

Im Pflichtenheft des AOC-Gruyères steht jedoch klar, dass die Bezeichnung nur für Käse aus den Kantonen Freiburg, Waadt, Neuenburg und Jura sowie aus einigen weiteren Bezirken und Gemeinden verwendet werden darf. Nicht aufgeführt ist Abländschen. Die Milch von dort ist nicht etwa schlechter als die aus der Umgebung. Käse daraus darf aber nicht Gruyère AOC genannt werden, weil die Herstellung von Gruyère in der Gemeinde keine Tradition hat. So wird dort gemäss dem Urteil des Bundesgerichts erst seit 19 Jahren Gruyère produziert.

Im benachbarten Jaun geschieht dies schon seit 78 Jahren. Auf die Tradition und nicht primär auf die Geografie als Faktor für die Rechtfertigung der AOC-Bezeichnung hatte sich das Bundesverwaltungsgericht als Vorinstanz bezogen, was vom Bundesgericht als zulässig erwachtet worden ist. Die geografische Abgrenzung birgt nämlich Schwierigkeiten. Nebst Käsereien aus dem Kernland gibt es mehrere Satellitengebiete, in denen ebenfalls Gruyère AOC hergestellt werden darf.

Und die 84 Käselaibe mit Abländscher Milch sind eingeschmolzen worden.

SDA/hau

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