Fels bei Grindelwald gesprengt

Mit Getöse rauschte am Mittwochvormittag am Ortseingang von Grindelwald ein Felsblock ins Tal. Die Sprengung lief problemlos ab. Der Verkehr ist in den nächsten Tagen eingeschränkt.

Am Mittwoch um 11 Uhr wurde bei Grindelwald ein Fels gesprengt. Video: Christoph Buchs

m 10.40 Uhr das akustische Signal, ähnlich einem Schiffshorn: Die Sprengung steht unmittelbar bevor – Augenpaare und Kameraobjektive richten sich an die Felswand in der Ortweid. Die Strasse ist abgesperrt, Züge fahren ebenfalls nicht. Grindelwald ist von der Umwelt abgeschnitten. Es ist bitterkalt an diesem schattigen Flecken im Tal. Und die Spannung steigt.

Dann passierts: Ein gewaltiger Felsblock, abgedeckt von Sprengmatten, löst sich von der Wand. Aus der Sicherheitsentfernung von 200 Metern ist der Knall erst mit einer halben Sekunde Verzögerung zu hören. Mit Getöse saust das Gestein ins Tal, begleitet von Schutt und einer Staubwolke. Und schon ist der Zauber vorbei. Die Mitarbeiter des Strasseninspektorats verlassen die Sicherheitszone und nähern sich dem Ort des Geschehens, um sich das Resultat anzusehen.

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Oben in der Felswand haben sich ein Geologe und Sprengspezialisten von Gasser Felstechnik bereits an Kletterseilen befestigt und beginnen mit dem Abstieg. Unten auf der Kantonsstrasse liegen, brotkrümelmässig verstreut, ein paar Überbleibsel des einstigen Felsmassivs. Der grosse Rest hängt in den Sicherheitsnetzen. «Alles lief ab wie geplant», sagt Bruno Burkhard, Leiter des Strassenverkehrsamtes Oberland-Ost.

Die Arbeiten gehen sogar schneller voran als geplant: Anstatt erst um 16 Uhr kann die Strasse bereits um 13.30 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden. Der spektakulärste Teil des Projekts ist zwar vorbei, der arbeitsintensivste steht aber erst bevor: Die rund 100 Kubikmeter Gestein – also «nur» etwa die Hälfte der ursprünglich angekündigten Menge – werden in den kommenden Tagen abtransportiert.

In dieser Zeit wird der Verkehr zeitweise einspurig von Lichtsignalanlagen geregelt. Wegen Bauarbeiten auf der BOB-Linie bleibt der Zugverkehr unterbrochen; zwischen Grindelwald und Zweilütschinen sind vorübergehend Bahnersatzbusse unterwegs.

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