Fliegerschiessen lockt Tausende auf die Axalp

Erstmals seit 2012 ist die Axalp wieder Schauplatz des Fliegerschiessens. Am Mittwoch verfolgten 6000 Zuschauer die Vorführungen von Kampfflugzeugen, Helikoptern und Fallschirmaufklärern.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Er bringt sein Auge fast nicht weg vom Sucher seiner Kamera. Immer wieder drückt Peter Schneider auf den Auslöser. Der F/A-18-Jet feuert innert einer Sekunde 100 Schuss aus seiner Gatling-Bordkanone auf das Ziel im Fels der Ebnefluh.

Fliegerspektakel auf der Axalp: Die Luftwaffe zeigt, was sie kann. Video: Tamedia/SDA

Fast gleich schnell rattert Peter Schneiders Kamera. Tausende Bilder schiessen er und sein Kollege Francis Zera an diesem Tag. Ihre weite Anreise zeigt, welche Bedeutung das Fliegerschiessen für Aviatikfotografen, sogenannte Planespotter, hat: Beide sind extra für das öffentliche Training der Schweizer Luftwaffe aus Seattle (USA) angereist. Dort schreiben und fotografieren sie für ein auf die Luftfahrt spezialisiertes Onlineportal.

Alleine über Social Media erreichen die Bilder von der Axalp oberhalb von Brienz über 100 000 Menschen, sagt Francis Zera nicht ohne Stolz. Peter Schneider, der in Steffisburg aufgewachsen ist, aber nun schon seit Jahren in den Staaten lebt, hat die Reise ans Fliegerschiessen bereits dreimal vergeblich auf sich genommen: 2013 und 2015 verhinderte das Wetter die Durchführung.

Im vergangenen Jahr sagte die Luftwaffe den Anlass ab. Ende August zerschellte eine F/A-18 am Hinter Tierberg im Sustengebiet. Der Pilot starb. Nur einen Monat später verlor die Luftwaffe am Gotthardpass beim Absturz eines Superpumas zwei weitere Armeeangehörige.

Erst vor einem ­Monat starb ein PC-7-Pilot beim Absturz seiner Maschine am Schreckhorn bei Grindelwald. Diesmal hielt die Luftwaffe aber an der Durchführung des Traditionsanlasses fest.

Beschwerlicher Aufstieg

Just zum 75-Jahr-Jubiläum des Fliegerschiessplatzes Axalp-Ebnefluh hätte das Wetter für die Organisatoren nicht besser sein können. Über 6000 Besucher strömten am Mittwoch auf die Südhänge von Tschingel und Axalphorn. Für heute Donnerstag werden nochmals so viele Besucher erwartet.

Wer nicht zu den 600 Gästen gehört, die mit Armeehubschraubern zum Kommandoposten geflogen werden, muss den Aufstieg in den Zuschauerraum auf rund 2200 Meter über Meer zu Fuss bewältigen. Etwas Abhilfe schafft die Sesselbahn Windegg. Dort bilden sich an den beiden Tagen der Flugshow schon in den frühsten Morgenstunden lange Schlangen.

Werbung in eigener Sache

Mit den Vorführungen will die Luftwaffe ihr Können und ihre Mittel präsentieren. Während man 2012 noch den möglichen Nachfolger des Tiger F-5 präsentierte, blieb es an der diesjährigen Austragung bei der bewährten Technik. Luftwaffenkommandant Aldo Schellenberg nutzte die Demonstration auch, um Werbung für die Beschaffung neuer Mittel zu machen: «Wenn wir jetzt nicht handeln, muss die nächste Generation für den Investitionsstau bezahlen.»

Der Bundesrat berät bereits in den nächsten Wochen über mögliche Szenarien, wie die Luftwaffe in Zukunft aussehen soll. Nebst der Beschaffung von neuen Flugzeugen geht es dabei auch um die vom Boden operierende Luftabwehr. Je nach Szenario liegen die Kosten für neue Flugzeuge und Abwehrsysteme zwischen 5 und 18 Milliarden Franken. (Berner Oberländer)

Erstellt: 11.10.2017, 20:47 Uhr

Artikel zum Thema

Die schwersten Unfälle der Schweizer Luftwaffe

Das auf dem Schreckhorn verunglückte PC-7-Trainingsflugzeug kann sich in eine Absturzserie von Armeemaschinen einreihen. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Zirkus mal anders

Lassen Sie Ihre Kinder, Grosskinder oder Patenkinder im Family Circus Bühnenluft schnuppern!

Kommentare

Die Welt in Bildern

Einfach mal blau: Zwei Kormorane schwimmen im Morgennebel auf einem See in Kathmandu. (11. Dezember 2017)
(Bild: Navesh Chitrakar) Mehr...