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Findelkind von Därstetten konnte Spital verlassen

Das Neugeborene, das Anfang Januar in kritischem Zustand beim Werkhof in Därstetten gefunden wurde, ist über die Runden gekommen. Es konnte das Spital inzwischen verlassen.

sp/sih/sda
Hier im Werkhof Därstetten legte die Mutter das Kleinkind eingewickelt in Decken in einer Kartonschachtel nieder.
Hier im Werkhof Därstetten legte die Mutter das Kleinkind eingewickelt in Decken in einer Kartonschachtel nieder.
Hans Urfer

Das Mädchen, das Anfang Jahr in Därstetten ausgesetzt wurde, ist durchgekommen. Nachdem es aus dem Spital entlassen wurde, wird es nun an einem anderen Ort weiter betreut, wie Christoph Gnägi, Sprecher der Berner Kantonspolizei, eine Meldung auf dem «Blick»-Onlineportal vom Freitag bestätigte.

Unterkühltes Neugeborenes

Paul Tschabold fand das in eine Decke gewickelte Mädchenam frühen Morgen des 4. Januar in einer Kartonschachtel auf dem Sammelbehälter für Kaffeekapseln an einem öffentlich zugänglichen Ort des ungeheizten Werkhofs. Das unterkühlte Neugeborene wurde per Helikopter ins Spital geflogen.

Die Polizei konnte die mutmassliche Mutter einige Tage später ausfindig machen und in Polizeigewahrsam nehmen. Auch ein Mann wurde verhaftet. Nähere Angaben zu seiner Identität machte die Polizei nicht. Die beiden Personen befinden sich laut Christoph Gnägi weiterhin in Untersuchungshaft, die Ermittlungen sind noch im Gang.

Die regionale Staatsanwaltschaft Bern-Oberland hat ein Strafverfahren wegen Aussetzung und eventuell versuchter Kindstötung beziehungsweise versuchter Tötung eingeleitet, wie Christoph Gnägi bestätigt. Für die beiden Festgenommenen gilt die Unschuldsvermutung – zumindest, bis ein Gerichtsurteil vorliegt, das rechtskräftig ist.

«Dem Kind geht es gut»

Die mutmassliche Mutter des Kindes stammt aus der Region. Sie hatte angegeben, das Kind ohne fremde Hilfe unweit des Fundorts zur Welt gebracht zu haben. Darum, wie es mit dem kleinen Mädchen weitergeht, kümmert sich die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb Oberland-West mit Sitz in Frutigen. Deren Präsidentin Rahel Rohr gibt zu verstehen, dass im konkreten Fall aufgrund des Personenschutzes keine Auskunft gegeben werden kann: «Das Wohl des Kinds steht im Vordergrund. Mit den involvierten Personen werden wir nach der bestmöglichen Lösung suchen.» Das könne von Abklärungen und Absprachen mit der Mutter bis hin zu einer Adoption reichen.

Nur so viel: «Wir werden alles Mögliche im Auge behalten. Der primäre Fokus ist auf das Kind gerichtet. Es ist gut aufgehoben, und es geht ihm auch gut», sagt Rahel Rohr.

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