Fischer rührt die Werbetrommel für die Grimselbahn

Interlaken

Wenn es ideal läuft, soll ab 2025 eine Bahn Innertkirchen und Oberwald verbinden. Gerhard Fischer erläuterte an der Hauptversammlung der HIV Sektion Interlaken-Oberhasli das Projekt Grimselbahn.

So könnte die Station Guttannen aussehen: Die Bahn würde in einer Galerie auf der Sonnseite durchführen, in Guttannen in einer Doppelspur.

So könnte die Station Guttannen aussehen: Die Bahn würde in einer Galerie auf der Sonnseite durchführen, in Guttannen in einer Doppelspur.

(Bild: zvg)

Samuel Günter@samuel_guenter

«Eine Röhre mit Weitblick», stellte SVP-Grossrat Gerhard Fischer am Donnerstagabend im Hotel Interlaken vor.

Der Meiringer präsentierte anlässlich der Hauptversammlung der Sektion Interlaken-Oberhasli des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern das Projekt Grimseltunnel. Fischer ist Präsident der IG Grimselbahn und im Verwaltungsrat der Grimselbahn AG.

Fischer holte weit aus, schliesslich stand schon 1850 ein ähnliches Programm zur Diskussion. Dieses unterlag aber in Konkurrenz zum Gotthardtunnel. Eine Geschichte die sich in den nächsten 150 Jahren oft wiederholen sollte.

Immer wieder lagen gemäss Fischer ausgearbeitete Projekte vor und immer wieder bekamen andere Vorhaben den Vorzug. Allzulang hielt sich Fischer dann aber nicht mit der Geschichte auf. Schliesslich stünden die Zeichen für das aktuelle Projekt gut.

Grosse Vorteile

Die Grimselbahn soll Innertkirchen mit Oberwald verbinden und die Lücke im Schweizer Schmallspurnetz schliessen. «So können die 500 Kilometer Schienen südlich und die 300 Kilometer nördlich der Alpen verbunden werden.»

Video: Youtube.com/swissgrid

Gerade aus regionaler Sicht seien die Vorteile gross. Fischer rechnet mit einer direkten Wertschöpfung von bis zu 5,5 Millionen Franken und 35 Vollzeitstellen. Weiter wäre so die oft durch Murgänge oder Lawinen von der Aussenwelt abgeschnittene Gemeinde Guttannen stets erreichbar. «Kein Wunder sind inzwischen praktisch alle Guttanner Familien Mitglied in der IG Grimselbahn.»

Man rechen mit 400'000 Passagieren jährlich, damit wäre der Betrieb finanzierbar, erklärte Fischer, wobei er sich auf Angaben der Zentralbahn und der Matterhorn Gotthard Bahn beruft.

Partnerschaft mit Swiss Grid

Doch ein Tunnel kostet Geld. Sehr viel Geld. Gemäss der durchgeführten Machbarkeitsstudie würden die Baukosten 430 Millionen Franken betragen. «Politisch zu viel», erklärte Fischer.

Dass der Tunnel trotzdem realisierbar sei, liege daran, dass Swiss Grid im gleichen Perimeter neue Leitungen bauen muss. «Diese könnten sie oberirdisch bauen», sagte Fischer. «Das wäre billiger als unterirdisch, aber sehr schwierig.» Schliesslich ginge es auch durch geschützte Landschaften.

Ein Tunnel für die Stromleitung würde 490 Millionen Franken kosten. Ein gemeinsames Projekt aber nur 580 Millionen. «Die Bahn ist nur gemeinsam mit Swiss Grid zu realisieren», ist Fischer überzeugt.

Fischer hofft, dass das Baugesuch Ende 2019 vorliegt. Bis dahin fallen 6 Millionen Franken Kosten an, schätzt der Grossrat. Hier zeige sich, dass dem Projekt viel Goodwill entgegengebracht werde. Zahlreiche Kantone haben ihre finanzielle Unterstützung zugesichert.

Gleichzeitig ist sich Fischer bewusst, dass um den eigentlichen Bau zu finanzieren, das Projekt Aufnahme in den Fabi-Fonds zum Ausbau der Bahninfrastruktur des Bundes finden muss. Hier sei politische Lobbyarbeit gefragt. Frühestens ginge die Grimselbahn 2025 in Betrieb.

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